Doppelter Dachstuhl ist saniert

Neuzelle (MOZ) Noch während des Baus der Kreuzkirche wurde das Mittelschiff vergrößert, deshalb hat das Bauwerk zwei Dachstühle. Nachdem das Dach nun saniert wurde, ist das Langhaus wieder eingedeckt. Es stehen noch der Oberputz sowie im nächsten Bauabschnitt Arbeiten an den zwei Türmen aus.

Noch verhüllt: Das Langhaus auf der linken Seite ist noch eingerüstet. Die Arbeiten am Chor auf der rechten Seite hingegen sind im letzten Bauabschnitt bereits abgeschlossen worden.
© MOZ/Gerrit Freitag

Die Baumeister der evangelische Kirche "Zum heiligen Kreuz" haben ihren Nachfolgern einige Überraschungen mit auf den Weg gegeben. Im Jahr 1728 haben die Bauarbeiten für das Gotteshaus begonnen, rund acht Jahre später war es fertig - allerdings größer als zu Anfang geplant. "Das Mittelschiff wurde während der Arbeiten um zwei Seitenschiffe erweitert", erklärt Jan Battmer, der Bauverantwortliche der Stiftung Stift Neuzelle. Zunächst war der Langbau in der schmaleren Variante samt Dachstuhl konstruiert worden, danach wurde eine zweite Reihe Sparren darüber verbaut. "Der innere Dachstuhl muss auch schon eingedeckt gewesen sein, das sieht man an den Löchern der Nägel im Holz", erklärt Jan Battmer. Diese Hölzer konnten erhalten werden, die des äußeren Dachstuhls hingegen waren morsch und mussten ausgetauscht werden. Unter einem Wetterschutzdach fanden die Arbeiten statt. Nun ist das Dach des Langhauses wieder von einer schützenden Kupferschicht überzogen.

Die Planungsänderung hat zu Schäden am Gebäude geführt, erläutert der Bauverantwortliche. Es entfalteten sich Schubkräfte, die Risse verursachten. "Um diese Kräfte aufzuheben, haben wir einen horizontalen Fachwerkverband eingefügt." An den unteren Enden wurden die Sparren der beiden Dachstühle durch Balken verbunden.

Neben der heutigen Kirche stand zunächst eine Pfortenkapelle, von der noch Fundamente und die Ansicht auf einer Fresekemalerei zeugen, erklärt Walter Ederer, Direktor Kultur und Marketing der Stiftung. An der Stelle befand sich früher der Haupteingang zum Kloster. Später wurde die Kreuzkirche daneben erbaut. Sie war für die Bürger bestimmt und durfte deshalb nur am Rande des Klostergeländes liegen. Zwei Eingänge auf beiden Seiten des Langhauses hat es gegeben. Den zum Kloster gewendeten durften nur die Mönche benutzen, der andere war für Gottesdienstbesuchern bestimmt.

An den Außenwänden des Langhauses wurde der Putz erneuert, aber es fehlt noch die oberste Schicht, weil es dafür bereits zu kalt ist. "Die Fenster werden auch saniert", sagt Jan Battmer. Im Innenraum der Kirche wurden die Fresken an den Denken aufgearbeitet. Das dafür aufgestellte Gerüst soll vor Weihnachten verschwinden. Im kommenden Frühjahr soll die Sanierung des Langhauses abgeschlossen sein, dann stehen in einem weiteren Bauabschnitt Arbeiten an den vorderen Türme an. Wann die Arbeiten dort weitergehen können, hängt von den Fördermittelgebern ab.

Jedes Jahr müssen die benötigten Gelder beim Bund beantragt werden, die Maßnahme wird vom Land zu gleichen Teilen kofinanziert. Kosten werden die Arbeiten an der Fassade und dem Dach des Langhauses etwa eine Million Euro, erklärt Walter Ederer. "Die Schätzung für die Gesamtkosten der Sanierung liegen bei 3,5 Millionen Euro."

Während der Bauarbeiten an den Türmen sollen auch die Glockenstühle wiederhergestellt werden. Erst dann können die Glocken, die derzeit noch gegenüber der Kirche unter einen schmalen Dach hängen, wieder innerhalb der Kirche erklingen. Eine weitere Überraschung wartet auf den Turmspitzen, sagt Jan Battmer. "Wir sind schon gespannt, was in den Turmknäufen verborgen ist."

Märkische Oderzeitung vom 07. Dezember 2013

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