Denkmäler

von Monika Strehlow

Der Patronatsstuhl steht in Menkin schon bereit

Marga Schuback ist eine ganz besondere Gönnerin der Dorfkirche Menkin. Dafür wird ihr ein Ehrenpatronat verliehen.

 
Matthias Gienke sitzt hier nicht auf dem Patronatsstuhl, versichert er.
FOTO: Monika Strehlow

Menkin (ms)

Wenn ein Pastor einen Stuhl kauft, ist das nicht ungewöhnlich. Schließlich muss auch Matthias Gienke sich irgendwo hinsetzen können. Doch solch einen gepolsterten Lehnsessel, wie er ihn jetzt im Antiquariat erstand, kaufte er noch nie. "Das wird der Patronatsstuhl für Marga Schuback", lächelt der Brüssower Pfarrer. Seines Wissens habe es das im Kirchensprengel in den letzten Jahren nicht gegeben.

Marga Schuback aus Nordrhein-Westfalen ist mit der Menkiner Kirche eng verbunden. Seit beinahe zwanzig Jahren unterstützt die heute 86-Jährige die Restaurierung der Patronatskirche derer von Winterfeld-Menkin Gelder. Dazu gründete sie eine Treuhandstiftung bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

So gehört die Menkiner Kirche, die die Familie von Winterfeldt-Menkin 1637 nach dem 30-jährigen Krieg neu entstehen ließ, zu den ältesten Förderprojekten der Denkmalschutzstiftung im Land Brandenburg. Seit 1993 wurden die baulichen Sicherungsarbeiten an Turm, Dach und Vorhalle begleitet - unterstützt aus privaten Spenden und mit erheblichen Fördermitteln. Nach der 1996 vollendeten äußerlichen Sanierung wurde 1998 die Restaurierung der Renaissance-Ausstattung gefeiert.

Seit 2001 setzt sich die Schuback-Stiftung für die Innenrestaurierung ein. Die bemalte Balkendecke, die Empore, Altar, Kanzel, Küster-, Pastoren- und Gemeindegestühl sowie die Patronatsloge verleihen ihr eine ganz besondere Stimmung.

Davon schwärmt sogar der junge Brüssower Pastor. Er findet es toll, dass Caspar von Oppen, Nachfahre von Patronatsherren Joachim von Winterfeldt-Menkin, Marga Schuback das Ehrenpatronat übertragen wird. "Wir haben lange überlegt, wie wir ihr danken und etwas Gutes tun können. Es gibt nichts Ebenbürtiges, wenn sich jemand so wie Frau Schuback über Jahre bis heute für die Kirche einsetzt."

Das Patronat begründe sich bis ins 12. Jahrhundert zurück, erläutert Gienke. Ein Patronat konnte erhalten, wer ein Grundstück für einen Kirchenbau bereitstellte, das Gotteshaus errichten ließ oder die Kirche mit Mitteln für die Arbeit des Klerus ausstattete. Es war mit Rechten und Pflichten verbunden. Dieser Status blieb über die Reformation hinweg erhalten, Preußen regelte 1794 die Rechtsverhältnisse im Allgemeinen Landrecht. Finanzielle Verpflichtungen sind mit einem Ehrenpatronat heute nicht mehr verbunden. So wird Marga Schuback ihren eigenen Kirchenstuhl erhalten. Zudem wird nach ihrem Ableben ein Trauergeläut stattfinden.

Zur Übergabe des Ehrenpatronats am Sonntag, dem 20.Mai, um 14 Uhr in der Menkiner Kirche lädt Pastor Gienke alle Bürger ein. Besonders freut ihn, dass dieses Fest gleichzeitig zum Abschlusskonzert des Uckermärkischen Orgelfrühlings avanciert. Die Grüneberg-Orgel spielt der Dresdner Kreuzkantor Holger Gehring noch ein schöner Grund, besagten Sonntag in Menkin zu verbringen. Im Anschluss wird zu Kaffee und Kuchen in den Menkiner Park eingeladen.

Nordkurier vom 10. Mai 2012

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