Freundeskreis ernennt ein Ehrenmitglied

Von unserem Redaktionsmitglied Monika Strehlow

Vor zwei Jahrzehnten noch hätte niemand auch nur eine Mark auf die Dorfkirche Gollmitz gesetzt. Nun soll noch einmal der Spendentopf für vier Bänke herumgehen.

FOTOs (3): Strehlow
Jürgen von Chamier
 
Hartmut Schulz ist jetzt Ehrenmitglied des Freundeskreises der Gollmitzer Kirche.

Gollmitz. Stolze 380 000 Euro flossen seit der Gründung des Freundeskreises Gollmitzer Wehrkirche e.V. in den Sakralbau. Dabei hätte noch vor zwei Jahrzehnten kaum einer auch nur eine müde Mark auf den Bau gesetzt. Das Dach undicht, Feuchtigkeit im Mauerwerk, Schädlinge im Holz... Und vom einst stolzen Innenleben im Geschmack des frühen 20. Jahrhunderts der Patronatskirche derer von Arnim war nach dem Krieg nicht mehr viel geblieben.

Ab Oktober 1971 konnten nach vielen Anstrengungen der Kirchengemeinde, die gröbsten baulichen Mängel zu beseitigen, wieder erste Gottesdienste stattfinden, erinnert sich die Kirchenälteste Ingrid Schubert. Doch erst nach der Gründung des Freundeskreises am 20. Februar 1995 wurden Wege zur umfassenden Sanierung und Rekonstruktion gefunden.

Der Verein nahm sich sowohl des Bauwerks als auch der Innengestaltung an, die mit dem Einweihungsgottesdienst am 8. September 2012 einen vorläufigen Höhepunkt fand. So hatte Vorsitzender Jürgen von Chamier auf der Mitgliederversammlung am Freitagabend im Pfarrhaus allen Grund zur Freude. "Dach, Fenster und Mauerwerk sind intakt. Wir können stolz sein, alles ist dicht und stabil", sagte er in der kleinen Runde. Denn die Krankheitswelle in der Region sorgte dafür, dass der Freundeskreis gerade so beschlussfähig war.

Das erste Konzert des Preußischen Kammerorchesters in Gollmitz bleibt unvergessen. "Während des Konzertes begann es zu regnen und von oben zu tropfen. Dennoch haben die Musiker auf unsere Bitte hin bis zuletzt ausgehalten", berichtete Jürgen von Chamier. Seitdem erfreuen die "Preußen" die Gollmitzer regelmäßig mit Gastspielen. Ob Konzerte, Ausstellungen oder Vorträge, der Verein ist von Beginn darauf bedacht, die Kirche auch zu nutzen.

Inzwischen ist er aber an einem Punkt angekommen, wo die Wehrkirche Gollmitz in der Region stärker touristisch vermarktet werden sollte. Auch darum wurde die Bürgermeisterin gebeten, Einblick in das Tourismuskonzept der Gemeinde zu geben. Ihr Angebot, dass sich der Verein auch auf der Homepage der Gemeinde Nordwestuckermark präsentieren dürfe, wurde erfreut aufgenommen. Mit der benachbarten Wassermühle von Kai Rogozinski verfüge Gollmitz bereits über eine tolle Attraktion. Da gebe es bestimmt Anknüpfungspunkte, um voneinander profitieren zu können, verwies Sylvia Klingbeil auf Bemühungen der Touristiker in der Gemeinde, sich zu vernetzen. "Nehmen sie Kontakt mit dem Tourismusverein Fürstenwerder auf. Mich würde es freuen, wenn alle an einem Strang ziehen." Das könnte auch der Besucherzahl der drei in diesem Jahr geplanten Konzerte des Freundeskreises dienlich sein.

Darüber hinaus soll die nächste Sammlung beginnen. Vier Bänke sollen zusätzlich zu den 60 vorhandenen Stühlen vor dem Altar fest installiert werden. Damit würde sich die "Offene Kirche" Gollmitz auch als Ort der Besinnung anbieten. Zudem denken Verein und Pfarrer Martin Zobel über einen Türdurchbruch am Westgiebel der Kirche nach, um den Hauptzugang an die Dorfstraße und damit auch in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken.

Übrigens hat der Freundeskreis seit Freitag auch ein Ehrenmitglied in seinen Reihen. Jürgen von Chamier und Silvia Stöckel überreichten Ortsvorsteher Hartmut Schulz die Berufungsurkunde. Seit dem ersten Tag stärke er dem Verein den Rücken, sorge für viele organisatorische Details, bedankten sich die beiden mit herzlichen Worten und Blumen.

Kontakt zum Autor: m.strehlow@uckermarkkurier.de

Uckermarkkurier vom 20. März 2013

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