Eine Rosette für 30 Euro

Bad Saarow (moz) Im kommenden Jahr feiert er seinen 350. Geburtstag. Dazu soll er wieder im alten Glanz erstrahlen. Weil das viel Geld kostet, werden nun Spender gesucht. Die Evangelische Kirchengemeinde Bad Saarow hat zu diesem Zweck eine Aktion ins Leben gerufen. Sie heißt "Mein Altar" und soll dem Schmuckstück der Dorfkirche in Pieskow zugute kommen.

Eine Rosette für 30 Euro  
Stolz auf den barocken Altar: Pfarrerin Anemone Bekemeier in der Dorfkirche von Pieskow. Für die Restaurierung sind insgesamt 34 000 Euro notwendig.
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"Der barocke Altar ist eines der wichtigsten Kulturgüter und gleichzeitig das weitaus älteste im Kurort", sagt Pfarrerin Anemone Bekemeier. Damit verbunden ist, dass sich hinter dem alten Stück einige Rätsel verbergen. "Wir wissen zwar, dass er aus dem Jahr 1661 stammt und von dem Bildhauer Daniel Schultz aus Kolberg in Pommern geschaffen wurde", sagt die Pfarrerin. Anderes ist aber weitaus weniger klar. Unter dem Dach der Pieskower Dorfkirche wirkt der Altar merkwürdig gequetscht fast stößt er an die Decke. Anemone Bekemeier vermutet, dass dem Altar am oberen Ende sogar ein Stück fehlt. "Wir sehen Darstellungen des Abendmahls, der Kreuzigung und der Grablegung. Darüber müsste die Auferstehung oder Himmelfahrt folgen. Das fehlt aber", sagt die Geistliche.

Sie berichtet davon, dass immer wieder auch Touristen den Altar bestaunen, wenn sie die Kirche, die auch bei Theodor Fontane Erwähnung fand, besuchen. Im Rahmen der Spendenaktion können Freigiebige sich nun jeweils um ein Stück des Altars verdient machen. Nachdem das Kunstwerk im vergangenen Jahr bereits gereinigt wurde, hat die Gemeinde nun eine Liste mit "Preisen" für die Restaurierung angefertigt. Eine von insgesamt vier Rosetten ist demnach bereits für 30 Euro "zu haben", das Abendmahl-Gemälde dagegen schlägt mit 3600 Euro zu Buche. Insgesamt sind etwa 34 000 Euro nötig. "Natürlich freuen wir uns auch über Teilbeträge. Mit der konkreten Liste wollen wir aber die Identifikation mit dem Altar erhöhen", sagt Anemone Bekemeier.

Märkische Oderzeitung vom 27. Juli 2010

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