09.10.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Seit 200 Jahren im Ort – Kirchenjubiläum in Witzke

Seit 200 Jahren gibt es in Witzke den Kirchenbau. Das wurde nun gefeiert – zusammen mit dem Erntedankfest. Christliches Leben gab es in dem Dorf wahrscheinlich schon vor dem Jahr 1820. Das belegen Quellen.

Die Evangelische Kirchengemeinde Hohennauen feierte mit einem Gottesdienst in WitzkeErntedank und zugleich das 200jährige Jubiläum der Dorfkirche. Beide Anlässe hätten sicher eine gleichwertige Würdigung verdient gehabt. Doch im Verlauf des Gottesdienstliches in der mit Dahlien, Kürbissen, Kohl, Kastanien und weiteren Herbstfrüchten geschmückten Kirche überwog dann der Erntedank. 

Dem Kirchenjubiläum widmete sich Pfarrerin Dorothea Klimmt lediglich zu Beginn des Gottesdienstes, bei dem auch der Rhinower Amtsdirektor Jens Aasmann und der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Seeblick, Patrick Höffler zu den Besuchern gehörten.

Gottesdienst in Wassersuppe?

Obwohl Witzke als Ort bereits im Jahr 1441 erstmals urkundlich erwähnt ist, wurde die Kirche in Witzke, so wie man sie jetzt kennt, erst 1820 errichtet. 2020 bestehe die Kirche also tatsächlich 200 Jahre, so die Pfarrerin. Zuvor gingen die Einwohner von Witzke wohl zu Gottesdiensten in das Nachbardorf Wassersuppe.

Christliches Leben im Dorf dürfte es aber schon vor dem Bau des nunmehr 200 Jahre alten Gotteshauses gegeben haben. So wird in einer Familienchronik bereits 1534 Christian Kolrep als Kirchenältester von Witzke erwähnt. 

Vor Beginn des Jubiläums- und Erntedankgottesdienstes.

Vor Beginn des Jubiläums- und Erntedankgottesdienstes. Quelle: Norbert Stein

Im Buch „Kirchen des Havellandes“ wird für Witzke bereits eine Kirche aus dem Jahr 1541 erwähnt, die über Jahrhunderte mehrfach instandgesetzt wurde, bis schließlich das nun bekannte Gotteshaus folgte. Errichtet wurde der Bau auf einem Backsteinsockel aus Ziegelfachwerk als gestreckt rechteckiger Saalbau. 

Fenster mit Spitzbögen, Deckenfelder aus mit Stuck versehenen Holzkonsolen und der Kanzelaltar prägen das Innere der Kirche. Das Dach und der Turm müssen saniert werden. Dazu wäre eine Orgel-Reinigung fällig, damit die Töne wieder sauber klingen.

Ernte und Umwelt

Im Gottesdienst musste Organistin Marion Schwarz auf ein elektronisches Instrument ausweichen. Ina Patricia Dehne und die Kinder der Christenlehre hatten Getreide, Brot. und Blumen mitgebracht. Sie mahnten den Erhalt der Natur an und die Notwendigkeit, Voraussetzungen zu schaffen, dass alle Kinder und Menschen auf der Welt genügend zu Essen haben.

Pfarrerin  Dorothea Klimmt  beim Gottesdienst in der Dorfkirche Witzke.

Pfarrerin  Dorothea Klimmt  beim Gottesdienst in der Dorfkirche Witzke. Quelle: Norbert Stein

„Alle Kinder auf der Welt haben Brot verdient“, sagte die Leiterin der Christenlehre Ina Patricia Dehne. Pfarrerin Klimmt mahnte in der Predigt, die Menschen mögen nicht gedankenlos in den Tag hineinleben. Sie warnte vor einer Plünderung des Planeten Erde. Dorothea Klimmt würdigte aber auch die Arbeit der Landwirte in der Region und ihren Fleiß für gute Ernteergebnisse. 

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine Zeitung, 09.10.2020
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