12.04.2019  –  Lausitzer Rundschau

Gubiner Kirchturm vorerst gesperrt

12. April 2019 | 16:49 Uhr

Treppe an der Haupt- und Stadtkirche rostet

Günter Quiel kündigt die Turmsperrung zu Ostern an. Die Stadt Gubin rechnet mit Instandsetzungskosten von 30 000 Euro. FOTO: Patrick Pleul

Gubin. Zu Ostern wird ein Aufstieg nicht möglich sein. Bis zum Frühlingsfest aber soll der Turm wieder öffnen. Von Daniel Schauff
Der Turm der Stadt- und Hauptkirche ist gesperrt. Das bestätigt am Freitag Gubins Bürgermeister Bartlomiej Bartczak auf Nachfrage. Grund seien Korrosionsschäden an den Treppen. Außerdem, sagt der Gubiner Bürgermeister, müsse gemalert, gereinigt werden. Es sei notwendig, Absicherungsnetze auszutauschen und Pflanzen von der  Mauer zu entfernen. Man rechne mit Gesamtkosten von 30 000 Euro, um den Turm wieder sicher begehbar zu machen.

Am Tag zuvor hatte Günter Quiel, Vorsitzender des Fördervereins zum Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche bereits über die Sperrung berichtet und betont: Das traditionelle Ostereier-Segnen vor der Kirche werde in diesem Jahr trotzdem stattfinden. Ab 14 Uhr an Karsamstag soll der Osterhase auf dem Platz vor der Kirche zu Besuch sein, außerdem gebe es in der Galerie des Kulturhauses eine Bastelstraße für die Kleinen. Nur der sonst zugehörige Turmaufstieg falle dieses Jahr ins Wasser, so Quiel.
Gute Aussichten zum Frühlingsfest
Der Vereinschef schiebt allerdings positivere Aussichten hinterher. Ziel sei es, in Absprache mit Behörden und unter Auflagen den Turmaufstieg zum Frühlingsfest an der Neiße wieder möglich zu machen. In diesem Jahr feiern die beiden Städte Guben und Gubin das Fest bereits ab dem 17. Mai.
Im Juni 2013 hatten Gubin und Guben den teilsanierten Kirchturm an dem majestätischen Gotteshaus am Neißeufer eröffnet. Hinter den Verantwortlichen lagen gut zwei Jahre, in denen neun Zwischendecken, Außen- und Innentreppenbereich errichtet, Strom verlegt und Fester neu verglast wurden. Der Wiederaufbau der Kirchenruine war einen wichtigen Schritt vorwärts gekommen. Bei Festen in Guben und Gubin gilt der Turmaufstieg als einer der Höhepunkte, weil sich von der Turmspitze aus die Doppelstadt von ihrer besten Seite zeigt. Zumal zwischen 1945 und 2013 niemand diesen Blick auf Gubin und Guben werfen konnte.
Der Rest der zerstörten Ruine bleibt bis heute eine solche. Kaum ein Wunder. Insgesamt rechnen die polnische Stiftung für den Wiederaufbau und der deutsche Förderverein mit Gesamtkosten von zehn Millionen Euro. 2017 kündigte der Förderverein an, die Sanierung in fünf Einzelabschnitte aufzuteilen, um die Finanzierung zu erleichtern. Zuvor hatte das Projekt lange stillgestanden, weil Geld fehlte.
2,5 Millionen für Dach und Außenwände
Oberste Priorität geben die Initiatoren der Sanierung von Dach und Außenwänden des Kirchenschiffs. Allein dafür werden nach Schätzungen rund 2,5 Millionen Euro fällig. Sakristei und Anbau sollen folgen, danach sollen zusätzliche Räume für die öffentliche Nutzung entstehen, hatte Quiel zuletzt angekündigt. Bauabschnitt vier zielt auf die Aufwertung des Äußeren von Kirche und Turm, Schritt fünf auf die Gestaltung des Außenbereichs.
Ein Zeitrahmen ist kaum abschätzbar. Bereits seit 2004 gibt es die Idee des Aufbaus, damals hatte der Gubiner Pfarrer Zbigniew Samociakgegenüber der RUNDSCHAU seine Visionen erläutert. 2005 gründete sich auf deutscher Seite der Förderverein zum Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche Gubin, auf polnischer Seite die Stiftung mit demselben Ziel. In den fast 15 Jahren sind mehr als drei Millionen Euro in das Projekt geflossen. Nach wie vor bleibt es jedoch schwierig, Geldgeber für den Wiederaufbau zu finden.  Die finanziellen Spielräume der beiden Kommunen Guben und Gubin sind eng, große Geldgeber aus der Industrie fehlen in der Region. Gleichzeitig wird in Gubin für den Wiederaufbau der Villa Wolf geworben – ebenfalls ein kostspieliges Architekturprojekt.
Kultur in der Kirche
 Aus der Kirchenruine soll perspektivisch ein deutsch-polnisches Begegnungszentrum werden. Bereits jetzt finden regelmäßig dort kulturelle Veranstaltungen statt.




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