Dorfkirche Petersdorf

Beitragsbild: Philipp Schauer - Dorfkirche Petersdorf (2026)

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Steckbrief
15236 Jacobsdorf OT Petersdorf Oder-Spree
Die Dorfkirche ist ein einfacher Rechtecksaal, errichtet aus für das 13. Jh. üblichem regelmäßigem Feldsteinmauerwerk. An der Südseite eine kleine Eingangshalle, angefügt in der 2. Hälfte des 19. Jh. Im Innern eine reichverzierte Kanzel (Anfang 17. Jh.), ein Altarbild aus der Spätrenaissance, das Jesus im Kreis seiner Jünger beim letzten Abendmahl darstellt, sowie eine Orgel von Friedrich Ernst Gustav Heinze aus Sorau, eine Rarität in Brandenburg. Schlüssel bei Fam. Bellach, Sieversdorfer Str. 12, Tel. 033608-3609
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    Dorfkirche Petersdorf
    Dorfkirche des Monats Juli 2026

    Die Dorfkirche Petersdorf (Landkreis Oder-Spree)
    Text: Philipp Schauer

    Die Kirche in Petersdorf ist eine nette kleine Kirche, die etwas verwunschen auf einem Hügel liegt. Erbaut wohl in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, hat sie noch eine seitliche Vorhalle aus dem späten 19. Jahrhundert. Seit der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg gibt es keinen Turm mehr, sondern einen freistehenden, hölzernen Glockenstuhl mit Glocken aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Leider ist dieser baufällig, die Glocken sind stillgelegt. Teile des Daches und der Ostgiebel sind sanierungsbedürftig – es gibt Risse in den Wänden und Mörtellücken im Mauerwerk. Die Fenster müssten aufgearbeitet werden. Aber es geht voran: Giebel und Dach auf der Westseite sind schon renoviert. Die Gemeinde hat ein neues Sanierungskonzept erarbeiten lassen – finanziert vom Landkreis.

    In der Kirche gibt es ein vor kurzem – auch mit Hilfe des Förderkreises Alte Kirchen – restauriertes, großes Abendmahlbild über dem Altar aus dem 17. Jahrhundert, das wohl der Mittelteil eines früheren Altars war, zwei Zinnleuchter von 1678, eine prächtige Kanzel aus dem späten 17. Jahrhundert und einen hölzernen Taufständer mit Zinnschale von 1767. Eine Grabplatte derer von Stranz von 1743 liegt vor dem Altar, verborgen unter einem Teppich. Die Stranz waren hier – wie auch im benachbarten Sieversdorf – die Patronatsherren von 1393 bis 1771. Die Orgel von 1907 ist eines der wenigen erhaltenen Werke von Friedrich Ernst Gustav Heinze aus Sorau.

    Direkt neben der Kirche auf dem Gelände des alten Gutshauses, das selbst noch der Renovierung harrt liegt eine weitere Attraktion. Im GOLEM-HOF liegt die GALERIE3PLUS (https://galerie3plus.de/), die wechselnde Kunstausstellungen organisiert und in ihrer ständigen Ausstellung Werke des Bildhauers Waldemar Grzimek (Mahnmal Sachsenhausen), von Fritz Cremer (Buchenwald-Mahnmal) und der Malerin Christa Cremer zeigt. Öffnungszeiten: Di-Fr 10-17 Uhr, 2. und 4. Samstag im Monat 10-17 Uhr). Auf dem Hof ist auch der Werksverkauf der bekannten, vor allem auf historische Baukeramik spezialisierten Firma Golem (Mo-Fr 8-16 Uhr, 2. und 4. Samstag im Monat 9-16 Uhr). Eigentümer sind der Keramiker Tomas Grzimek, der bei Hedwig Bollhagen gelernt hat, und seine Frau, die Bildhauerin Sabine Heller. Petersdorf hat also einen „Kulturcluster“ und ist damit eine wirklich interessante Touristenattraktion.

    In der Kirche finden alle vier bis sechs Wochen Gottesdienste statt, die auch von auswärts gut besucht werden. Die Kirche gehört zusammen mit neun weiteren zur Jakobusgemeinde, die von der Diakonin Kristin von Campenhausen betreut wird. Sie sagt, es sei eine lebhafte, engagierte, gut organisierte Gemeinde, mit ca. 100 ehrenamtlichen Helfern (bei ca. 700 Gemeindemitgliedern), Posaunenchor, Konfirmandenunterricht, Familiengottesdiensten, Christenlehre, Seniorenkreisen, Krippenspielen und dem bekannten Freiluftgottesdienst zu Himmelfahrt am Hirschdenkmal bei Briesen. Zu hohen Feiertagen gelinge es mit Hilfe der drei Lektoren, in allen Kirchen Gottesdienste abzuhalten. Und auch ein Pflegeheim werde betrieben. Die Petersdorfer hingen sehr an ihrer Kirche, seien engagiert, verteilten zum Beispiel vor jedem Gottesdienst Einladungen in die Briefkästen.

    Ansonsten gibt es im Dorf noch ein Sportverein und den Traditionsverein, der zwei wirklich alte Feuerwehrfahrzeuge und mehrere Traktoren pflegt, Gemeindeflächen mäht und in Ordnung hält und den NaturKultur Tag organisiert.

    Aktuell hat für die Kirchengemeinde die Erneuerung des Glockenstuhls Priorität, damit die Glocken wieder läuten können. Das soll noch in diesem Jahr gelingen. Der Förderkreis Alte Kirchen beteiligt sich. Hierfür und für die weiteren notwendigen Arbeiten bitten der Förderkreis Alte Kirche und die Gemeinde um Spenden.

    Weitere Informationen
    Adresse der Kirche: Sieversdorfer Straße 19c, 15236 Jacobsdorf (OT Petersdorf)
    Ev. Kirchengemeinde: Diakonin Kristin von Campenhausen: 0176 51887477, Gemeindebüro: 033608 290, jakobus-odervorland@ekkos.de, https://www.kirche-oderland-spree.de/kirchengemeinden/region-frankfurt-oder/jakobus-im-odervorland
    Touristische Angaben: GALERIE3PLUS direkt neben der Kirche (https://galerie3plus.de/) mit ständiger Ausstellung Waldemar Grzimek, Fritz Cremer, Christa Cremer und wechselnden Kunstausstellungen, Di-Fr 10-17 Uhr und jeden 2. und 4. Samstag 10-17 Uhr sowie Werksverkauf Golem Baukeramik.
    Spendenkonto: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.
    Evangelische Bank – IBAN: DE94 5206 0410 0003 9113 90
    Verwendungszweck: Dorfkirche Petersdorf (LOS)