21.06.2004

Anerkennung für mutigen Beginn – Die Preisträger im Wettbewerb „Startkapital“ 2004 wurden ermittelt

Die Entscheidung im Wettbewerb „Startkapital für Kirchen-Fördervereine“ ist gefallen. Aus den diesjährigen Bewerbungen wählte die Jury nach eingehender Diskussion die fünf Preisträger, die wir hier vorstellen wollen. Die Arbeit der Jury leisteten Marianne Fiedler und Angus Fowler vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, Matthias Hoffmann-Tauschwitz vom Kirchlichen Bauamt, Liebgart Schiemann vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und Franz Wede vom Verein Bunte Wiese Langnow.

Die Förderpreise werden am 24. September auf einer Festveranstaltung in der Dorfkirche Pinnow, Landkreis Oberhavel, übergeben. Heute schon herzlichen Glückwunsch den Gewinnern.


Ein Geschichtsdenkmal dem Vergessen entrissen

Förderverein Wallfahrtskirche Alt Krüssow e.V.

Dass die fast vergessene ehemalige Wallfahrtskirche Alt Krüssow in ihrer Bedeutung als Bau– und Geschichtsdenkmal wieder ins öffentliche Bewusstsein rückte, ist dem rührigen Förderverein zu verdanken. Einst gehörte der Ort neben Wilsnack und Heiligengrabe zu den bekanntesten Wallfahrtsstätten der Prignitz.

Die Kirchengemeinde in dem winzige Dorf ist mit der Instandsetzung und Unterhaltung des viel zu großen Gebäudes überfordert. Seit Jahren wurde nur noch die Seitenkapelle genutzt; das Hauptgebäude zeigte zunehmend Schäden.

Durch Initiative des Vereins konnte jetzt ein Gesamtsanierungskonzept erarbeitet werden. Mit guter Öffentlichkeitsarbeit und ersten Veranstaltungen wird für das Projekt in der Öffentlichkeit geworben.


Auch die Jugend des Dorfes macht mit

Förderverein Dorfkirche Gadow e.V.

Wie einige der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Brandenburg errichteten Kirchen ist das Gadower Gotteshaus etwas überdimensioniert. Die heute viel kleinere Kirchengemeinde nutzte das Gebäude deshalb seit 40 Jahren nicht mehr für ihre Gottesdienste.

Eine erstaunlich agile Bürgerinitiative führte inzwischen in Eigenleistung erste Sicherungsmaßnahmen durch und richtete unter der Empore eine Winterkirche ein, so dass die Gemeinde wieder in ihre Kirche zurückkehren konnte. Schließlich gründete sich ein Förderverein, der im Ort bereits eine breite Basis hat. Es entstand eine dringend notwendige Lobby für ein bedrohtes Bauwerk in einer strukturschwachen Region. Auch die Dorfjugend ist mit dabei; sie gestaltete den Internetauftritt des Vereins.


Lobby für eine Kapelle

Verein Heilstätten Hohenlychen e.V.

Mit den zahlreichen denkmalgeschützten, zur Zeit ungenutzten Gebäuden der ehemaligen Heilstätten in Hohenlychen verfügt die Stadt Lychen über ein riesiges Areal, für das dringend Investoren gesucht werden, um den fortschreitenden Verfall aufhalten zu können. Der Förderverein wurde gegründet mit dem Ziel, sich an den notwendigen Erhaltungsarbeiten zu beteiligen. Vorrangig beschäftigt er sich zur Zeit mit der ehemaligen Anstaltskapelle, die nach dem Zweiten Weltkrieg von der Roten Armee als Treibstofflager genutzt worden war. Der Verein schloss mit der Stadt einen Pachtvertrag, machte die Kapelle wieder öffentlich nutzbar und wirbt mit Veranstaltungen Spenden ein. So konnten bereits sechs künstlerisch gestaltete Fenster wieder hergestellt werden.


Vom Krieg verschont — jetzt Hilfe dringend

Förderverein Schlosskirche Lauchhammer-West e.V

Die ehemalige barocke Schlossanlage Mückenberg wurde 1945 zerstört. Erhalten blieben das Kavalierhaus und die Kapelle (hier eine historische Aufnahme). Sie ist heute Eigentum der Kommune, alleiniges Nutzungsrecht hat die Kirchengemeinde. Beide Partner wirken im Förderverein für die Instandsetzung der Kapelle mit. Ihm ist für die weitere Arbeit auch die Rolle des Mittlers zu wünschen.


Ihre Kirche soll nicht verkauft werden

Förderverein Dorfkirche Woltersdorf e.V.

Die Woltersdorfer Kirche entstand 1827 und wurde 1886 im Rundbogenstil umgebaut. Turm und Kirchendach weisen inzwischen erhebliche Schäden auf.

Eine Warnung gab der Blick in den Nachbarort Briest, wo das Kirchengebäude inzwischen aufgegeben und als Eigentum der Kommune zum Verkauf ausgeschrieben worden ist. Dagegen gründeten die Woltersdorfer einen Förderverein, der von Beginn an auf einer soliden Basis bei den Einwohnern steht. Die Mitglieder organisierten bereits mehrere Veranstaltungen, deren Erlöse der Instandsetzung der Kirche zugute kommen.

Das „Startkapital“ soll dem Verein Mut machen im Einsatz gegen weiteren Verfall und die drohende Profanierung von Kirchengebäuden in der Region.

21.06.2004
Zu den Kirchen
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Gadow – Förderverein sammelt weiter für Sanierung 06.05.2019 · Märkische Allgemeine Zeitung
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