01.07.2020  –  Märkische Oderzeitung

Gerhard Olbrich Ausstellung in Niemegk – Mit Pinsel und Farben in der Kirche

Das farbenfrohe Altarbild – gestaltet von Gerhard Olbrich.© Foto: B. Kraemer
Gerhard Olbricht bei der Arbeit in der Niemegker Kirche.© Foto: B. Kraemer

Bärbel Kraemer / 01.07.2020, 09:00 Uhr Niemegk  

Zu Beginn der 1950er Jahre wurde die Niemegker St. Johanniskirche für den in Berlin lebenden Künstler Gerhard Olbrich zum vorübergehenden Arbeitsort. Mit Pinsel und Farben war Olbrich in der Kirche anzutreffen. Unter anderem beim Malen des Flügelaltarbildes. Als 1953 der 100. Geburtstag der Kirche gefeiert wurde, waren nicht nur die Arbeiten am Altarbild vollendet, sondern hatte die Kirche 24 farbige Seitenfeinster mit christlichen Symbolen, neue Leuchter und Malereien im Eingangsbereich der Kirche erhalten.

Kaum jemand erinnert sich heute noch daran, dem damals 25 Jahre alten Künstler bei der Arbeit über die Schulter geschaut zu haben. Heute, fast sieben Jahrzehnte später, ist dem Künstler Gerhard Olbrich in der Niemegker Kirche eine Ausstellung gewidmet worden. Seit Sonntag ist dieselbe eröffnet – gezeigt werden nicht nur Momentaufnahmen, die den Kirchenmaler bei der Arbeit in der Niemegker Kirche zeigen, sondern auch großformatige Plakate von Kirchenfenstern, die Olbrich schuf.

Zehn Jahre nach Gerhard Olbrichs Tod in 2010 in Bremerhaven wird damit in der Sommerausstellung der Niemegker Kirche ein Querschnitt seines Schaffens präsentiert.

„Eine große Hilfe war die Tochter des Künstlers. Vor ein paar Jahren hatte sie sich mit ihrem Mann auf die künstlerischen Spuren ihres Vaters begeben und Fotos seiner Werke gemacht. Diese stellte sie der Niemegker Gemeinde zur Verfügung“, sagt Pfarrer Daniel Geißler.

Die vergrößerten Aufnahmen sind jetzt in der Kirche ausgestellt.

Für die Besucher der Ausstellung liegt außerdem Informationsmaterial aus – über den Künstler Gerhard Olbrich, über von ihm geschaffenen Kirchenfenster und die 1953 erfolgten Bleiverglasungen an den 24 Seitenfenstern der Kirche.

Die Ausführung der Bleiverglasungen nach Olbrichs Entwürfen erledigte der damals in Belzig ansässige Glasermeister Paul Altenkirch. Die Finanzierung unterstützten Bürger aus Niemegk und anderswo, Frauenkreise verschiedener Gemeinden, Pfarrsprengel der umliegenden Orte und der Gemeindekirchenrat aus Belzig.

1959 wurde Gerhard Olbrichs Werk in der Niemegker Kirche mit der Vollendung der drei großen Altarfenster beendet. Einige Zeit darauf wurde er noch einmal in die Region gerufen. Der Niemegker Pfarrer Günter Krolzig, er war zwischenzeitlich nach Belzig gewechselt, hatte ihn beauftragt, auch für die St. Marienkirche Altarfenster zu schaffen.

Märkische Oderzeitung, 01.07.2020
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