21.07.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Diakonissenhaus Berlin-Teltow-Lehnin: 157 Millionen Euro Umsatz in 2018

Das Evangelische Diakonissenhaus Berlin-Teltow-Lehnin hat seinen Jahresbericht für 2018 vorgelegt. Der Umsatz lag bei 157 Millionen Euro. Erstmals musste das Unternehmen einen Fehlbetrag hinnehmen.

Pfarrer Matthias Blume, Vorstand des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin-Teltow-Lehnin. Das diakonische Unternehmen beschäftigt 1.971 Männer und Frauen. Quelle: Marion von Imhoff

Das Evangelische Diakonissenhaus Berlin-Teltow-Lehninist 2018 erstmals mit einem Minus ins neue Jahr gegangen. Das geht aus dem Jahresbericht 2018 vor, den der diakonische Unternehmensverband nun vorgelegt hat. Der Jahresfehlbetrag liegt danach bei 441.000 Euro. Die Umsatzerlöse betrugen 157 Millionen Euro und lagen mit 2,2 Millionen Euro über denen von 2017.

Als Begründung für den Jahresfehlbetrag nennt das Diakonissenhauseine „eingeschränkte Leistungsentwicklung“ und bestehende Vakanzen in Führungspositionen im Gesundheitssektor. „Details betreffen Betriebsinterna und werden nicht veröffentlicht“, sagt auf entsprechende Nachfrage Unternehmenssprecher Alexander Schulz. Das Minus „resultiert überwiegend aus dem Unternehmensbereich Gesundheit“. Die Bereiche Altenhilfe, Teilhabe und Bildung hingegen entwickelten sich wirtschaftlich weiterhin positiv.

Die Lehniner Kliniken liegen auf dem Gelände des früheren Zisterzienserklosters in Lehnin. Quelle: Frank Bürstenbinder

54 Prozent des Umsatzes erzielt das Diakonissenhaus über seine Kliniken und medizinischen Angebote. Das sind in absoluten Zahlen 84 Millionen Euro. In der Altenhilfe lag der Umsatz bei 37 Millionen und in der Jugend- und Behindertenhilfe bei 34 Millionen Euro. Erzielt werden diese Einnahmen über Transferzahlungen von der öffentlichen Hand, Kranken- und Pflegekassen und der Bundesagentur für Arbeit. Die Finanzlage auf der Vermögensseite bezeichnet das Unternehmen als „durchgehend stabil“.

Zehn Mitarbeiter mehr als 2017

Die Gesamt-Mitarbeiterzahl liegt bei 1.971, das sind zehn Angestellte mehr als 2017. In den Lehniner Kliniken arbeiten 194 Männer und Frauen. Zu 2017 gab es laut Schulz dabei keine wesentlichen Veränderungen.

Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger und Vorstandsvorsitzender Pfarrer Matthias Blume vor dem sanierten Elisabethhaus. Quelle: Frank Bürstenbinder

Im Grundsatz stabil sind auch die Patientenzahlen: Die Klinik für Geriatrische Rehabilitation hatte 2018 rund 1000 Patienten und damit so viele wie im Jahr zuvor.

Die Klinik für Innere Medizin, Palliativmedizin und Akutgeriatrie betreute im vorigen Jahr 1146 Männer und Frauen als Patienten. Das sind 124 Patienten weniger als 2017. Durchschnittlich blieben die Patienten 12,5 Tage in der Klinik. In der Geriatrischen Reha lag die Verweildauer im Schnitt bei 23 Tagen.

Museum zählte 4000 Besucher 

161 Männer und Frauen arbeiten neben den Klinikmitarbeitern auf dem Gelände des früheren Henriettenstifts. Die meisten von ihnen, nämlich 65 Beschäftigte, sind im Altenhilfezentrum tätig, also im Lothar-Kreyssig-Haus und der Gerontopsychiatrischen Tagesstätte. 56 Männer und Frauen arbeiten in der Diakoniestation und 30 im Hospiz.

Zum Diakonissenhaus gehört auch das Klostermuseum. 4000 Besucher zählte das im vorigen Jahr.

Erst vor wenigen Wochen eröffnete das neu sanierte Elisabethhaus. Die vier dort beschäftigten Männer und Frauen sind für Zimmerservice und Hauswirtschaft zuständig und werden nach Angaben von Alexander Schulz von der Teltower Werkstatt für behinderte Menschenunterstützt.

Auch in den kommenden Jahren sind Investitionen auf dem Klostergelände geplant. Gegen die Feuchtigkeitsschäden an einigen Gebäuden und für deren nachhaltige Sicherung soll eine neue Regenentwässerung gebaut werden. „Dies ist nötig, weil die vorhandene Entwässerung nicht fachgerecht ausgeführt wurde“, so Schulz. „Die Entwurfsplanung für die Neuanlage liege vor.

Altenhilfezentrum und Kita 

Auch die alten Toiletten gegenüber der Kirche sollen erneuert werden. Schulz zufolge sei das dringend nötig. Das Diakonissenhaus hat dafür Planungen zur Gestaltung und Finanzierbarkeit in Auftrag gegeben.

Neue Leistungsangebote entwickelt das Unternehmen mit dem Hospiz in Luckau, das in diesem Jahr eröffnet werden soll. In Berlin-Mahlsdorfentsteht ein Altenhilfezentrum. Es ist auf einem Campus mit betreutem Wohnen, Tagesstätte, Wohngruppen und einem Hospiz geplant. Einen Kindergarten mit 80 Plätzen baut das Diakonissenhaus in Caputh.

Von Marion von Imhoff

Märkische Allgemeine Zeitung, 21.07.2019
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