Wenn Arbeitsförderung klug eingesetzt wird

Ein Beispiel aus der Gemeinde Tantow

In Zeiten allgemeiner Finanzknappheit sind dringend notwendige Instandsetzungsmaßnahmen an Kirchenbauten von den oft sehr kleinen Gemeinden immer schwieriger zu finanzieren. Es erfordert zunehmend Phantasie, verschiedene Fördermöglichkeiten und Geldquellen miteinander zu verknüpfen, um die meist recht hohen Kosten aufzubringen. In jedem Falle bleibt immer noch ein recht hoher Eigenanteil zu erbringen.

Zunehmend werden Möglichkeiten der Arbeitsförderung genutzt, um diesen Eigenanteil zu erreichen. Dabei werden die durch Vergabe-ABM (Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen) bzw. durch SAM (Strukturanpassungsmaßnahmen) geförderten Arbeitnehmer befristet bei einem Fachbetrieb angestellt. Die vom Arbeitsamt gewährten Zuschüsse für Lohn- und Sachkosten tragen wesentlich zur Sicherung der Finanzierung bei.

In Anlehnung an die kreiskirchlichen Baubrigaden vor der Wende ist das Diakonische Werk im Kirchenkreis Angermünde in der Kirchensanierung tätig und übernimmt die Konzeptentwicklung, Koordinierung, Verwaltung und Abrechnung von Arbeitsförderungs-Maßnahmen.

Neben zahlreichen anderen Objekten in der Uckermark wurde auf diesem Wege jetzt die umfassende Sanierung der im Jahre 1858 nach Plänen von F.A. Stüler entstandenen Gutskapelle in Tantow (nördlich von Schwedt) abgeschlossen. Der Verfall der kleinen Kirche war in den letzten Jahren stark vorangeschritten, so dass dringender Handlungsbedarf bestand. Kirchengemeinde und Kommune entwarfen ein gemeinsames Nutzungskonzept, das neben dem religiösen Gebrauch des Raumes auch die Möglichkeiten für Konzerte, Ausstellungen und Begegnungen vorsieht.

Insgesamt zehn Arbeitnehmer wurden über ein Jahr bei lokalen Handwerksfirmen angestellt. Etwa 20 Prozent der Arbeitszeit nahmen Qualifizierungsmaßnahmen in Anspruch, die den Teilnehmern nach Ende der Maßnahme größere Chancen auf dem regulären Arbeitsmarkt bieten sollten.

Die Tantower Gutskapelle ist nach vielen Jahren der Nichtnutzung und des Verfalls wieder hergestellt und wird von den Einwohnern als auch von Touristen als öffentlicher Ort und als interessantes Denkmal angenommen. Der Kirchplatz mit angrenzender Parkanlage wurde als gestalteter Dorfmittelpunkt wiederbelebt.

Maßnahmen der Arbeitsförderung sind sicher kein Allheilmittel und nicht alle Arbeiten im Bereich der Denkmalpflege sind mit ABM-Kräften zu leisten. Zumindest im bauvorbereitenden und baubegleitenden Bereich sollte diese Möglichkeit jedoch geprüft werden, um die finanzielle Belastung für Kirchengemeinden und Kommunen im Bereich des Möglichen zu belassen.

Robert Hacker

Auskünfte erhalten Sie über: Diakonisches Werk im Kirchenkreis Angermünde e.V. Kirchplatz 4; 16278 Angermünde

Tel.: (0 33 31) 2 69 60 (Kerstin Prill); und (0 33 31) 26 96 27 (Uwe Thürnagel).


 
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