12.05.2019  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Neues Bauprojekt in Mellnsdorfer Kirche

Im Jahr 2005 hatte sich der Förderverein „Dorfkirche Mellnsdorf“ gegründet. Seitdem ist an dem Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert vieles saniert worden. Nun wurde mit der Erneuerung der Sitzbankreihen entlang der beiden Seitenwände begonnen.

Willi Höhne (l.) und Dirk Bieder beim Einsetzen der neuen Holzbalken im Sitzbankbereich der Dorfkirche Mellnsdorf.Quelle: Isabelle Richter

Mit Freude begutachteten Willi Höhne und Christa Richter am Donnerstagvormittag die Fortschritte in der Mellnsdorfer Dorfkirche. Der Vorsitzende des Fördervereins und die Kirchenälteste freuen sich, dass in diesem Jahr wieder ein neues Bauprojektumgesetzt wird. Dieses Mal sind die Sitzbankreihen im Inneren des Gotteshauses an der Reihe. Die beiden Holzpodeste, auf denen normalerweise jeweils sieben Sitzbänke stehen, müssen dringend erneuert werden. Das Konstrukt war in der Vergangenheit durch die von Außen immer wieder eintretende Feuchtigkeit ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden. 

Charme der alten Sitzbänke bleibt erhalten

Tischler Dirk Bieder aus Seehausen soll das nun ändern. Bis zum Benefiz-Konzert am 7. Juli sollen die Sitzbankreihen wieder in neuem Glanz erstrahlen. Dirk Bieder hat das Konstrukt dafür bereits bis auf den Boden zurückgebaut. Auch die Seitenwände waren im Vorfeld bereits neu verputzt worden, um das Eindringen von Feuchtigkeit künftig zu verhindern. Der Unterbau sowie der Podestboden werden mit neuem Holz bestückt. Die Sitzbänke dagegen sollen nur ein wenig überarbeitet werden. Der Grund: Trotz Kratzern und abgeplatzter Farbe haben sie aus Sicht des Tischlers und der Kirchenmitglieder einen gewissen Charme, welcher der Kirche auch in Zukunft erhalten bleiben soll.

Die alten Sitzbänke in der Dorfkirche Mellnsdorf sollen ihr altes Antlitz behalten. Quelle: Isabelle Richter

„Etwa sechs- bis siebentausend Euro“, so schätzt Dirk Bieder, werden für die Umsetzung des Projektes am Ende etwa fällig. Finanziert wird die Erneuerung dieses Mal „über den Kirchenstaatsvertrag“, berichtet Christa Richter. Als eines der 10 Mitglieder des Fördervereins„Dorfkirche Mellnsdorf“ hat die 69-Jährige schon so einige Baustellen miterlebt. Angefangen hatte alles im Oktober 2002, als ein schwerer Sturm dazu führte, dass sich der Kirchturm bedrohlich nach Außen neigte. Mithilfe der Versicherungssumme wurde der Turm zur Sicherheit abgenommen und neben die Kirche gestellt. Das Kirchendach erhielt zwischenzeitlich eine Notabdeckung.

eit der Gründung des Fördervereins wurde die Mellnsdorfer Dorfkirche Schritt für Schritt saniert. Quelle: Victoria Barnack

Weil klar war, dass der Kirchturm erneuert werden musste, wurden im Frühjahr 2005 alle Mellnsdorfer zu einer Einwohnerversammlung in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. „Man muss einen Verein gründen, sonst bekommt man keine Fördergelder“, so der Vorsitzende Willi Höhne zum Hintergrund. 

Die Gründung eines Fördervereins zur Sanierung der Dorfkirche wurde deshalb auch auf der Versammlung vor 14 Jahren beschlossen und schon kurze Zeit später umgesetzt. Nur ein paar Monate später folgte dann auch die erste Benefizveranstaltung, um Spenden zu sammeln.

Nächstes Projekt ist schon geplant

Einmal im Jahr findet in der Mellnsdorfer Kirche ein Konzert statt. Zu Gast waren hier unter anderem schon der Raduga-Chor und die Band Tonfall. Dieses Mal wird am 7. Juli das Ensemble Chewara aus Groß Kreutz erwartet. Ab 14.30 Uhr gibt es für die Gäste bereits Kaffee und Kuchen – um 16 Uhr startet das Konzert. Insgesamt wurden von 2005 bis heute unzählige Sanierungsprojekte in der Mellnsdorfer Dorfkircheumgesetzt. Darunter die Aufarbeitung der Kirchentür, die Restauration der Orgel oder der Fenster.

Die Ornamente an der Decke der Apsis in der Mellnsdorfer Kirche sind kaum noch zu sehen. Quelle: Isabelle Richter

Als nächstes großes Projekt hat sich der Förderverein die Ornamente an der hölzernen Decke der Apsis vorgenommen. Die Farbe ist hier schon fast gänzlich abgeplatzt. Von den ehemals bunten Bildern ist kaum noch etwas zu sehen. Doch nicht nur die Finanzierung solcher Projekte ist jedes Mal eine Herausforderung – Christa Richter berichtet auch, dass es immer schwieriger wird, geeignete Handwerker zu finden, die sich mit der Restaurierung solcher Dinge auskennen.

Von Isabelle Richter

Märkische Allgemeine Zeitung, 12.05.2019
Zur Kirche
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