Dorfkirche Dranse

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Steckbrief
16909 Dranse Ostprignitz-Ruppin
Neuromanischer Backsteinbau der Stülerschule mit Apsis und Westturm von 1861, einheitliche bauzeitliche Ausstattung, Schablonenmalerei Schlüssel sind erhältlich bei Anke Tusche, Dorfstr. 18, Tel. 033966-50858, oder Fam. Gericke, Dorfstraße 47, Tel. 033966-50888.
Förderverein für die Dranser Kirche e.V.
Sybille Kühn
Walkmüllerstraße 2
16909 Wittstock OT Dranse
Tel.: 03 39 66 - 6 03 50
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    Dorfkirche Dranse
    Dorfkirche des Monats Juni 2026

    Die Dorfkirche in Dranse (Landkreis Ostprignitz-Ruppin)

    Wenn eine Kirche schön saniert ist, sollte auch wieder die Orgel auf der Empore tönen. So dachte man sich das in Dranse, einem Dorf wenige Kilometer nordöstlich von Wittstock (OPR). Denn eine Kirche ohne Orgel, das ist doch wie ein Klavier ohne Saiten. Doch die Pläne des Fördervereins und der Kirchengemeinde zur Restaurierung der über 130 Jahre alten Lütkemüller-Orgel haben sich vorerst zerschlagen. Denn die für dieses Jahr von den großen Fördergebern, wie dem brandenburgischen Denkmalamt und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) erhofften Gelder kommen vorerst nicht. Sie sollten etwa zwei Drittel der Gesamtkosten von 75.000 Euro decken.

    Manfred Hojczyk, ein emeritierter Pfarrer, der sich ehrenamtlich um das Projekt kümmert, will sich davon jedoch nicht entmutigen lassen. Er plant für das nächste Jahr einen neuen Anlauf, will überdies noch andere Geldquellen erschließen und Spender gewinnen. Denn einen schönen Grundstock hat er: Kirchengemeinde und Förderverein haben 10.000 Euro fest zugesichert, und auch der Förderkreis Alte Kirchen hatte im Vorjahr 3.000 Euro zugesagt.

    Für ein kleines Dorf hat Dranse eine erstaunlich große Kirche. Es ist ein neo-romanischer Saalbau aus dem Jahre 1861 mit einer imposanten Apsis. Dass die Kirche, die seit 1970 unweit des Bomben-Übungsgeländes östlich von Wittstock leer stand, in all den Jahren nicht zur Ruine wurde, ist dem lokalen Förderverein zu verdanken. Er sorgte auch für eine Sanierung, die im Sommer 2024 abgeschlossen wurde. Die Kosten von etwa 350.000 Euro kamen zum großen Teil aus Mitteln des EU-Förderprogramms LEADER. Der FAK beteiligte sich daran nicht. Er hatte dem Förderverein 2013 aber immerhin ein Startgeld von 2500 Euro gewährt.

    Nach der Sanierung sollte nun auch die Orgel restauriert werden. Das Werk des berühmten Orgelbauers Lütkemüller aus dem Jahre 1892 hat trotz des zeitweise schadhaften Kirchendaches und damit eines Wasserschadens die Zeit des Leerstands erstaunlich gut überstanden. Die Orgel ist zwar arg verschmutzt, besitzt aber mit den alten Porzellanschildern und Registerzügen eine historische Aura. Auch die Gutachten der Fachleute loben den erstaunlich guten Zustand des Lütkemüller-Instruments, der für hunderte von Dorfkirchen in Brandenburg und Mecklenburg baute. „Die Orgel ist in allen ihren Teilen unverändert erhalten. Sie ist jedoch nicht spielbar und vielfach stark beschädigt“, schreibt der Gutachter Friedrich Drese. „Nach meinem Eindruck wird die wiederhergestellte Orgel in dieser Kirche sehr schön klingen“.

    Im Unterschied zu den Stadtkirchen, so schreibt der Orgel-Experte Johannes Wauer, hatten die meisten Dorfkirchen in der Prignitz bis in das 19. Jahrhundert hinein keine Orgel. Es fehlte entweder das Geld oder ein adliger Patron, der ein Instrument stiftete. Zwischen 1850 und 1900 hätten dann doch noch viele Dorfkirchen eine Orgel mit meist 4 und 9 Registern bekommen. In ungefähr jeder dritten Kirche war es ein Instrument von Lütkemüller oder von Hollenbach.

    Friedrich Hermann Lütkemüller (1815 bis 1897) stammte aus Papenbruch bei Wittstock, wo er als Sohn des Pfarrers geboren wurde. 1844 gründete er eine Werkstatt in Wittstock und baute im Laufe der Jahrzehnte etwa 200 Orgeln. Einer der Lehrlinge war Albert Hollenbach, der bis 1904 in Neuruppin eine Werkstatt hatte. Nach Ansicht von Wauer haben Lütkemüller und Hollenbach am Typ der aus dem Barock stammenden Schleifladen-Orgel und an einem frühromantischen Klangbild festgehalten. Dies sei ein Glück für die Prignitz gewesen, weil dieser Typus der Prignitz gut klingende Orgeln verschafft hatte, die sich als robuster erwiesen als spätere Orgel-Typen.

    Weitere Informationen:   
    Adresse der Kirche: Dranser Dorfstraße 33, 16909 Wittstock OT Dranse
    Kirchengemeinde: Ev. Kirchengemeinde zwischen Dosse und Heide, Gemeindebüro, St.-Marien-Str. 8 , 16909 Wittstock, Telefon 03394-40 29 475, dana.krsynowski@gemeinsam.ekbo.de, www.kirche-wittstock-ruppin.de
    Förderverein: Förderverein der Dranser Kirche, Vorsitzende Sybille Kühn,16909 Wittstock, Tel. 033966 60350
    Spendenkonto: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg
    Evangelische Bank – IBAN: DE 94 5206 0410 0003 9113 90
    Verwendungszweck: Dorfkirche Dranse