12.10.2019  –  Lausitzer Rundschau

Das Sühnekreuz von Sergen kehrt jetzt in das Dorf zurück

Das Sühnekreuz von Sergen erhält einen Platz nahe der Dorfkapelle. FOTO: BLDAM, Detlef Sommer


Auf Gemeindegelände, am Kreuzweg nahe der Dorfkirche, wird das Sühnekreuz von Sergen jetzt wieder aufgestellt. Von Beate Möschl

Auf Gemeindegelände, am Kreuzweg nahe der Dorfkapelle Sergen, soll am 20. Oktober das Sühnekreuz von Sergen aufgestellt werden.  „Ich denke, das ist ein würdiger Platz“, sagt Hans-Dieter Harnath, Vorsitzender des Fördervereins Dorfkapelle Sergen. Der Sockel ist schon gegossen, der Schmied hat für die Befestigung vorgesorgt. Damit bekommt das steinerne Zeitzeugnis aus längst vergangenen Jahrhunderten wieder  einen festen Platz. Wenn auch nicht an ursprünglicher Stelle, denn um die gibt es nur Mutmaßungen.

Wie Neuhausens Bürgermeister Dieter Perko berichtet, soll das Sühnekreuz ursprünglich bei Kathlow gestanden haben. Im Internet ist in einer Dokumentation zu Sühnekreuzen, die als Rechtsdenkmale gelten,  nachzulesen, dass es später im Gutspark, rechts vom Eingang am Graben stand. Später, nach  1970, muss es wohl am Nordwesteck  des Gutshauses aufgestellt worden sein, an einen Stützpfeiler gelehnt. Dort jedenfalls wurde es im Frühjahr 2009  wiederentdeckt.

Der damalige Eigentümer des Grundstückes habe genehmigt, dass das Sühnekreuz Teil einer Ausstellung wird, und inzwischen einen Leihvertrag über 99 Jahre mit der Gemeinde abgeschlossen, schildert Perko.  Das hat  die neuzeitliche Wanderung  des Sühnekreuzes durch Ausstellungen in der Mark Brandenburg  und nun  sein Ankommen an einem festen Platz auf Gemeindeland ermöglicht.

Zuletzt war das Sergener Sühnekreuz  in einer Reihe mit weiteren Steinkreuzen aus dem 14. bis 17. Jahrhundert in der Wanderausstellung „Sagenhafte Steinkreuze“ des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseums zu sehen. Auch in der Ausstellung „Steinkreuze und Kreuzsteine in Brandenburg“ in der Slawenburg Raddusch kam es  noch einmal zu Ehren.

Was der Anlass war, einst dieses Sühnekreuz aus Granit  zu stiften,  ist nicht überliefert. Bekannt indes ist, dass die steinernen Flurkreuze ihren Namen tragen, weil sie zur Sühne für einen begangenen Mord oder Totschlag errichtet wurden. Aufgestellt wurden sie meist an Wegen oder Wegkreuzungen, um Vorübergehende zum Gebet für den Verstorbenen anzuregen. Auf einigen Steinkreuzen sind Waffen wie Armbrust oder Axt eingeritzt. Das Sergener Steinkreuz trägt solche „Zeugnisse“  möglicher Tatwaffen nicht. Es ist schlicht abgerundet, 74 Zentimeter hoch, 55 Zentimeter breit und bis zu 14 Zentimeter dick.

Lausitzer Rundschau, 12.10.2019
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