Das Jahr 2025 im Förderkreis Alte Kirchen

Bericht von der Mitgliederversammlung am 25. April 2026 mit Auszügen aus dem Tätigkeitsbericht des Vorstands für das Jahr 2025

Bornow – Großes Sanierungsvorhaben mit unserer Hilfe
Foto: Philipp Schauer

Am Samstag, den 25. April 2026 fand die Mitgliederversammlung des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. im Berliner Dom statt. Dabei wurde ein neuer Vorstand gewählt, der sich nun aus sieben Personen zusammensetzt. Andreas Flender, Peter Heinecke, Konrad Mrusek, Sigrid Riesberg, Philipp Schauer, Hans Tödtmann und Bärbel Wunsch werden die Geschicke des Vereins für die nächsten zwei Jahre leiten. In der Diskussion zur künftigen Arbeit ging es unter anderem darum, wie wichtig es sei, sich auch um die Kirchen zu kümmern, die wenig bis gar nicht genutzt werden und dass die Bedeutung der umliegenden Kirchhöfe nicht in Vergessenheit geraten darf.

Wir veröffentlichen an dieser Stelle Auszüge aus dem Vorstandsbericht 2025.

Erreichung des Vereinszwecks

Das Jahr 2025 konnten wir erfolgreich abschließen. Wir haben unsere Vereinszwecke, die dem Erhalt und der Wiederherstellung alter Kirchen im Land Brandenburg und auf dem Gebiet der Evangelischen Landeskirche EKBO dienen, mit großer Freude und intensiver Arbeit verfolgt. So haben wir wieder Öffentlichkeitsarbeit für unsere Anliegen und die der Kirchbauprojekte vor Ort geleistet, Spenden eingeworben und Restaurierungsprojekte unterstützt. Wir haben Kontakt mit den Fördervereinen, Kirchengemeinden und aktiven Menschen gepflegt und Unterstützung geleistet, wo es nötig war. Auch in Netzwerke haben wir uns aktiv eingebracht.

Wir danken hiermit allen unseren Mitgliedern, Spenderinnen und Spendern, Freundinnen und Freunden, den ehrenamtlichen Tätigen und unseren Kooperationspartnern, die unsere Aufgaben und Ziele oft schon langjährig und treu begleiten und dabei helfen, sie mit Ideen, praktischer Arbeit und Synergieeffekten mit Leben zu erfüllen und zu entwickeln.

Mitgliederentwicklung

Am 31. Dezember 2025 hatte der Verein 535 Mitglieder, darunter 354 persönliche Mitglieder, 66 Kirchgemeinden, acht Firmen und 107 Vereine. Insgesamt ist die Mitgliederzahl leicht rückläufig. Die Vereinsaustritte von Personen beruhen überwiegend auf Altersgründen. Die Zahl der Kirchbaufördervereine geht etwas zurück, da manche sich mit dem Erreichen des Vereinsziels oder seltener aus anderen Gründen auflösen. Ab und zu werden bestehende Fördervereine durch neue Akteure wiederbelebt, weil ein neuer Bedarf entstanden ist oder sich Menschen neu engagieren. Die Kirchengemeinden sind nach wie vor sehr mit der Zusammenlegung von Gemeinden zu größeren Einheiten beschäftigt.

Struktur und Personal

Personelle Veränderungen in Vorstand, Geschäftsführung und in der Büromitarbeit gab es 2025 nicht. Klaus-Peter Heinecke, Konrad Mrusek, Sigrid Riesberg, Hans Tödtmann, Theda von Wedel-Schunk und Bärbel Wunsch bilden den Vorstand. Anne Haertel ist als Geschäftsführerin tätig. Sigrid Riesberg ist die Schatzmeisterin.

Wir waren 2025 sehr bemüht, weitere Regionalbetreuerinnen und Regionalbetreuer zu finden. Ende 2025/Anfang 2026 kamen Henning von Dewitz für den Landkreis Teltow-Fläming und Thomas Sommer für die Uckermark als neue Regionalbetreuer hinzu. Das Ehepaar Bost-Topp beendete seine Tätigkeit aus persönlichen Gründen. Auch im Jahr 2026 ist es unser Ziel, weitere Mitarbeitende für die Regionalbetreuung zu gewinnen.

Helmut Adolph und der im Jahr 2025 neu gewählte Kassenprüfer Hans-Jürgen Hoffmann prüften am 7. März 2026 die Kasse für das Jahr 2025. Otto Wynen beendete 2025 seine Tätigkeit als Kulturpate.

Vorstandsarbeit

Der Vorstand traf sich 2025 regelmäßig monatlich – außer im Juli und Oktober. Die Regionalbetreuerinnen und Regionalbetreuer nahmen je nach Möglichkeit an den Vorstandssitzungen teil und brachten sich aktiv in die Diskussionen ein.

