Neue Initiativen für altes Gotteshaus

Fachleute debattieren über Prenzlauer Franziskanerkirche. Es gibt erste Vorschläge zur Nutzung.

Prenzlau (OS). "Alle Beteiligten sind sich einig, dass mit der Franziskanerkirche in Prenzlau ein überregional bedeutsames Denkmal steht, für das wir dringend eine Nutzung finden müssen", sagte Bernd Janowski, Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, als Fazit der Fachtagung im Dominikanerkloster.

Der 450 Mitglieder zählende Förderkreis hatte bewusst diese unscheinbare Kirche in den Mittelpunkt gerückt: "Es gibt neue Erkenntnisse zur Bauforschung. Zugleich hat sich der Prenzlauer Förderverein der Franziskanerkirche aufgelöst, beides wollten wir thematisieren", so Janowski.

Er finde die Idee von Denkmalschützer Axel Kempert, der die Kirche und das benachbarte ehemalige Prinzenpalais sowohl als Plenarsaal, Kulturstätte, aber auch weiter als Kirche nutzen will, "sehr spannend". Aber auch der Vorschlag von Architekt Olaf Beckert, unter dem dach des Vereins "Wir für Prenzlau" erst einmal eine Arbeitsgruppe Franziskanerkirche zu gründen, sei sehr gut. "Denn wir brauchen jemanden, der Verantwortung übernimmt, die Kirchengemeinde ist damit überfordert." Das sieht auch Ulrike Miege, Pastorin der reformierten Gemeinden, so. Die Prenzlauer Kirchgemeinde, einst nach Berlin die zweitgrößte französisch-reformierte Kolonie in Brandenburg, zähle nur noch acht Mitgliedewr, die das Gebäude nur noch sporadisch nutzen. "Wir sind sehr offen für alle Vorschläge, die Kirche muss wieder ihre Türen öffnen", so die seit November 2005 zuständige Pastorin. Für ihre Gemeinde sei es aber wichtig, dass man das Haus weiter sakral nutzen kann und dass man die Erinnerung an die Hugenotten darin wach hält. "Wir würden es auch begrüßen, wenn die Kirche in das Programm der Stadtführungen mit aufgenommen wird."

Historiker und Denkmalpfleger hatten am Freitag über die Bedeutung des Prenzlauer Bauwerks diskutiert, sie in eine Reihe mit Assisi gestellt. "Die Franziskanerkirche gibt noch eine Menge Rätsel auf, Urkunden aus der Zeit existieren nicht. Aber wir nähern uns der Wahrheit. Fakt ist: Sie ist ein kunstgeschichtlich und regionalhistorisch bedeutsames Zeugnis allererster Güte", so Bernd Janowski.

Uckermark Kurier vom 18. November 2008

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