19.05.2020  –  Märkische Allgemeine Zeitung

Von Tätern und Opfern: Die Kunstausstellung „Sensorium“ kommt nach Schildow

„Meine Bilder sind Reflektionen über Gewalt und Schwäche, Opfer und Täter. Sie erzählen aber auch vom Leben und leben lernen, selbstbewusst werden und bleiben“, erläutert Heike Gronemann die Zusammenstellung ihrer Werke.

Eine ganz besondere Ausstellung wird in diesem Jahr zu Himmelfahrt (21. Mai) in der Dorfkirche Schildow, Hauptstraße 9, eröffnet: Heike Gronemann zeigt Malereien voller Gefühl, die einerseits verstören und doch zugleich ermutigen. „Meine Bilder sind Reflektionen über Gewalt und Schwäche, Opfer und Täter. Sie erzählen aber auch vom Leben und leben lernen, selbstbewusst werden und bleiben“, erläutert Heike Gronemann die Zusammenstellung ihrer Werke. „Sie beschreiben menschliche Nöte, menschliches Hoffen, innere Stärke, Einsamkeit und Würde.“ Die neue Ausstellung mit dem Titel „Sensorium“ hatte sich aufgrund der Corona-Schließung der Kirchen verzögert. Um so schöner, dass die Werke nun endlich öffentlich zu sehen sind. Wer es am Himmelfahrtswochenende nicht in die Schildower Dorfkirche schafft, hat noch bis Ende August 2020 die Gelegenheit, die Werke zu bewundern.

Heike Gronemann hat beeindruckende Werke gemalt. Quelle: privat

Besichtigungen sind stets vor und nach den Gottesdiensten möglich, oder nach Vereinbarung unter 033056 81021 und 033056 20963. Die Berliner Künstlerin Gronemann ist eigentlich ausgebildete Werbegestalterin und Typografin. In den Hackeschen Höfen betrieb sie eine Kunstbuchhandlung und studierte schließlich Freie Malerei an der privaten Ruhrakademie in Nordrhein-Westfalen, bevor sie vor acht Jahren in ihre Heimat Berlin zurückkehrte. Heike Gronemanns Bildoberflächen sind häufig gekratzt, ausgewaschen oder geschliffen. Sie sind vielschichtig. Die entstandenen Farbräume sind wolkig, fleckig, dunstig, versehrt durch schartige Spuren und Kratzer. Auf ihnen sind sparsame, aber offenkundige Motive. Einige erschließen sich erst beim genaueren Hinsehen. Ein immer wiederkehrender Kontrapunkt ihrer Werke ist die dezidierte Beschäftigung mit den Gefühlen eines Kindes: Träume und Traumata, Erinnerungen und Hoffnungen stellt sie mit größter Empfindsamkeit dar. Ihr „Sensorium“ umfasst die unerschöpfliche Vielfalt der Sinne.

Märkische Allgemeine Zeitung, 19.05.2020