Regelmäßige Themen waren die Finanzentwicklung des Vereins, der Informationsaustausch über aktuelle Themen und Tätigkeiten der Vorstandsmitglieder, Regionalbetreuerinnen und Regionalbetreuer und der Geschäftsführerin im jeweiligen Wirkungskreis. Die Projektanträge wurden besprochen und über Förderungen entschieden. Weitere Themen waren unter anderem die Wiedernutzung unserer etwas in Vergessenheit geratenen Förderplakette, die Vermarktung unserer Druckerzeugnisse, das künftige Exkursionsangebot des Förderkreises. Die Wahl der Dorfkirchen des Monats beschäftigten uns sowie unsere aktive Beteiligung am Kirchbautag 2025 durch das Anbieten eines Workshops. Es ging auch um die Frage der Kirchenöffnungen, die Weiterentwicklung interner Arbeitsabläufe sowie die Aktualisierung der Daten auf unserer Internetseite.

Erstmalig erschien 2025 ein Adventskalender vom 1. Advent bis zum Heiligen Abend in Form einer täglichen email mit einer Zeichnung und einem Text zu einer Brandenburger Dorfkirche sowie einem Spruch zum Nachdenken. Dieser wurde von 183 Personen abonniert. An der anschließenden Umfrage beteiligten sich 82 Personen, von denen 80 Personen der Kalender gut bis sehr gut gefiel. Der Kalender erbrachte einige Spenden für die vorgestellten Dorfkirchen ein.

Ein weiteres Ziel war es, in einzelne Arbeitsvorgänge, wie die Regionalbetreuung die Redaktionsarbeit der Offenen Kirchen, den Infobrief, mehr Ehrenamtliche einzubinden. Das ist erfreulicherweise gelungen. In der Redaktion für die Jahresbroschüre „Offene Kirchen“ arbeiteten bei der Erstellung Anfang 2025 neben Anne Haertel fünf unserer Mitglieder ehrenamtlich mit: Horst Kleinebrahm, Wolf-Rainer Marx, Konrad Mrusek, Sabine Stein und Gerlinde Strohmaier-Wiederanders. Als Lektor hatte sich Olaf Gründel bereit erklärt. Darüber hinaus beteiligten sich unsere Mitglieder Christine Siegl, Gerlinde Strohmaier-Wiederanders und Philipp Schauer, indem sie Leseempfehlungen für unsere Publikationen verfassten. Ganz herzlichen Dank dafür!

Kunst und Kultur in Kirchen

Die Konzertreihe „Musikschulen öffnen Kirchen“, die der FAK gemeinsam mit dem Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburg e.V. (VdMK)“ initiiert, wurde im Jahr 2025 mit dem Berlin-Brandenburg-Preis der Stiftung Zukunft geehrt. In der Zeit zwischen Februar und Dezember 2025 fanden 88 Konzerte mit etwa 1.900 Mitwirkenden statt, die von mehr als 8.000 Gästen besucht wurden. Der Reinerlös der Konzerte in Höhe von ca. 32.000 Euro kam Sanierungsvorhaben in der jeweils gastgebenden Kirche zugute.

Der FAK arbeitet darüber hinaus in der AG Dorfkirchenlesungen der Stiftung Zukunft mit, die mit Lesungen im Land Brandenburg die Begegnung zwischen Berlinern und Brandenburgern fördert.

Die Exkursionen

Im Jahr 2025 haben wir unser Angebot an Exkursionen ausgeweitet, weil sie sich nach wie vor reger Beliebtheit erfreuen und meist in kürzester Zeit ausgebucht waren. Es fanden eine Fahrradexkursion und fünf Tagesexkursionen per Bus statt.

Finanzen

Für das Finanzjahr 2025 können wir trotz eines leichten Spendenrückgangs eine positive Bilanz ziehen. Wir konnten im Geschäftsjahr 2025 Einnahmen in Höhe von insgesamt 230.102,32 Euro generieren. Davon waren 74.601,58 Euro allgemeine Spenden und 8.208,42 Euro zweckgebundene Spenden. Neben den Spenden sind die Kollekten und die Mitgliedsbeiträge ein wesentlicher Teil unserer Einnahmen. Für die bei uns beantragten Fördermittel für Sanierungs-, Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten sowie für weitere Projekte konnten wir 178.650 Euro an die Kirchengemeinden, Kirchbaufördervereine u.a. weiterreichen.

