Neues Wissen über Franziskanerkirche

PRENZLAU. Der Sakralarchitektur im Spannungsfeld zwischen Nutzung und Denkmalpflege widmet sich am Freitag, dem 14. November ab 9.30 Uhr die Tagung "Prenzlau und die märkischen Franziskanerklöster". Über Inhalte und Ziele der im Dominikanerkloster stattfindenden Expertenrunde sprach Monika Strehlow mit dem Geschäftsführer des einladenden Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V., Bernd Janowski.

Hat sich der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg schon öfter mit solchen Themen in dieser Art beschäftigt?
Die Hauptaufgabe des Förderkreises Alte Kirchen ist es, die Erhaltung und Instandsetzung von historischen Kirchengebäuden zu unterstützen. Und da haben wir in den nächsten Jahren auch noch genügend zu tun. Darüber hinaus möchten wir mit Publikationen, Fachtagungen, Vorträgen und Ausstellungen auch die Bau- und Kunstgeschichte der brandenburgischen Kirchengebäude bekannter machen. Mit der ehemaligen Franziskaner-Kirche in Prenzlau beschäftigen wir uns schon seit etlichen Jahren, waren auch im Januar 2001 an der Gründung des Fördervereins für das Denkmal beteiligt.

Welchem Ziel dient diese Tagung?
Der eigentliche Anlass der Veranstaltung sind zwei Berichte mit neuen Erkenntnissen über die Franziskanerkirche. Der Bauforscher und Kunsthistoriker Dirk Schumann hat sich intensiv mit der Baugeschichte beschäftigt und Dr. Jan Raue wird ein Gutachten über die Architekturfarbigkeit der Kirche vorstellen. Da lag es nahe, weitere Referenten anzusprechen und einen kleinen Überblick über den derzeitigen Forschungsstand zu geben.
Nachdem der Förderverein für die Franziskanerkirche sich vor einigen Monaten leider aufgelöst hat, soll auch über die Zukunft des Gebäudes nachgedacht werden.

Auf welches Interesse stößt die Einladung zu der Tagung? Woher erwarten Sie Gäste?
Das Interesse ist groß. Gäste kommen aus Berlin, natürlich aus Prenzlau und der Uckermark, aber auch aus anderen Städten mit ehemaligen Franziskanerklöstern.
Noch besteht die Möglichkeit, sich für die Tagung anzumelden und zwar unter der Telefonnummer 030-4493051 oder per E-Mail unter altekirchen@aol.com.

Was macht das Prenzlauer so besonders, dass es explizit in Beziehung zu anderen märkischen Franziskanerklöstern gestellt wird?
Ein Ziel der Tagung ist es, die Prenzlauer Franziskanerkirche in den kunst- und baugeschichtlichen Kontext der Bettelsordenarchitektur im Land Brandenburg zu stellen. Auch die Kontinuität der Nutzungsgeschichte ist äußerst interessant. Noch heute gehört die Kirche der Französisch-reformierten Gemeinde in Prenzlau, die zahlenmäßig allerdings recht klein ist.
Mit der Franziskanerkirche verfügt Prenzlau über ein hochkarätiges Denkmal und einen wahren Schatz, der leider bisher etwas im Schatten der anderen Kirchen der Stadt St. Marien, St. Nikolai und St. Sabinen steht.

Das Tagungsprogramm schlägt einen außerordentlich großen Bogen von der Gründung des Franziskanerordens bis hin zur heutigen Nutzung unter denkmalpflegerischen Aspekten. Ist das nicht ein bisschen viel Stoff für einen Tag?
Das ist nun mal das allgemeine Problem solcher Veranstaltungen, dass man immer versucht, so viel wie möglich in einen vorgegebenen Zeitrahmen zu bekommen. Ich denke jedoch, dass die einzelnen Vorträge spannend genug sind, um die Besucher zu fesseln. Vielleicht gelingt es uns ja langfristig, die Beiträge irgendwann auch in gedruckter Form den Fachleuten und interessierten Laien vorlegen zu können.

Was erhoffen Sie sich persönlich von der Zusammenkunft?
Zuallererst erhoffe ich mir natürlich interessante Vorträge, spannende Diskussionen und zufriedene Teilnehmer.
Darüber hinaus wäre dringend zu wünschen, dass sich nach der Auflösung des Fördervereins auch weiterhin Menschen in Prenzlau finden, die bereit sind, sich für den Erhalt und die angemessene Nutzung der Franziskanerkirche einzusetzen. Mit der reformierten Gemeinde und ihrer Pfarrerin Ulrike Miege sowie mit der Denkmalschutzbehörde des Landkreises haben wir äußerst engagierte Partner.
Wir freuen uns auch, dass der Prenzlauer Bürgermeister Hans-Peter Moser die Tagung mit einem Grußwort eröffnen wird. Das zeigt, dass sich die Stadt ihrer Mitverantwortung für dieses wertvolle Denkmal bewusst ist.

Uckermark Kurier vom 11. November 2008

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