17.12.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Geldsegen: 3,75 Millionen Euro für die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow

Mit seinem Beschluss des Haushalts für 2021 hat der Landtag am Donnerstagnachmittag unter anderem 3,75 Millionen Euro für die Sankt-Marien-Andreas-Kirche bewilligt. Die Sanierung kann fortgesetzt werden.

Am Donnerstagnachmittag hat der Landtag mit dem Etatfür 2021 einen ganz besonderen Haushalt beschlossen. Mit einem Umfang von 15,5 Milliarden Euro ist er wegen der Corona-Hilfen so groß wie nie zuvor. Es gibt aber im Einzelplan 06 für die Kultur auch noch einen stattlichen Betrag, der für Rathenow gedacht ist.

Mit dem Haushaltsbeschluss steht endgültig fest, dass die Evangelische Kirchengemeinde vom Land 3,75 Millionen Euro erhält, um die Sanierung der Sankt-Marien-Andreas-Kirche fortzusetzen. Das ist der Anteil des Landes, der erforderlich ist, damit die anderen 3,75 Millionen für die Kirche abgerufen werden können, die der Bund vor zwei Jahren schon bewilligt hat.

Insgesamt warten also stattliche 7,5 Millionen Euro darauf, aus Rathenow abgerufen zu werden, um das Wahrzeichen der Stadt noch ein bisschen schöner zu machen.

„Ich bin total glücklich“, hat Pfarrer Andreas Buchholz in einer ersten Reaktion gesagt, „jetzt können wir wirklich anfangen.“ Der Beschluss des Landeshaushalts sei der letzte entscheidende Punkt gewesen. Alles sei vorbereitet. Zuerst müsse ein Architektenbüro mit der Vorplanung beauftragt werden. Weil die Mittel von Bund und Land noch nicht sofort abrufbar sind, gehe der Förderkreis zum Wiederaufbau der Kirche mit 250.000 Euro in Vorleistung.

Die nun folgende Phase der Sanierung, Restaurierung und des Wiederaufbaus nennt Pfarrer Buchholz „eine Riesenchance, die Kirche auch innen fertig zu bekommen“. Wichtig sei zudem, dass es gelungen sei, die Fünf-Jahres-Phase für die Vergabe der finanziellen Mittel nach hinten auf 2021 bis 2025 zu verschieben.

Das zweite Mal im Land

Es sei im Land Brandenburg überhaupt erst das zweite Mal, erklärt Andreas Buchholz, dass Fördermittel von Bund und Land in der jetzt praktizierten Weise ausgegeben werden. Das Verfahren sei kompliziert. Zwischen den beiden Kulturministerien müsse es noch eine letzte Abstimmungsrunde geben. Allgemein werde dem Mittelempfänger empfohlen, einen Projektsteuerer einzusetzen. Aber sicher sei, frohlockt der Pfarrer: „Der Startschuss ist gefallen.“

„Ich bin glücklich, dass alles so gut geklappt hat“, beschreibt Heinz-Walter Knackmuß seine Gemütslage. Nach den positiv verlaufenen vorbereitenden Gesprächen und den Ausschusssitzungen des Landtages, so blickt der Vorsitzende des Förderkreises zum Wiederaufbau der Kirche zurück, habe man schon eine solides Zutrauen empfinden können, dass das Geld mit dem Haushalt bewilligt wird. Aber erst jetzt, da es beschlossen sei, sei alles gewiss.

Heinz-Walter Knackmuß zeigt es gern: In dieser Höhe soll rundum wieder eine Empore hin.

Heinz-Walter Knackmuß zeigt es gern: In dieser Höhe soll rundum wieder eine Empore hin. Quelle: Bernd Geske

Zuerst sollen wieder Kreuzgewölbe in den Chorraum eingebaut werden, teilt Heinz-Walter Knackmuß mit. Als zweite Baumaßnahme sei die Heizung für die Kirche dran. Bis die Planung aber fertig sei, so schätzt er, werde es wohl noch ein Jahr dauern.

Die ersehnte Mitteilung, dass der Haushalt beschlossen ist, kam gegen 16.40 Uhr von der Landtagsabgeordneten Katja Poschmann (SPD) aus Mögelin. Sie hat darauf hingewiesen, dass die Mittel vom Bund mit Hilfe von Johannes Kahrs und Dagmar Ziegler auf den Weg gebracht wurden. Landeskulturministerin Manja Schüle habe dafür gesorgt, dass die Kofinanzierung in den Landeshaushalt aufgenommen wurde. 

Strahlkraft weit hinaus

„Ich freue mich sehr für Rathenow“, hat Katja Poschmann mitgeteilt. Die Kirche sei eines der bedeutendsten Baudenkmäler des schönen Havellandes. Ihre Sanierung werde Strahlkraft weit hinaus über die Region entfalten. Sie sei kulturell und touristisch ein echter Zugewinn für das ganze Bundesland. 

Dann weist er darauf hin, dass die ebenfalls von der Gemeinde angestrebte neue Orgel für die Kirche nicht mehr im Budget enthalten ist. Weil die Baukosten in den zwei Jahren nach dem Beschluss der Bundesmittel erheblich gestiegen sind, musste die Gemeinde jetzt auf Einzelvorhaben verzichten. Die Orgel würde gut eine Million Euro kosten. Schon seit längerer Zeit sammelt der Förderkreis dafür Spenden. Bislang sind für die Orgel 35.000 Euro zusammen gekommen.

„Wir sind auch dann noch nicht fertig“, betont Heinz-Walter Knackmuß. Es gebe zudem den Plan, die barocke Kanzel wieder herstellen zu lassen, so wie es sie bis zur Zerstörung der Kirche im April 1945 gab. Auch die Kanzel würde rund eine Million Euro kosten. Er bereite gerade die Unterlagen vor, um die Zustimmung des Denkmalschutzes für dieses nächste Projekt einzuholen.

Von Bernd Geske

Märkische Allgemeine Zeitung, 17.12.2020
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