Prall gefüllte Kirchturmkugel

Golm (moz) Die kopflose Kirche von Golm hat die umfassenden Sanierungsarbeiten an ihrem Herzstück, der Kirchturmspitze, fast hinter sich. Kurz vor dem Ende der Bauarbeiten wurde am Freitag die Turmkugel wieder aufgebracht.

 
Zeitreise: Pfarrer Peter Börner brauchte tatkräftige Hilfe, um die Erinnerungsstücke zu verpacken.
© Christina Schmidt

Die alte Turmkugel hoch in der Kirchturmspitze glänzt in frisch aufpoliertem Kupfer. Ebenso wie die restaurierte Wetterfahne, von der beim Start der Bauarbeiten am Kirchturm nur noch Reste übrig waren. Beide Stücke sind seit Freitag zurück an ihrem Bestimmungsort.

Die Wetterfahne mit dem Zusatz "2010" ist wieder von weither zu sehen, die 350 Kilogramm schwere Kugel nun etwas schwerer. Denn in ihr lagert neben einer aktuellen Zeitung vieles mehr: Münzen, Baupläne, eine Chronik der Gemeinde und sogar "genetisch nicht verändertes Saatgut, damit die in der Zukunft wissen, dass es so etwas mal gab", wie Pfarrer Peter Börner schelmisch hinzufügte. Mit dabei auch ein Speicherstick mit alten und neuen Aufnahmen der Gemeinde "in der Hoffnung, dass der nach 100 Jahren noch zu lesen ist", wie Ortsbürgermeister Günter Rohde kommentierte.

Zahlreiche Golmer verfolgten die Zeremonie und sahen, wie die Relikte erst aufwändig in Glasröhren verstaut und dann in Schatullen luftdicht verpackt wurden. "Unser Gruß an die Menschen der Zukunft soll möglichst lange Zeit überleben, daher der Glasschutz. Aber wir hoffen natürlich, dass nach der Sanierung 50 oder 100 Jahre keiner ran muss", erklärt der Pfarrer. Er wolle der künftigen Generation eine Freude machen, schließlich hinterließen wir eine Welt, die alles andere als ideal sei, mahnte der Pfarrer.

Mit der Turmkugel und der Wetterfahne auf der Turmspitze geht die Sanierung des Kirchenhauses in die letzte Phase. Das Turmdach wird ab kommendem Montag in Einzelteilen angebracht, der Innenraum muss noch gemalert werden. Spätestens am 30. Oktober soll die insgesamt 450 000 Euro teure Sanierung des Gotteshauses mit der feierlichen Wiedereinweihung abgeschlossen sein. Mehr als die Hälfte der Summe musste für die sechsmonatige Turmsanierung aufgebracht werden. Die Bauarbeiten begannen bereits 2007.

Märkische Oderzeitung vom 12. September 2010

   Zur Artikelübersicht