Die Migendt-Orgel von Ringenwalde (Uckermark) muß dringend restauriert werden !

Im Rahmen seines verstärkten Engagements im Landkreis Uckermark setzt sich der Förderkreis Alte Kirchen auch für die Restaurierung der historischen Migendt-Orgel in Ringenwalde ein.

Die Orgel in Ringenwalde aus dem Jahre 1760 stellt ein einzigartiges Zeugnis des Orgelbauers Johann Peter Migendt dar. Johann Peter Migendt war der bedeutendste Meisterschüler des Begründers des märkischen Orgelbaus Joachim Wagner, der wiederum in seinem Wirken durchaus dem sächsischen Silbermann vergleichbar ist.

Bedauerlicherweise haben sich selbständige Werke von Migendt außer in Ringenwalde nirgends erhalten – sie wurden zerstört entweder durch Umbauten oder durch kriegerische Einflüsse. Migendts Schaffen erstreckte sich im Spannungsfeld zwischen Berlin und Stettin, wobei die Karlshorster "Amalien-Orgel" nach jüngsten Erkenntnissen eine Zusammenarbeit und primär ein Werk seines Schwagers Marx ist. Somit ist das Ringenwalder Instrument das letzte eigenständige Werk Migendts, das auf uns überkommen ist und stellt damit eine wichtige Einzigartigkeit dar.

Einen entscheidenden Umbau nahm bedauerlicherweise zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Firma Kienscherf / Eberswalde vor, bei dem jedoch aus Sparsamkeitsgründen große Teile des entscheidenden Pfeifenmaterial, des Gehäuses und der Balganlage unberührt blieben. Bei einer Restaurierung sollte die pneumatische Kegellade Kienscherfs vor Ort aufbewahrt und dokumentiert werden.

In den letzten Jahren konnte die Ringenwalder Dorfkirche durch große Anstrengungen der Gemeinde in ihrer architektonischen Substanz gesichert werden, so dass nun als krönender Abschluß die Restaurierung der Migendt-Orgel anstünde, zumal der Zustand auf Grund von Anobien-Befall bedrohlich ist! Die Maßnahmen zur Instandsetzung des Kirchengebäudes haben von der Gemeinde große finanzielle Opfer gefordert, die anfallenden Kosten der Orgelrestaurierung würden die Gemeinde restlos überfordern. Inzwischen konnte – in Zusammenarbeit mit dem Förderverein "Migendt-Orgel Ringenwalde" und dem Landkreis Uckermark – die originale Balganlage aus dem Jahre 1760 restauriert werden, so dass es nun zwingend notwendig wäre, sich dem Werk als solches zu widmen.

Nicht nur vor dem Hintergrund des Anobienbefalls (siehe auch Gutachten der Firma Schuke / Potsdam, das die Bedeutung Migendts und dieses Instrumentes hervorhebt) – sondern auch vor dem Hintergrund des 300. Geburtstages von Johann Peter Migendt im Jahre 2003 sollte man keine Zeit verstreichen lassen.

Bezüglich einer zukünftigen Nutzung könnte dieses Instrument weit über den Gebrauch zur Begleitung der Gemeinde hinausgehen. Eine Nutzung im Rahmen der "Uckermärkischen Musikwochen", ein CD-Label (Reihe zur "Orgellandschaft Brandenburg") und Produktionen in Zusammenarbeit mit dem Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg sind derzeit in Planung.

Von der Restaurierung der Migendt-Orgel zu Ringenwalde können wertvolle Impulse für die historische Orgellandschaft der Uckermark als auch der Mark Brandenburg des 18. Jahrhunderts (Wagner, Migendt, Marx) ausgehen, zumal mehrfache Verbindungen zur bedeutenden Wagner-Orgel in der Marienkirche zu Angermünde existieren. Durch die enge Zusammenarbeit des Fördervereins mit dem Ostdeutschen Rundfunk können sicherlich auch gezielte, nachhaltige Werbeeffekte für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz aufgebaut werden.

Die Initiative zur Restaurierung der Migendt -Orgel wird – wenn auch nur primär ideell – unterstützt von der Initiative Dorfkirchensommer 2001 in Brandenburg und den "Brandenburgischen Sommerkonzerten".

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. unterstützt die notwendigen Restaurierungskosten der Ringenwalder Migendt-Orgel in Ringenwalde mit einer Spende in Höhe von 1.000, - DM.

Weitere Auskünfte erhalten Sie unter folgender Anschrift:

Förderverein Migendt-Orgel Ringenwalde (Uckermark) e.V.
c./o. Heiko Schwichtenberg; Gneisenaustr. 85; 10 961 Berlin
Tel.: 030 – 694 61 03


 
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