24.07.2019  –  Märkische Oderzeitung

Schönheitskur für Heinersdorfer Kirche

Kirchenschiff ist eingerüstet: Pfarrerin Rahel Rietzl zeigt ein Farbmuster für die acht hölzernen Säulen. Hinter ihr ist ein Stück Wand mit der geplanten Farbe Rosa gestrichen.© Foto: Bettina Winkler

Der Feldsteinbau aus dem  13. Jahrhundert mit barocker Ausstattung bekommt eine Schönheitskur. Was im Inneren  der Heinersdorfer Kirche passiert, ist von außen nicht zu sehen. Aber auf der Baustelle geht es voran.

Im Kirchenschiff ist ein großes Gerüst aufgebaut. Am Dienstag erfolgten dazu die letzten Handgriffe. Der nach italienischem Muster geschnitzte Holzaltar mit Kanzel, die 1911 von der Firma Sauer gefertigte  Orgel und das Gestühl sind mit Folie abgedeckt. Auf der Empore sind Handwerker zu Gange. Die Männer entfernen mittels Hochdruck und Spachtel den alten, weißen  Wandanstrich, der noch aus DDR-Zeiten stammt und mittlerweile bröckelt. Darunter kommt ein Farbpuzzle zu Tage. „Mit historischen Fresken rechnen wir aber nicht“, sagt Rahel Rietzl.  Die zuständige Pfarrerin freut sich, dass es endlich voran geht. Seit einem Jahrzehnt hat die Kirchengemeinde auf die längst fällige Sanierung des Gotteshauses gewartet.

Rahel Rietzl zeigt auf eine der acht hölzernen ionischen Säulen, die die dreiseitige Empore tragen. „Diese sollen nach Vorstellung der Restauratorin und der Denkmalpflege einen graumelierten Anstrich in spezieller Kratztechnik bekommen“, erzählt die Pfarrerin. Sie kann sich das gut vorstellen, schließlich bilden die Säulen so einen schönen Kontrast zur geplanten rosa Wandfarbe.

Die Fenster sollen grau abgesetzt werden. „Das bringt Bewegung und eine gewisse Tiefe in den Raum.“ Das Farbkonzept, angelehnt an das Kircheninnere von 1911, das der damalige Pfarrer Nitsche in seiner Chronik dokumentiert hat, ist ein Vorschlag – dem der Kreiskirchenrat noch zustimmen muss. 130 000 Euro sind für die Sanierung, die von der Firma IBS aus Hoppegarten bautechnisch begleitet wird,  angesetzt. Die Landeskirche, der Kirchenkreis, der Denkmalfond des Landkreises und der Verein „Alte Kirchen“ unterstützen das Projekt mit Fördergeldern.

Heinersdorfer Kirchenpuzzle

Auch der Heinersdorfer Verein Denk-mal-Kultur hat schon seit Jahren Spenden für die Kirche gesammelt, die jetzt der Sanierung zu Gute kommen. Zudem haben viele Einwohner das Vorhaben mit einem kleinen Beitrag unterstützt. Dafür hat Rahel Rietzl beim Dorffest im Mai die Spendenaktion „Heinersdorfer Kirchenpuzzle“, die immer noch läuft, und Baustellenandachten in kleiner Runde mit Kerzen ins Leben gerufen. Pfarrerin  Rahel Rietzl ist optimistisch, dass  die Kirche noch in diesem Jahr fertig wird und somit zum  Gottesdienst an Heiligabend in neuem Glanz erstrahlt.

Märkische Oderzeitung, 24.07.2019
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Schönheitskur für Heinersdorfer Kirche 24.07.2019 · Märkische Oderzeitung