Dorfkirche Carzig

Diese Kirche ist nicht offen.
Steckbrief
Carzig Märkisch-Oderland
Angaben korrigieren oder ergänzen

Angaben korrigieren oder ergänzen

Wir prüfen die Informationen und behalten uns die Veröffentlichung vor. Die Daten werden elektronisch gespeichert. Sie werden nicht für weitere Angebote verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Dorfkirche Carzig
Dorfkirche des Monats Oktober 2005
Im Frühjahr 1945, während der verzweifelten Kämpfe um dieSeelower Höhen und den Übergang der sowjetischen Truppen über die Oder, wurdeauch das Dorf Carzig fast vollständig zerstört. Nach Kriegsende wurde diebeschädigte Kirche des Ortes zur Gewinnung von Baumaterial freigegeben und istnoch heute ñ über sechzig Jahre später ñ eine Ruine. Von den Kriegszerstörungen an Kirchengebäuden war derehemalige Kirchenkreis Seelow der am schwersten betroffene in Deutschland: Von50 Kirchen waren 28 zerstört, 12 davon wurden in derNachkriegszeit durch Abriss vernichtet. Der PfarrsprengelMallnow, zu dem auch Carzig gehört, verfügte noch nach 1990 über keine intakteKirche. In allen fünf Dörfern standen Kriegsruinen. Mitte der 90er Jahrebeschlossen die Gemeindekirchenräte den Wiederaufbau der Kirche von Niederjesarmit teilweise modernen Materialien, was durch die Unterstützung einesFördervereins und der Kommune ermöglicht wurde. Andernorts, z. B. in Schönfließ,konnten Sicherungsarbeiten durchgeführt werden, um weitere Substanzverluste zuvermeiden. In Carzig gründete sich im vergangenen Jahr einFörderverein, der laut Satzung das ehrgeizige Ziel des Ñäußerlich möglichstoriginalgetreuen Wiederaufbaus der Dorfkircheì verfolgt. Von dem auf Veranlassung des damaligen Patronatsherren, CarlAlbert Leopold von Burgsdorff, errichteten neugotischen Backsteinbau sind dermit einem Notdach versehene, stark verkürzte Turm sowie Teile des Ostgiebelsund der Umfassungsmauern erhalten. Nach dem Kriege errichtete sich die Gemeindeim Inneren der Ruine eine provisorische Notkirche, die äußerlich eher einemSchuppen gleicht und noch heute für Gottesdienste genutzt wird. 1957 konntesogar wieder eine Glocke im Turm aufgehängt werden ñ die einzige nach 1945gegossene Bronzeglocke des Kirchenkreises. Der neugegründete Verein will sich mit dem Anblick der Ruineund dem Provisorium der Notkirche nicht länger abfinden. Als erste Maßnahmeerhielt die Kirchturmspitze eine neue vergoldete Bekrönung mit Kugel und Kreuz.Nach einem Sturmschaden wurde das Turmdach neu eingedeckt. Bei verschiedenenVeranstaltungen konnten erste Spenden eingeworben werden. Ein im Maßstab 1 : 50gebautes Architekturmodell der alten (und erhofften neuen) Kirche zeigt, wieweit der Weg zur Wiederherstellung des Gotteshauses noch ist. Aber auch ananderen Orten hat man scheinbar Unmögliches geschafft… Für sein bürgerschaftliches Engagement wurde der Verein alseiner von sechs Preisträgern mit einem ÑStartkapital für Kirchen-Fördervereine2005ì gewürdigt. Die vom Förderkreis Alte Kirchen ausgeschriebenen Preisewurden am 23. September im Rahmen eines Festgottesdienstes in Templinüberreicht. Weitere Informationen: Evang. Pfarramt Mallnow, Pfr. Martin Müller, Tel.: (03 36 02) 4 37
Zum Weiterlesen: Märkische Oderzeitung vom 20. März 2010: Einmal im Jahr Gottesdienst und kultureller Rahmen Märkische Oderzeitung vom 12. Juli 2011: Spektakel unterm Glockenturm Märkische Oderzeitung vom 17. August 2011: Kirchenruine mit neuem Gesicht Mitteilungsblatt September 2012: Eine Ruine erwacht zu neuem Leben Mitteilungsblatt Mai 2013: Sommerfest vor einer (Noch)-Ruine Märkische Onlinezeitung vom 08. Juli 2014: 17 500 Euro in zehn Jahren gesammelt