23.02.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Private Kunstschätze aus Roddahn im Fokus

Freunde und Unterstützer der Roddahner Kirche haben ein vielfältiges Kulturprogramm für dieses Jahr erarbeitet: Theater, Märchen, Ausstellungen und Konzerte. Die Einnahmen dienen dem Erhalt des historischen Gebäudes.

Mit vielen kulturellen Veranstaltungen wartet der Verein „Arbeitskreis offene Kirche Roddahn“ auch dieses Jahr wieder auf und lädt alle Kunst-, Kultur- und Theaterliebhaber in die Dorfkirche ein. Eine bestimmte Zielgruppe haben die Organisatoren des Vereins dabei aber nicht im Blick. Vielmehr sei jeder eingeladen der sich vom Programm angesprochen fühlt – unabhängig von Alter, Wohnort und sozialen Hintergründen, wie die stellvertretende Vorsitzende Nina Schuchardt erklärt. 

Um allen Menschen unabhängig von ihrer Einkommenssituation die Teilnahme zu ermöglichen, finden sämtliche Veranstaltungen auf Spendenbasis statt. Die Spenden wiederum kommen dem Erhalt der Roddahner Kirche zugute. Arbeiten an dem Gebäude, das ohne den typischen Glockenturm nicht immer gleich als Kirche erkannt werde, fallen regelmäßig an und werden von den Vereinsmitgliedern überwiegend ehrenamtlich ausgeführt. 

Qualitativ hochwertige Veranstaltungen sollen nach Roddahn locken

Dieses Frühjahr stünden Außenarbeiten an den Fenstern auf dem Plan. Diese müssten nämlich geschliffen und verkittet werden und benötigen dann auch einen neuen Anstrich, wie zu erfahren war. Derzeit umfasst der Verein sieben Mitglieder, von denen sich vier um die Planung und Organisation des Programms kümmern. Dabei gilt nach wie vor der Anspruch, „dass die hohe Qualität der Veranstaltungen aufrecht erhalten werden soll“, sagt Nina Schuchardt. 

Herausfordernd dabei sei natürlich die Vereinbarkeit zwischen privatem und beruflichem Leben einerseits und dem ehrenamtlichen Einsatz andererseits. Nina Schuchardt klärt auf: „Viele Veranstaltungen bedürfen einer aufwendigen Vor- und Nacharbeit. Besonders bei längeren Ausstellungen müssen wir überlegen, wie die Ausstellungszeiten gestaltet werden können.“ Ob die Kirche zwischen Vernissage und Finissage nur an den Wochenenden geöffnet ist oder auch an bestimmten Tagen unter der Woche, dafür würde noch nach einer praktikablen Lösung gesucht. „Bisher haben wir es immer geschafft, auch spontane Besucher gut abzufangen“, sagt Nina Schuchardt.

Neues Projekt hat private Kunstschätze im Fokus

Den Auftakt der diesjährigen Veranstaltungen macht die Havelländer Puppenbühne, die sich inzwischen einen festen Platz im Herzen der Zuschauer erspielt hat. Gespielt wird „Das tapfere Schneiderlein“.

Mit der Ausstellung „Unsere versteckten Schätze – Einsichten in private Sammlungen der Region“ wird ein neues Projekt ins Leben gerufen, an dem sich jeder beteiligen kann, der Kunstgegenstände sein Eigen nennt.

Nina Schuchardt über die Idee: „Diese Veranstaltung ist an jedermann gerichtet. Es gibt so viele Leute, die Kunstwerke und andere Schätze zu Hause haben. Diese auszustellen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen, darum geht es. Jeder kann einreichen, was auch immer sonst das eigene Heim schmückt und für den Besitzer von besonderer Bedeutung ist.“

Für Musikliebhaber sei der 16. August vorgemerkt. Dann nämlich wird es ein Konzert mit Boris Bell geben, der an diesem Abend Schlagzeug spielt. Wer möchte, kann bei der anschließenden freien Session mitmachen.

Der Sommersalon ist wieder mit von der Partie

Der Sommersalon, der in den vergangenen Jahren regelmäßig aktuelle gesellschaftspolitische Themen im Blickpunkt hatte, geht dieses Jahr mit zwei neuen Veranstaltungen in die nächste Runde. Im August steht das Thema „Bewegende Bücher“ auf dem Programm und im September geht es um die „Überschneidungen rechter und grüner Strukturen“.

Zum Saisonabschluss gastiert Märchenerzählerin Ulrike Henseler in der Kirche und präsentiert das Programm „Novembermärchen“. Mit ein wenig Glück werden auch Anton Masie und Holger Gottwald mit „Jetzt erst brecht“ in Roddahn auftreten und kabarettistische Chansons auf die Bühne bringen. Eine endgültige Zusage steht allerdings noch aus.

Veranstaltungen 2020 in der Kirche Roddahn

28. Mai, 14.30 Uhr: Puppentheater „Das tapfere Schneiderlein“ (Havelländer Puppenbühne

1. August, 15 Uhr: Ausstellungseröffnung „Unsere versteckten Schätze – Einsichten in private Sammlungen der Region“. Die Ausstellung läuft bis zum 13. September.

16. August, 18 Uhr: Boris Bell, Konzert (Schlagzeug) mit anschließender freier Session

29. August, 17 Uhr: Sommersalon: „Bewegende Bücher“

26. September, 17 Uhr: Sommersalon: „Überschneidungen rechter und grüner Strukturen“

8. November, 17 Uhr: Novembermärchen mit Erzählerin Ulrike Henseler

Von Anja Schael

Märkische Allgemeine Zeitung, 23.02.2020
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