Hilfe für historische Orgel

Sparkasse Uckermark engagiert sich mit spezieller Stiftung für Rettung der "Königin der Instrumente"

 
Der Vorsitzende der Initiativgruppe Milower Kirche Horst Peter Schilling (Bildmitte) nahm aus den Händen von Claus Friedrich Holtmann von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung den Förderbescheid über 60 000 Euro zur Restaurierung der Grüneberg-Orgel in Milow entgegen.
Foto: Archiv Uwe Werner

Uckermark (UWE). Der Landkreis Uckermark ist nicht nur mit einer einzigartigen Landschaft gesegnet, sondern hier gibt es auch rund 250 Kirchen, davon die meisten in kleineren Orten. Dank der Initiative zahlreicher Kirchengemeinden, Vereine, örtlichen Firmen sowie von Privatpersonen werden viele nach umfassenden Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten wieder zum Mittelpunkt der Gemeinden und zu Zentren des geistig-kulturellen Lebens auf dem Lande. "Getreu unserem Motto 'Wir machen uns stark für die Uckermark' unterstützen wir diese vielfältigen Bemühungen", berichtete der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Uckermark, Uwe Schmidt. Schon seit vielen Jahren engagiert sich die Sparkasse deshalb bei der Sanierung und Restaurierung von Gotteshäusern, aus dem eigenen Etat oder aber mit Unterstützung durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung." Am 28. April 2003 haben wir zunächst die Bürgerstiftung der Sparkasse Uckermark gegründet. Inzwischen verfügt diese über ein Stiftungskapital von rund zwei Millionen Euro. Bislang haben wir seitdem 47 Projekte in den Bereichen, Kultur, Sport und Denkmalschutz, darunter auch zahlreiche Kirchensanierungen, mit einem finanziellen Volumen von rund 140000 Euro unterstützt", berichtete Uwe Schmidt. Allerdings kümmert sich die Sparkasse Uckermark auch insbesondere um die Rettung und Erhaltung von Orgeln im Landkreis. "Speziell zu diesem Zweck haben wir im Dezember 2007 die 'Uckermärkische Orgelstiftung' aus der Taufe gehoben", war vom Sparkassenchef weiter zu erfahren. Treuhandgeber sind die Sparkasse Uckermark und der ehemalige Uckermark-Landrat Klemens Schmitz als Privatperson. Das Kapital dieser Stiftung, die treuhänderisch von der Bürgerstiftung verwaltet wird, bezifferte Schmidt auf 500000 Euro. Die bisherige Bilanz kann sich sehen lassen: Immerhin 15 "Orgelspenden" (von der Bürgerstiftung der Sparkasse Uckermark, der Sparkasse und/oder der Ostdeutschen Sparkassenstiftung) mit einem Gesamtvolumen von 211200 Euro sind bisher zusammengekommen. Mit den Orgeln in Schmargendorf und Kerkow (bei Angermünde) sollen in diesem Jahr noch zwei weitere Projekte umgesetzt werden. Zu den "größeren Brocken" dabei gehörten bisher die Restaurierung einer Wagner-Orgel der Reformierten-Lutherischen Kirchengemeinde Lindenhagen-Sternhagen, die Restaurierung der Orgel in der Dorfkirche Herzfelde und die Restaurierung der Grüneberg-Orgel in der Dorfkirche in Milow. Bei der Übergabe des Förderbescheids im Jahr 2007 an den Dorfverein Kirche Milow e. V. hatte Claus Friedrich Holtmann, Vorsitzender der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, betont, dass damit "großes bürgerschaftliches Engagement belohnt werden soll". Die 180 Einwohner von Milow und die Kirchengemeinde Trebenow hätten in den Jahren zuvor selbst viel für den Erhalt der Kirche getan, ob nun durch Eigenleistungen, Spenden oder freiwillige Arbeitseinsätze. Die Restaurierung der Orgel allerdings sei aus privaten Geldern nicht zu finanzieren, und da helfe man gern, "weil eine lebendige Gemeinde eben auch eine lebendige Orgel braucht", sagte Holtmann. Und der Milower Pfarrer Klaus-Thomas Kurth versicherte damals, dass die Orgel nach ihrer Restaurierung nicht nur die Gottesdienste bereichern solle, sondern auch dem kulturellen Leben der Region zur Verfügung gestellt wird. Und genau das ist auch ein wichtiges Anliegen der "Uckermärkischen Orgelstiftung": "Wir möchten eine nachhaltige Nutzung dieser Kulturschätze erreichen und setzen uns dafür ein, dass die 'Königinnen der Instrumente' auch regelmäßig erklingen", sagte Uwe Schmidt. Mit dem "Uckermärkischen Orgelfrühling" sei im Mai/Juni 2010 eine spezielle Konzertreihe ins Leben gerufen worden. Zu fünf Konzerten und zwei Orgelführungen habe man mit der organisatorischen Unterstützung durch die Uckermärkische Kulturagentur gGmbH Prenzlau bei der Premiere die stolze Zahl von mehr als 1600 Besuchern begrüßen können. "Derzeit beginnen wir mit den Vorbereitungen für die zweite Auflage dieser Konzertreihe im Jahr 2011", kündigte der Sparkassenvorstandsvorsitzende Uwe Schmidt an. "Wenn alles klappt, möchten wir im kommenden Jahr mit Unterstützung der deutsch-polnischen Kommunalgemeinschaft Pomerania gemeinsam mit Partnern aus dem polnischen Szczecin (Stettin) die 'Orgelakademie Uckermark' gründen, die sich die Ausbildung von Organisten in der Region sowie die Fortbildung von Kirchenmusikern und Organisten vor Ort auf die Fahnen schreiben wird", war weiter zu erfahren.

Der Anzeigenkurier vom 04. August 2010

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