Sternhagener Kirche wieder unter einem heilen Dach

Gemeinde feiert mit Geldgebern und Baufirmen Dankeschönfest – 2003 soll dritter Bauabschnitt Sanierung abschließen

Dorfkirche Sternhagen - Orgel
 
Dorfkirche Sternhagen - Taufengel

Sternhagen (ms). Mit einem Dankeschönfest würdigte jetzt die reformierte und lutherische Kirchengemeinde Lindenhagen-Sternhagen die erfolgreiche Dacheindeckung der Sternhagener Kirche. Sogar Pfarrer Matthias Amme, der vor wenigen Monaten eine Arbeit bei Potsdam aufnahm, war gekommen, stimmte mit seiner Gitarre "Kumbaja" an, in das Gemeindemitglieder, Bauarbeiter und ABM-Kräfte ebenso wie Vertreter der Fördermittelgeber einfielen.

Vakanzpfarrerin Rosemarie Metzmacher hielt für jeden ein kleines Glöckchen bereit. Glocken klingen je nach ihrer Größe nicht nur unterschiedlich, sondern seien mit verschieden großem Aufwand in Bewegung zu versetzen. So zeigen auch die Menschen unterschiedliches Temperament, wandte sich die Pfarrerin an die Runde. Viele Hände hätten bei dem Bau mitgeholfen. "Als Dankeschön und Erinnerung soll jeder ein Glöckchen erhalten." Im Trinkspruch gab Pfarrer Matthias Amme gar seiner Hoffnung Ausdruck, dass der sanierte Kirchenbau weitere 200 Jahre stehen möge.

1707 gebaut

Die Wetterfahne kündet mit den Jahreszahlen 1707 von der Gründung der Kirchengemeinde und 1999 vom Beginn der Sanierung. Seit dieser Zeit ist auch der den Bau betreuende Architekt Jörg Wappler von der Planungsgemeinschaft WOF mit dem sakralbau verbunden. In den 90er Jahren ist Amme an den jungen Architekten herangetreten. Vor fast zehn Jahren haben sie gemeinsam die Sanierung der nur wenige Kilometer entfernten Pinnower Kirche in Angriff genommen. Auch die im benachbarten Lindenhagen sei zumindest in der Außenhülle saniert worden. Er habe sich fasziniert gefühlt von der Aufgabe, erinnert sich Wappler gegenüber dem Uckermark Kurier. Die eigentliche Vorbereitung dauerte fünf Jahre, bis erste Hand an die Instandsetzung in Sternhagen gelegt werden konnte.

In diesem Jahr werde der zweite Bauabschnitt vollendet. Nachdem 2001 der Turm saniert wurde, folgte 2002 ein neues Dach auf Kirchenschiff und Sakristei, die Türen wurden restauriert und die Fassade saniert. Die notwendigen 173.000 Euro habe ein Fördermix ermöglicht, an dem sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und das Landesdenkmalamt mit Geldern aus dem bundesdeutschen "Dach und Fach"-Programm beteiligten. Darüber hinaus steuerten auch der Landkreis, die Kirchengemeinde und der Kirchenkreis sowie die Berlin-Brandenburgische Landeskirche ihren Teil bei. Den zweiten Bauabschnitt konnte auch das Amt für Flurneuordnung aus dem Dorferneuerungsprogramm unterstützen. Die Denkmalpflege GmbH, die auch schon beim ersten Bauabschnitt dabei war, aber auch die anderen Unternehmen haben gute Arbeit geleistet – so des Architekten Meinung. Unter ihnen Restaurator Konrad Wargowske, die Firma Lehmann, die die Galasfenster einsetzte, die Master Gerüstbau GmbH, Zimmermeister Jentsch aus Schluft und Tischlerei Schnidle aus Ferdinandshof. Nun hoffen alle, dass die Kraft auch für den abschließenden Bauabschnitt im nächsten Jahr ausreiche. Denn ohne Innenausstattung – Gestühl und Logen bedürfen dringend der Restaurierung – und mit einem desolaten Fußboden ist die Kirche wenig anziehend. Hier soll auch wieder geheiratet werden können, so wie es Jörg Wappler vor sechs Jahren schon getan hat, schmunzelt Matthias Amme im Gespräch mit dem Uckermark Kurier.

 

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