Projektförderungen

Im Geschäftsjahr 2025 konnte der FAK Zuschüsse (in Euro) für folgende Projekte ausreichen:

Batzlow (MOL) Sanierung Dachkonstruktion Kirchenschiff 5.000,00
Blumberg (UM) Erstellung eines Sanierungsgutachtens 3.000,00
Bochow (PM) Turmsicherung 5.000,00
Damme (UM) Sanierung zweier Vertikalrisse im Feldsteinmauerwerk 3.000,00
Damme (UM) Riss-Sanierung am Giebel-Ost 2.000,00
Egsdorf (LDS) Sicherungsarbeiten an der Feldsteinfassade 4.000,00
EKBO Pilotprojekt Monitoring 10.000,00
Fretzdorf (OPR) Sanierung des Kirchturms / Turmfassade 3.000,00
Friedersdorf (LDS) Sanierung der nördlichen Eingangstür 4.000,00
Hermersdorf (MOL) Restaurierung der historischen Sauer-Orgel 2.500,00
Klausdorf (PM) Putzsanierung 5.000,00
Kossin (TF) Neueindeckung des Kirchturmdaches 1.300,00
Meinsdorf (TF) Notsicherung Turm und Sanierungskonzept 2.500,00
Milow (LWL) Sanierung 5.000,00
Paulinenaue (HVL) WC-Einbau, Umbauarbeiten Zugangstür, restliche Elektroarbeiten 4.000,00
Polßen (UM) Restaurierung / Teilerneuerung der Ostkirchenfenster (Altarbereich) 5.000,00
Prädikow (MOL) Sanierung Kirchturm 5.000,00
Reckenthin (PR) Sanierung Kirchschiffdach 5.000,00
Reppinichen (PM) teilweise Neueindeckung des Kirchendaches 5.000,00
Schönfließ (OHV) Sanierung Nordfassade, 1. BA 4.500,00
Senzke (HVL) Transloszierung einer Schuke-Orgel 5.000,00
Warchau (PM) Sanierung Dacheindeckung 5.000,00
Warchau (PM) Restaurierung der Kanzel, 2. BA 5.000,00
KK Zossen-Fläming (TF) Kirchenführer-Ausbildung 500,00

Aus Erträgen unserer Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen (SBD) sind 2025 Zuschüsse (in Euro) für folgende Projekte gezahlt worden:

Bornow (LOS) Sanierung des Kirchenschiffs 5.000,00
Gnewikow (OPR) Sanierung Kirchturm 5.000,00
Ihlow (TF) Mauerwerksanierung Kirchturm 5.000,00
Märkisch Wilmersdorf (TF) Sanierung des Kircheninnenraumes 5.000,00
Marzahne (PM) Sanierung Kirchturm 3.000,00
Obersdorf (MOL) Sanierung Kirchturm 5.000,00

Noch nicht abgerufen wurden die Fördermittel (in Euro) für:

Fahrland (P) Sanierung Kirchenschiffdach 5.000,00
Lietzow (HVL) Sanierung und Neueindeckung Kirchendach (Südseite) 5.000,00
Schmölln (UM) Sanierung / Ertüchtigung Turmlaterne 5.000,00

Risssanierungen in Damme

Spendenaktion „Vergessene Kunstwerke brauchen Hilfe“

Im Jahr 2025 (Dezember 2024 – Herbst 2025) führten wir wieder gemeinsam mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege (BLDAM) und der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) die inzwischen sehr bekannte Spendenaktion „Vergessene Kunstwerke brauchen Hilfe“ durch. Sie sammelte dieses Mal für die Restaurierung des Altars und der Kanzel in der Dorfkirche Paplitz im Landkreis Teltow-Fläming. Insgesamt konnten Spenden in Höhe von 14.766,79 Euro gesammelt werden. Im Dezember 2025 begann die neue Spendenaktion für ein Gemälde in Wagenitz.

Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen

Das Stiftungsvermögen unserer Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen (SBD) ist mit Stand vom 31. Dezember 2025 auf inzwischen knapp 1,6 Mio. Euro angewachsen.

Die 2025 für die Förderung von Projekten des FAK verfügbaren Erträge aus dem Stiftungskapital betrugen 38.000 Euro. Die Erträge kommen ausschließlich Projekten des FAK zugute. Erfreulich ist, dass zahlreiche Zustifter weiterhin dafür sorgen, dass das Stiftungsvermögen kontinuierlich wächst. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken.

Ausblick

Für das Jahr 2026 liegen zahlreiche Projektanträge vor, die ein höheres Fördervolumen aufweisen, als wir bisher hatten und voraussichtlich bedienen können. Gleichzeitig sehen wir einen leichten Rückgang an Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Als Verein sehen wir, dass wir Mitglieder nicht mehr wie in den 1990er Jahren gewinnen und dass wir auch 2026 Wege finden müssen, Menschen für unsere Vereinsarbeit zu begeistern. Auch die weitreichende Digitalisierung wird uns beschäftigen. Wir bringen uns auch weiterhin in die Diskussion um die Nutzung bzw. Mischnutzung von Kirchengebäuden und die Beteiligung der Bevölkerung und Vereine vor Ort ein, damit unsere Dorfkirchen der Gesellschaft als lebendige Denkmale erhalten bleiben.

Anne Haertel

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