31.05.2020  –  Lausitzer Rundschau

Jahrhundertealte Bodenplatten in Kapelle von Mühlberg wieder eingebaut

In die Sanierung der Friedhofskapelle der Elbestadt Mühlberg fließen 235 000 Euro. Die Arbeiten sind schon weit fortgeschritten.

29. Mai 2020, 11:53 Uhr•Mühlberg
Von Manfred Feller

Erst außen, dann innen: Die Kapelle auf dem Friedhof in Mühlberg wird weiter saniert.
Ein einmaliges Bild: Architekt Onno Folkerts geht Bauunternehmer Frank Hubrich beim Pflastern in der Mühlberger Friedhofskapelle zur Hand.

Die mittlerweile 430 Jahre alte Friedhofskapelle in Mühlberg sieht eindeutig jünger aus als sie ist. Sie gehört zu Recht zu den Sehenswürdigkeiten des Elbestädtchens. Dafür haben immer wieder Handwerker gesorgt. Zuletzt war es Frank Hubrich mit seiner Hoch- und Tiefbaufirma aus Neuburxdorf. In der Kapelle ist der Uraltfußboden wellen- und damit stolperfrei wieder hergestellt worden.

Dafür sind die etwa 20 mal 20 Zentimeter großen Bodenplatten zunächst herausgenommen worden. Architekt Onno Folkerts schätzt das Alter des Materials auf 300 bis 400 Jahre. Die Platten seien einst von Hand geformt worden und stammen höchstwahrscheinlich aus der Umgebung.

Kein Schatz unter dem Fußboden der Kapelle

Für den ebenen Untergrund war neuer Kies eingebaut worden. Zusätzlich sind Kabel für die künftige Sitzheizung der Bänke verlegt worden. Erst dann konnten die Bodenplatten nach altem Muster wieder ihren Platz finden. Entdeckungen haben die Bauleute im Unterbau des Fußbodens keine gemacht, versichert Firmenchef Frank Hubrich. Keine Wertgegenstände und auch keine historischen Dokumente.Im nächsten Schritt erhält die Friedhofskapelle Podeste für die Bankreihen, so Heiko Müller, Kirchenbaureferent im Kreiskirchenamt Herzberg. Im Sommer sollen die wesentlichen Arbeiten abgeschlossen sein.

235 000 Euro für Sanierung der Friedhofskapelle

Beim Blick auf die Eingangstür fällt dem Architekten Onno Folkerts auf, dass diese irgendwann in der Vergangenheit verändert worden ist. Einst sei sie einflügelig gewesen. Heute hat sie zwei Flügel. Auch der Zustand sei nicht der Beste. „Die Tür muss vom Tischler aufgearbeitet werden“, stellt er fest.

Die Friedhofskapelle hatte nach dem Orkan Kyrill, der im Januar 2007 auch in Elbe-Elster verheerende Schäden angerichtet hatte, ein neues Dach erhalten. Im Vorjahr war der Außenputz ausgebessert worden. Der Anstrich wurde erneuert. Nach Angaben von Onno Folkerts werden am Ende 235 000 Euro in die vorzeigbare und sehenswerte Kapelle auf dem Friedhof in Mühlberg geflossen sein. 75 Prozent sind Fördermittel der EU (Leader/Eler). Die übrige Summe komme vom evangelischen Kirchenkreis Bad Liebenwerda.

Projekte in historischen Bauten

Der aus dem Norden stammende Architekt Onno Folkerts arbeitet projektbezogen seit 1991 in Elbe-Elster. Die Marienkirche in Herzberg sei sein erstes Objekt in dieser Gegend gewesen. Viele weitere folgten, in den vergangenen 20 Jahren oft auch in Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmer Frank Hubrich. Letzterer erwähnt das Kloster, Kirche und Museum in Mühlberg. Vorbeischauen lohne sich.

Lausitzer Rundschau, 31.05.2020
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