Groß Pinnower Kirchturm wächst in die Höhe

Groß Pinnow (moz) Manche Baustellen-Tage in diesem Sommer sind extrem heiß. Wie in den meisten Fällen war auch beim Turmbau für die Kirche in Groß Pinnow ein Ausweichen in den Schatten nicht möglich. Also halfen sich die Maurer der Angermünder Firma Huhnholz, indem sie sich ihre T-Shirts um den Kopf wickelten.

Maßgenaues Arbeiten: Norbert Wydra, Wolfgang Thiede und André Breitbeck von der Huhnholz Bau GmbH Angermünde (v.l.) mauern den Sims, auf den jetzt der Turmaufbau der Kirche Groß Pinnow gesetzt wird.
© MOZ/Oliver Voigt

Der im Juni wegen extremen Schwammbefalls abgerissene Kirchturm wird jetzt fachkundig wieder aufgebaut. Dafür sorgen nicht nur die Maurer der Firma Huhnholz, sondern auch die Holzmanufaktur Weber aus Groß Ziethen.

Die Zimmermannsleute versuchen, die wenigen noch intakten Balken weitgehend zu erhalten. Der Außenturm wird völlig neu aus Kiefernholz errichtet und dann in Fachwerkbauweise ausgemauert.

Die Ostwand haben die Zimmerer als Erstes auf dem Rasen neben der Kirche zusammengebaut. Sie wird wie bei einem Steckspiel mit den anderen Turmseiten verbunden.

Am Mittwoch und Donnerstag haben Gerüstbauer die Sicherungen errichtet, so dass der Kran die Ostwand hochziehen kann. Die Bauleute rechnen damit, dass der Turm am kommenden Wochenende fertig aufgesetzt ist. Er wird dann schon von Weitem zu sehen sein.

Für die Leute der Holzmanufaktur Weber ist der Turmbau zu Groß Pinnow eine ganz besondere Arbeit. "Einen Kirchturm baut man wohl nur einmal im Leben", sagt Zimmermannsgehilfe Marco Lunk. "Das Holz ist gut, der neue Turm soll an die 300 Jahre halten."

Die Bauarbeiten dauern vermutlich noch bis Anfang November. Dann wird der neue Turm zehn Meter höher sein als der alte und sogar eine Uhr haben. Im nächsten Jahr beginnt die Sanierung des Kirchenschiffes und des Daches. Für die gesamten Bauarbeiten werden rund 600 000 Euro aufgebracht.

Märkische Oderzeitung vom 17. August 2013

   Zur Artikelübersicht