12.01.2011  –  Märkische Allgemeine

Kleßener Kirche soll häufiger für lokale Veranstaltungen genutzt werden

Ein Schmuckstück mehr

DENKMAL: Kleßener Kirche soll häufiger für lokale Veranstaltungen genutzt werden

KLESSEN – Der Kronleuchter ist eine Augenweide und der gesamte Innenraum der Kleßener Dorfkirche erstrahlt wieder in seinen hellen Originalfarben. Auch von außen wurde das Gotteshaus neu verputzt und in hellem Sandton neu gestrichen. Im vergangenen Herbst konnten die Sanierungsarbeiten abgeschlossen werden. Dafür engagierte sich gemeinsam mit der Kirchengemeinde der vor rund fünf Jahren gegründete Förderverein "Kleßener Dorfkirche". Aber auch die Kommune und Sponsoren gaben Unterstützung. Gemeinsam mit dem Schloss prägt die Kirche nun wieder in bemerkenswerter Weise das Dorfbild. Das Schloss befindet sich in Privatbesitz. Hans-Jürgen und Sabine Thiedig haben es Anfang der 1990-er Jahre gekauft und restauriert.

Schloss und Kirche bilden ein interessantes Ensemble, das man noch mehr für Lokal- und Hofkultur nutzen sollte, meint Bernd Cronjaeger, Vorstandsmitglied des Kirchenfördervereins. Eine noch stärkere Kooperation von Schloss und Kirche würde seiner Meinung nach der dörflichen Entwicklung gut tun, den Tourismus weiter fördern und noch mehr Berliner ins ländliche Kleßen locken.

Zudem könnten kulturelle Veranstaltungen helfen, den jährlichen Unterhaltungsbedarf für die Kirche in Höhe von rund 3500 Euro zu decken. Cronjaeger nennt dafür ein Beispiel. Eine traditionsreiche Privatbank aus Hamburg hatte vor einigen Monaten Wirtschaftsmanager, Politiker und weitere Gäste zum Potsdamer Tabak-Cabinett ins Schloss Kleßen eingeladen. Eröffnet wurde die Tagung mit einem Gottesdienst und einem Festvortrag "Perspektive von Brandenburg" in der Kirche. Als Dank gab es von den 50 Teilnehmern eine ordentliche Spende von 450 Euro für die Kleßener Kirche. Veranstaltungen im Verbund von Schloss und Kirche bringen also für alle beteiligten Seiten etwas, meint Cronjaeger, deshalb würde sich ein verstärktes Engagement für solche Veranstaltungen für alle Beteiligten lohnen. Dass die Kirche eine christliche Stätte sei, müsse dabei als Grundsatz gewahrt bleiben.

Aber dennoch bieten sich vielfältige Möglichkeiten. So werden die Kirchengemeinde und der Förderverein in diesem Jahr mehrere Chorkonzerte, ein Gospelkonzert und Jazzmeetings mit Berliner Gruppen organisieren. Seitens des Schlosses werden Hochzeiten, Gartentage, Konzerte und weitere Veranstaltungen für mehr Leben in der Kirche sorgen. (Von Norbert Stein)

 

Märkische Allgemeine, 12.01.2011
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