Dorfkirche Tacken

Beitragsbild: Matthias Wieck - Dorfkirche Tacken, Westturm, 2026
Steckbrief
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| 16928 Tacken | Prignitz |
| Die Kirche ist ein spätgotischer flachgedeckter Feldsteinbau mit schiffsbreitem Westturm (Anfang 15. Jh.). Das obere Turmgeschoss wurde im 17. Jh. in Fachwerk ausgeführt. Das Gwände des Stufenportals der Südwand, die Fensterlaibungen und die Blenden des Ostgiebelsstammen aus der Bauzeit. Im Innern barocke Kanzel aus dem 18. Jh. und ein Altarschrein von 1929 mit spätgotischen Schnitzfiguren, die Orgel von 1862 stammt aus der Werkstatt F. H. Lütkemüllers. |
Die Kirche ist von Ostern bis zum Reformationstag täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Anmeldung und Führungen durch Familie Winter im benachbarten Pfarrhaus oder unter 038789/60346. |
Andreas Flender:
Das kleine Prignitz-Dorf Tacken hat in der offiziellen Statistik gerade mal 77 Einwohner. Nur zum Wochenende hin werden es deutlich mehr. Ein Grund dafür ist vermutlich die rege Nutzung der denkmalgeschützten Dorfkirche, aber eben auch die Tatsache, dass so manche Familie aus Berlin hier ihren Zweitwohnsitz hat. Die Dorfkirche fällt durch ihren mächtigen Westturm auf, der in Schiffsbreite ausgeprägt im unteren Teil mit Feldsteinen gemauert ist. Das obere Turmgeschoss wurde im 17. Jahrhundert in Fachwerk aufgesetzt, im Übrigen stammt das Kirchenschiff aus den Anfängen des 15. Jahrhunderts. Vieles ist noch bauzeitlich erhalten geblieben. Der Innenraum beheimatet einen Altarschrein mit spätgotsichen Schnitzfiguren, eine barocke Kanzel und eine leider nicht mehr bespielbare Orgel von Friedrich Hermann Lütkemüller aus dem Jahre 1862.
In Tacken hat sich auf Einladung der Pfarrerin eine Gruppe engagierter Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner gefunden, die die Sanierung der Kirche vorantreiben und das Kirchengebäude vielfältig nutzen wollen. Das größte (und einzige) öffentliche Haus ist die Kirche. Hier kommen wieder die „Berliner“ ins Spiel. Schon seit 24 Jahren ist eine Scheune ausgebaut, in der sich vier Mietparteien aus Berlin Wohnungen für das Wochenende und die Ferien eingerichtet haben. Dieses Projekt hat nach und nach weitere „Berliner“ nach Tacken gezogen. Die Zugezogenen und die Einheimischen kennen und begegnen sich nun schon seit vielen Jahren und arbeiten auch in dieser Gruppe gut zusammen. Neben evangelischen und katholischen gibt es genauso konfessionslose Menschen, die sich mit ihrer Zeit und Gaben für die Sanierung der Kirche und deren Nutzung einbringen. Entstanden ist zum Beispiel ein gedrucktes Jahresprogramm oder die Organisation und Durchführung von diversen Veranstaltungen, wie die Vernissage mit einer lokalen Künstlerin. Die Kirche ist im Sommerhalbjahr täglich geöffnet, das ausgelegte Gästebuch zeugt von dankbaren Besucherinnen und Besuchern.
Die bauliche Erhaltung des Gotteshauses ist seit den 1990er Jahren verfolgt worden. Dem Umstand mag es zu verdanken sein, dass der heutige Aufwand für eine Generalsanierung vergleichsweise moderat ausfällt. Der zwischenzeitliche Wechsel im Pfarrdienst sowie die Bildung einer Gesamtkirchengemeinde hat die Aktiven eher darin bestärkt, weiter zu machen. Die umfassende Sanierung des Gebäudes wurde in drei Bauabschnitte aufgeteilt, von denen der erste Teil bereits abgeschlossen ist – die Sanierung des Kirchturms. Von außen fällt vor allem die sanierte Fachwerkfassade auf, aber auch das erneuerte Ziffernblatt der Uhr. Im Inneren erfreuen zwei alte Glocken, die nun wieder geläutet werden dürfen. Die Restaurierung des Innenraumes hat man sich vorgenommen, jedoch erst nachdem das Kirchenschiff wieder ertüchtigt ist. Schwerpunkt dabei ist die Dachkonstruktion, die teilweise erneuert und anschließend wieder wie ursprünglich mit Biberschwanzziegeln eingedeckt werden soll. Meist sieht man die Schäden erst, nachdem das Dach abgedeckt ist. Die mit einfachen Dielen belegte Kirchendecke jedenfalls wird nur noch von ihrer Farbfassung gehalten, so viel steht schon fest. Darüber hinaus sollen Schäden an der Feldsteinfassade und den Fenstern behoben werden. Der Förderkreis Alte Kirchen unterstützt Initiativen wie die Gruppe in Tacken in dem Wissen, dass damit das Miteinander gestärkt und ein sehr wertvolles Kulturgut dauerhaft erhalten werden kann.
Weitere Informationen
Adresse der Kirche: Dorfstr., 16928 Groß Pankow OT Tacken
Ev. Kirchengemeinde: Gesamtkirchengemeinde Berge-Gulow-Seddin, Pfarramt, Dorfring 2, 19348 Berge Tel. 038785 / 904922; Internet www. kirchenkreis-prignitz.de
Spendenkonto: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.
Evangelische Bank – IBAN: DE94 5206 0410 0003 9113 90
Verwendungszweck: Dorfkirche Tacken (PR)