30.11.2018  –  Märkische Allgemeine

Die Glocke ist fertig restauriert (Lindenberg /PR)

Lindenberg

Die Glocke ist fertig restauriert

Rund um die Lindenberger Kirche tut sich einiges, doch steht der Eigenanteil für die nächsten Maßnahmen noch nicht – im Advent gibt es zwei Benefizkonzerte, Spenden sind erwünscht.

Die Glocke in der Lindenberger Kirche wurde jetzt fertig restauriert.
Quelle: Kirchbauverein Lindenberg
 
Bei Konzerten in der Kirche werden Spenden gesammelt.
Quelle: Bernd Atzenroth

Lindenberg Schritt für Schritt kommt der Kirchbauverein Lindenberg seinem großen Ziel entgegen: Der vollständigen Sanierung der Lindenberger Kirche, auch wenn man in diesem Jahr nicht so weit gekommen ist, wie man wollte. Immerhin berichtete der Verein jetzt über die erfolgreiche Sanierung der Kirchenglocke. „Durch Spenden der von uns organisierten zahlreichen Konzerte und mit Unterstützung der Jugend- und Kulturstiftung der Sparkasse Prignitz konnten die umfangreichen Reparaturen durchgeführt werden“, erklärte Gerd Tiedemann, Vorsitzender des Kirchbauvereins.

Zwei Mitarbeiter der Heidenauer Glockenbaufirma waren mehrere Tage damit beschäftigt, in luftiger Höhe das Joch, Laufrad und Befestigungen zu installieren. So kämpfen sich der Gemeindekirchenrat und der Kirchbauverein von einer Sanierung zur anderen. Im vergangenen Jahr schaffte man es in einem ziemlich großen Tempo, die Baumaßnahmen an der Außenhülle abzuschließen. „Die Kirche ist von außen wirklich sehr schön geworden“.

Alte Malereien freigelegt

Nun sollte es 2018 im gleichen Tempo weitergehen mit der Fertigstellung des Innenraums. Doch leider lief dies nicht ganz so, wie man es sich in Lindenberg gewünscht hätte. Denn es fehlten noch die erforderlichen Genehmigungen und die entsprechenden finanziellen Mittel. Zudem wurden in der Kirche alte Malereien entdeckt, von denen nun ein Teil hervorgeholt werden soll. „das verlängert natürlich die Arbeiten“, sagt Tiedemann dazu im Gespräch mit der MAZ. Hintergrund dafür ist auch, dass bei früheren Sanierungsarbeiten in den sechziger und achtziger Jahren einfach alles „übergetüncht“ wurde – damals spielte Denkmalschutz eine untergeordnete Rolle.

Nun sind die weiteren Baumaßnahmen für 2019 geplant: Zuerst muss der Putz wieder herunter, der aufgetragen wurde, um den Wänden Feuchtigkeit zu entziehen. Dann muss der endgültige Putz aufgetragen werden. Elektro- und Malerarbeiten, die Aufarbeitung von Bänken und die Erneuerung des Fußbodens – da ist wirklich einiges zu tun.

Und es wird teuer: Die Arbeiten sind nach Kenntnis von Tiedemann mit insgesamt 170 000 Euro veranschlagt. Geht alles gut, dann werden 75 Prozent der Summe aus dem Leader-Fördertopf getragen: Zumindest ist die Lindenberger Kirche eines der Projekte, die von der Regionalförderung grünes Licht dafür erhalten haben (die MAZ berichtete). Das heißt aber auch, dass jetzt erst das eigentliche Antragsprozedere richtig losgeht. „Wir müssen jetzt den Antrag stellen, und das ist sehr umfangreich“, weiß Tiedemann. Immerhin: Die Chancen sind gut, wenn es gelingt, den Eigenanteil aufzubringen – dazu fehlen aber noch etwa 20 000 Euro.

Ergo sammelt der Kirchbauverein fleißig weiter Spenden, unter anderem bei zwei Konzertterminen in der Lindenberger Kirche zur Adventszeit. Am kommenden Samstag, 1. Dezember, tritt der Lindenberger Frauenchor auf, der in diesem Jahr 35-jähriges Bestehen feiert. „Und am 15. Dezember haben wir eine Sopranistin mit Klavierbegleitung zu Gast“, freut sich Tiedemann. Die Konzerte beginnen jeweils um 15 Uhr, Kaffee, Kuchen und Glühwein werden angeboten. Der Eintritt ist frei, aber Spenden sind natürlich erwünscht und erhofft.

Weitere Mitstreiter gesucht

Ein Lob hat Tiedemann noch für seine Mitstreiter parat: „Zu allen Veranstaltungen und auch bei der Pflege des gesamten großen Grundstückes sind unsere Vereinsmitglieder stets zur Stelle.“ Das koste jedoch viel Kraft, „denn viele Frauen und Männer, die uns stets helfen, sind bereits im fortgeschrittenen Alter und gesundheitlich bald nicht mehr in der Lage dazu“. Gemerkt haben sie das beim jüngsten Laubharken rund um die Kirche, bei dem alle immerhin drei Stunden lang voll dabei waren. Für das Frühjahr, wenn die nächste Aktion an der Kirche ansteht, wünscht sich Tiedemann daher Verstärkung aus dem Ort. Tiedemann: „Deshalb sprechen wir alle Lindenberger Bürger an, die bereit sind, uns zu unterstützen, sich zu melden, es gibt viel zu tun.“

Adventskonzerte in der Lindenberger Kirche: Am Samstag, 1. Dezember, um 15 Uhr mit dem Lindenberger Frauenchor und am Samstag, 15. Dezember, um 15 Uhr, mit einer Sopranistin mit Klavierbegleitung – nähere Infos hierzu werden nachgereicht.

Von Bernd Atzenroth

Märkische Allgemeine, 30.11.2018