16.08.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Rathenower Kirche wird bis 2025 für 7,5 Millionen saniert

Für 7,5 Millionen Euro kann die Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow bis 2025 fertig saniert werden. Weil die Fördergelder sehr flexibel eingesetzt werden dürfen, ist von „Wundermitteln“ die Rede.

Die Sankt-Marien-Andreas-Kirche ist immer wieder ein Hingucker für Touristen und Einheimische. Quelle: Bernd Geske

Es war wie ein Paukenschlag, als im November des letzten Jahres bekannt geworden ist, dass der Bund 3,75 Millionen Euro für den weiteren Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow bewilligt hat. Damit die Fördermittel auch abgerufen werden können, müssen das Land Brandenburg und die Kirche noch einmal 3,75 Millionen Euro dazu geben. Somit sollten in fünf aufeinander folgenden Jahren für die Kirche 7,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Man darf davon ausgehen, dass mit diesem Betrag der Wiederaufbau der Kirche zu Ende gebracht werden kann.

Bislang drang nichts an die Öffentlichkeit, mit welchen Bau- und Planungsphasen es losgehen soll. Der Gemeindekirchenrat hat aber vor wenigen Tagen über die Ergebnisse einer Sitzung in Potsdamgesprochen, auf der die nächsten Weichen gestellt worden sind.

Das Land beteiligt sich

„Das Land wird sich an der Finanzierung beteiligen“, sagt Pfarrer Andreas Buchholz. Das sei in Potsdam eindeutig zugesagt worden. Ein Fünf-Jahres-Zeitraum sei vorgesehen, in dem die Fördermittel ausgegeben werden müssen. Die Finanzierungsscheiben in den einzelnen Jahren müssten nicht gleich groß sein. Die Beauftragung eines Architekten, bevor alle Details geklärt sind, werde nicht förderschädlich sein.

Heinz-Walter Knackmuß, der Vorsitzende des Förderkreises zum Wiederaufbau der Kirche, berichtet, in der Potsdamer Expertenrunde seien die in Aussicht stehenden Fördermittel als „Wundermittel“ bezeichnet worden, weil ihre Verwendung sehr flexibel sei. Gelder würden nicht am Jahresende verfallen, sie könnten in die Folgejahre mitgenommen werden.

Heinz-Walter Knackmuß (links) und Andreas Buchholz. Quelle: Bernd Geske

Als wichtigste Teilnehmerin der Potsdamer Runde hat er Isabella Herrmann vom Referat Denkmalschutz und Weltkulturerbe bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien genannt. Eingeladen habe Karin Melzer, Referatsleiterin für Museen, Gedenkstätten, Denkmalpflege und Kulturgutschutz im Kulturministerium des Landes. Dabei waren auch Matthias Hoffmann-Tauschwitz, Leiter des Bauamtes der Landeskirche, und Thomas Drachenberg, Leiter des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege.

Die Gesprächsrunde in Potsdam, von links: Heike Lehmann, Isabella Herrmann, Matthias Hoffmann-Tauschwitz, Margot Bähnisch, Sara Wiesner, Thomas Drachenberg, Karin Melzer, Wolfgang Krüger, Eva-Maria Urban, Barbara Zimmer und Stephan Mieth. Quelle: Heinz-Walter Knackmuß

Wie Pfarrer Andreas Buchholz erklärt, ist der erste wichtige Planungsschritt bereits erledigt. Die 2017 fertiggestellte Innenraumkonzeption für die Sankt-Marien-Andreas-Kirche werde als Vorplanung für die kommenden Bauphasen anerkannt. Sie hatte immerhin 25 000 Euro gekostet.

Auf die Kirchengemeinde komme nun „ganz viel Arbeit“ zu, teilt er mit. Als Nächstes müsse die Ausführungsplanung für den ersten Bauabschnitt erarbeitet werden. Das sei der Einbau von neuen Gewölben in den Chorraum samt Anhebung des Fußbodens auf das Niveau im Kirchenschiff. Geklärt werden müsse aber vorher noch, ob die Ausschreibung der Planungsleistung EU-weit oder nicht erfolgen muss. Er gehe davon aus, sagt Andreas Buchholz, dass im nächsten Jahr die Ausführungsplanung für den 1. Bauabschnitt fertig wird. Somit könnte 2021 Baubeginn sein.

Heizung oder Gemeindehaus

Der 2. Bauabschnitt würde wahrscheinlich der Einbau einer Heizung in die Kirche sein, die das Gotteshaus auf etwa zehn Grad temperieren kann. Es sei aber auch noch möglich, dass der Bau des neuen Gemeindehauses der zweite Abschnitt wird. Weitere Abschnitte sind der Einbau einer Orgel und die teilweise Wiederherstellung der Emporen. Pfarrer Buchholz sagt, er habe keinen Zweifel daran, dass alle vorgesehenen Arbeiten 2025 abgeschlossen werden können.

Von Bernd Geske

Märkische Allgemeine Zeitung, 16.08.2019
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