Dorfkirche Sperenberg

Beitragsbild: Hans Tödtmann - Dorfkirche Sperenberg (2026)
Steckbrief
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| 15838 Am Mellensee OT Sperenberg | Teltow-Fläming |
| Verputzter Saalbau von 1753 nach Plänen des Landbaumeisters Georg Friedrich Berger | Anmeldung u. Schlüssel im Pfarramt, Karl-Fiedler-Str. 14, Tel. 033703-69562, www.kkzf.de |
Die evangelische Kirche in Sperenberg (Teltow-Fläming)
Text: Henning v. Dewitz
Bei der Dorfkirche Sperenberg handelt es sich um eine Saalkirche, die in den Jahren 1752/53 durch den Landesbaumeister Georg F. Berger auf dem Fundament eines mittelalterlichen Vorgängerbaus errichtet wurde. Durch die beginnende Industrialisierung war die Einwohnerzahl stark gewachsen und Friedrich der Große stellte die finanziellen Mittel für den Neubau zur Verfügung. Die Kirchweihe fand am 30. September 1753 statt. In der Nacht vom 6. auf den 7. Juli 1760 schlug ein Blitz neben der Helmstange unter dem Knopf in den Turm ein, wodurch ein Turmfenster, die Uhr sowie eine Glocke beschädigt wurden. Diese zersprang 1782 und wurde 1797 neu gegossen. 1846 veränderte die Gemeinde die Form des Westturms und ließ das Obergeschoss leicht einrücken. Zu einem späteren Zeitpunkt trennte sie die Apsis ab und schuf so den Raum für eine Sakristei. Bei Ausgrabungen fanden Experten im Jahr 1932 mehrere Gräber innerhalb der Kirche. Im Zweiten Weltkrieg schlug im April 1945 eine Granate in den Kirchturm ein und zerstörte das Uhrwerk sowie die südliche Ecke des Turms. In den Jahren 1966 und 1967 erfolgte nach einem Schwammbefall eine Restaurierung des Innenraums. Dabei wurde die obere Etage der ehemals zweigeschossigen Hufeisenempore ausgebaut, die Dachkonstruktion erneuert und die Kassettendecke mit Gipskartonplatten aus Sperenberg verkleidet. Das Kirchenschiff erhielt einen neuen Fußboden sowie ein Luftheizungssystem, die Turmuhr darüber hinaus einen elektrischen Antrieb. Die Trennwand zur Apsis wurde ersatzlos entfernt, und die Arbeiten wurden am 24. September 1967 mit einem Gottesdienst abgeschlossen. Zuletzt sanierte die Gemeinde das Bauwerk von 2001 bis 2009.
Von außen fallen die hohe halbrunde Apsis und die segmentbogenförmigen Fenster im gesamten Kirchenschiff auf, die nahezu die gesamte Höhe der Kirchenwand einnehmen. Sie gliedern die verputzte Fassade in eine streng geometrische Form. Auf dem weiträumigen Kirchengrundstück befindet sich auch der Friedhof.
Der Hauptzugang zum Gebäude erfolgt durch ein bogenförmiges Portal an der Westseite des Turms. Darüber ist ein rundbogenförmiges Fenster eingelassen. Wegen der Restaurierungen in den 1950er/ 1960er Jahren ist eine neuzeitliche Innenausstattung gegeben. Das an der Chorostwand hängende Kreuz mit einem Kruzifix von Hermann Lorisch aus Kleinmachnow schuf der Sperenberger Bildhauer Egon Liebold. Die Orgel stammt von der Fa. Sauer aus Frankfurt-Oder aus dem Jahr 1969. Auf dem steinernen Altar befinden sich große Leuchter. Der Tauftisch ist ein Werk des Bildhauers Wilhelm Groß.
Mit dem 80 m hohen Gipsberg am Ostrand des Ortes gibt es in Sperenberg eine für Brandenburg einmalige geologische Besonderheit. Der Gipsabbau erlebte diverse – auch blühende – Epochen, wurde aber 1958 endgültig aufgegeben. Heute lädt das Naturschutzgebiet Sperenberger Gipsbrüche zu Erkundigungen ein, inklusive eines Aussichtsturmes. Die in der ehemaligen Dorfschule eingerichtete Heimatstube zeigt Ausgrabungsobjekte der Ur- und Frühgeschichte sowie heimatgeschichtliche Exponate.
In der Kirche finden regelmäßig Gottesdienste statt. Genutzt wird sie für diverse weitere Veranstaltungen; u.a. werden auf der geräumigen Innenempore Gemeindetreffen („Kirchen-Café“ etc.) veranstaltet. Sie wird als Einzeldenkmal in der Denkmalliste des Landes Brandenburg geführt. Aktuell steht nun die Kirchturmsanierung bevor, was u.a. die Dachkonstruktion, die Dachdeckung und das Turmfachwerk beinhaltet. Der Förderkreis Alte Kirchen e.V. bittet für dieses umfangreiche Vorhaben um Spenden.
Weitere Informationen:
Adresse der Kirche: Karl-Fiedler-Str. 14, 15838 Am Mellensee, OT Sperenberg
Ev. Kirchengemeinde, Pfarrer Rüdiger Bernhardt, Tel.: 0 33 703 – 69 562, email: ruediger.bernhardt@gemeinsam.ekbo.de
Touristische Angaben: Das Naturschutzgebiet Sperenberger Gipsbrüche befindet sich östlich des Ortes; u.a. können Restlöcher des Gipsabbaus von einem Aussichtsturm aus besichtigt werden. Heimatmuseum Sperenberg: Karl-Fiedler-Str. 1, 15838 Am Mellensee/ OT Sperenberg – www.heimatstube-sperenberg.de
Spendenkonto: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.
Evangelische Bank – IBAN: DE94 5206 0410 0003 9113 90
Verwendungszweck: Dorfkirche Sperenberg