11.06.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Auftakt des Musiksommers in Kleinbeeren

Das Duo Da eröffnete den diesjährigen Kleinbeerener Musiksommer. In der Dorfkirche erklangen russische Weise und Instrumental-Titel.

Das Duo Da beim Konzert in Kleinbeeren. Quelle: Andrea von Fournier

Dass man einem Akkordeon weit mehr entlocken kann, als begleitende Rhythmen zu Trink- oder Herz-Schmerz-Liedern, bewies Alexandr Danko am Sonntag in der DorfkircheKleinbeeren. Er gab mit seiner Frau Elena Danko (Gesang) als Duo Da das Auftaktkonzert zum diesjährigen „Kleinbeerener Musiksommer“.

Gute Tradition

Organisiert wurde die Veranstaltungsreihe in guter Tradition von den Mitgliedern des Kulturvereins Großbeeren, die, auch das Tradition, zunächst zu Kaffee und Selbstgebackenem im Schatten der alten Bäume vor dem Gotteshaus luden. Im Mittelpunkt des Konzerts standen russische Volkslieder und instrumentale Titel, die in Russland bekannt und beliebt sind, bei uns aber bis auf wenige Ausnahmen kaum gespielt werden. Doch wie Alexandr Danko betonte, merkt der Zuhörer am Spiel des Instruments sehr genau, ob es ein fröhliches oder melancholisches Stück ist – Musik ist grenzüberschreitend und kommt ohne Worte aus. Und wenn jemand wie Elena Danko ihr eine Stimme verleiht, kraftvoll, warm und mit entsprechender Mimik und Gestik, ist es nicht nötig, der russischen Sprache mächtig zu sein.

Sie kokettiert mit den Besuchern

Die Sängerin tanzte, drehte sich, kokettierte mit Besuchern oder spiegelte in ihrem Gesicht Trauer, Schmerz und Kummer, der Lebens- und Liebesfreud oder Leid überbordend zum Publikum transportierte. 

Wie in den Vorjahren war die Kirche beim Eröffnungskonzert nicht voll besetzt. „Das muss sich erst wieder rumsprechen“, sagte der Kulturvereinsvorsitzende Lothar Matthies, der mit den frisch gedruckten Flyern für die kommenden Veranstaltungen warb. Der Verein wünscht sich mehr Klein- und Großbeerener Besucher. 

„Ein wunderbares Publikum“

Auch im vergangenen Jahr war das aus Rostow am Don stammende Duo Da zu Gast, die Zuhörer drängten sich bis auf die Empore und standen im Freien. Dass es diesmal nur halb so viel Besucher waren, störte die Musiker nicht. „Es war eine tolle Stimmung, ein wunderbares Publikum“, fand Elena Danko. Mit Liedern über die „Alte Eiche“, „Schwarze Augen“ oder einen Arbeiter, der am Jahresende seinen Lohn in Form von Tieren erhält und im siebenten Jahr eine Frau, brachte sie die gefühlvolle russische Seele nach Kleinbeeren. 

Beste Harmonie

Die Zwei, die ihr „Handwerk“ beim Studium erlernten, musizierten in bester Harmonie miteinander. Der auf dem Knopfakkordeon, der typisch russischen Ausführung des Instruments, spielende Alexandr Danko moderierte und trat während der gesungenen Stücke nie vollständig in den Hintergrund. Bei Instrumentaltiteln, so einem internationalen Medley, zeigte er sein Können. Doch die Komposition eines Kirchenliedes von Peter Tschaikowski ließ Volumen und Tongewalt in den Raum einbrechen fast wie bei einer Orgel und demonstrierte die Vielseitigkeit des Akkordeons. Tosender Beifall, der als Zugabe mit dem bekannten „Katjuscha“ belohnt wurde, beendete das rundum gelungene Konzert.

Von Andrea von Fournier

Märkische Allgemeine Zeitung, 11.06.2019
Zur Kirche
Dorfkirche Kleinbeeren im Pressespiegel
Auftakt des Musiksommers in Kleinbeeren 11.06.2019 · Märkische Allgemeine Zeitung
Wirtin in der Kirchenklause zu Glambeck 17.07.2019 · Die Kirche
Pfarrer verabschiedet sich aus Mildenberg 16.07.2019 · Märkische Oderzeitung
Mehr als nur ein Landschaftsbild in Hohenwerbig 16.07.2019 · Märkische Oderzeitung
Für die Kirche in Kroppen stets auf Betteltour 14.07.2019 · Lausitzer Rundschau
Schweizerin belebt Dorfkirche Görne mit Konzert 14.07.2019 · Märkische Allgemeine Zeitung