25.11.2018  –  Märkische Allgemeine

Turm der Dorfkirche Berge (HVL) wird saniert

Berge

Turm der Dorfkirche wird saniert

Der Turm der Dorfkirche im Nauener Ortsteil Berge wird in den nächsten Monaten umfangreich saniert. Dabei wird die äußere Fachwerkkonstruktion entfernt und durch eine tragfähige Mauerwerksschale ersetzt. Rund 400 000 Euro kostet das Vorhaben.

In dieser Woche wurde das Baugerüst am Kirchturm aufgestellt.
Quelle: FotoS: Andreas Kaatz (2)

Berge Bis zum Jahresende ist es nun nicht mehr zu schaffen wie anfangs gedacht. Aber die Mitglieder des Fördervereins Dorfkirche Peter und Paul Berge e.V. freuen sich trotzdem, dass es zumindest endlich losgeht mit den Sanierungsarbeiten am Turm. Vom Baubeginn kündet jetzt das Gerüst, das die Firma Reiwand und Lobenstein in dieser Woche an der Fassade aufgestellt hat.

Warum der Turm dringend einer Sanierung bedarf, zeigte sich auch noch einmal bei der Bauanlaufberatung. Holzschutzsachverständiger Klaus Stuckart wies bei einer Begehung auf die Schadstellen hin, von denen es eine ganze Menge gibt im Holz des Fachwerks. Überall bröselt es.

Zwei Fachwerkkonstruktionen

Das meiste allerdings bleibt dem Betrachter auf den ersten Blick verborgen. Der Turm hat nämlich gleich zwei Fachwerkkonstruktionen aufzuweisen – eine innere und eine äußere. Um letztere geht es in erster Linie. Sie versteckt sich hinterm Putz im Mauerwerk. Und genau das ist das Problem. „Das äußere Fachwerk ist von drei Seiten eingemauert. Dadurch ist die Belüftung der Hölzer deutlich schlechter als Innen“, sagt Stuckart.



Kirchturm wird saniert

Die Dorfkirche in Berge wurde 1744 auf den Grundmauern einer alten Wehrkirche errichtet.
Anfangs hatte sie einen kleineren Turm. Der heutige quadratische Turm kam 1776 hinzu. Er erhielt eine hölzerne Laterne und welsche Haube.
Die bevorstehende Sanierung ist nur dadurch möglich, dass es von vielen Stellen Fördermittel gibt. Gelder für die Hüllensanierung des Turmes kommen unter anderem von der Landeskirche, dem Kirchenkreis, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler.
Rund 70 000 Euro sind Eigenmittel der Kirchengemeinde.


Wenn etwa Schlagregen gegen das Mauerwerk prallte, nehmen die Hölzer die Feuchtigkeit auf und können anschließend nicht richtig abtrocknen. Die Folge ist unter anderem Braunfäule. „Das Holz verliert dadurch an Tragfähigkeit“, sagt Stuckart, der von einem sehr wahrscheinlichen Pilzbefall ausgeht. Gefunden hat er ihn aber bisher noch nicht.

Mauerwerk wird aufgestemmt

Bis zum nächsten Jahr soll das doppelte Fachwerk nun der Vergangenheit angehören. So ist geplant, die Fassade und das Mauerwerk von außen schrittweise aufzustemmen und die Hölzer des äußeren Fachwerks herauszunehmen. An deren Stelle wird eine tragfähige Mauerwerksschale hergestellt.

Nicht nur Architekt Bernd Redlich hofft, dass die Temperaturen im Winter mitspielen, so dass die Maurerarbeiten durchgeführt werden können. „Innen wird dann im nächsten Jahr losgelegt“, sagt Redlich. So sollen etwa die Deckenbalken saniert werden. Denn da, wo sie im Mauerwerk aufliegen, ist ihr Zustand nicht mehr allzu gut. Die Balken werden abgeschnitten und mittels Blattverbindung ergänzt.

Förderverein freut sich

Rainer Ramin vom Förderverein der Dorfkirche sagte zum Baustart: „Das ist schon ein kleines Wunder, dass es jetzt losgehen kann. Aber es ist erst der Anfang.“ Denn das zur Verfügung stehende Geld – rund 400 000 Euro, darunter ein Großteil Fördermittel – reicht nicht, um auch das Dach des Kirchturmes zu erneuern.

Außerdem muss demnächst das Kirchenschiff in Angriff genommen werden. Auch dort gibt es genug zu tun. Mauerwerksrisse müssen beseitigt werden, die Trockenlegung ist notwendig und das Dach ist neu zu decken.

Spenden sind weiterhin gefragt

Allerdings müssen dafür erst wieder neue Finanzierungsquellen aufgetan werden. Der Förderverein bemüht sich ständig um Spenden, muss sich dazu immer etwas einfallen lassen. So hat Rainer Ramin die Idee, aus den abgesägten Balkenköpfen – soweit verwendbar – Leuchter herzustellen und diese zu verkaufen.

Von Andreas Kaatz

Märkische Allgemeine, 25.11.2018