| Dorfkirche Küstrinchen (Uckermark) |
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| Die Kirche Ende 2001 | ||
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| Während der Bauarbeiten | ||
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| Seit Oktober 2002 Fotos: Bernd Janowski | ![]() | |
Inmitten der reizvollen uckermärkischen Landschaft, umgeben von Wäldern und Seen liegt – unweit der Stadt Lychen – das Dorf Küstrinchen. Die wenigen Häuser bilden kein geschlossenes Ortsbild. Zwischen ihnen steht auf dem Friedhof die etwa 250 Jahre Dorfkirche. Das Dach des Kirchenschiffes ist neu gedeckt. Trotzdem ist auf den ersten Blick zu sehen, dass weitere Reparaturarbeiten dringend notwendig sind.
Der rechteckige Putzbau mit dem dreiseitigen Ostschluss sowie einem einfachen verbretterten Turmaufsatz stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Eine kürzlich aufgefundene Baurechnung vom "19ten May 1747", unterzeichnet vom Baumeister A. F. Cavan, listet die Ausgaben für den Kirchenbau bis auf den letzten Holznagel genau auf und nennt als Gesamtkosten die Summe von 738 Reichstalern. Auftraggeber des Kirchenbaus war der "Königl. Preuß. Würckl. Herr Geheimer Etats- und Kriegsminister von Arnim" auf Boitzenburg, der auch das Patronat über Küstrinchen hatte.
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| Der nach Hennickendorf ausgelagerte Altar | ![]() | |
Erstaunlich ist, dass das unscheinbare Kirchlein zu dieser Zeit auch einen aufwändig gearbeiteten Kanzelaltar des Bildschnitzers Heinrich Bernhard Hattenkerell aus Mohrin in der Neumark bekam, der zu den bedeutenderen regionalen Künstlern seiner Zeit gehörte, u. a. zahlreiche Taufengel in der Neumark und der Uckermark schuf und später am Ausbau des Schwedter Stadtschlosses arbeitete. Der Altar musste vor etwa zwanzig Jahren ausgelagert werden, da die Küstrinchener Kirche zu diesem Zeitpunkt bereits vom Einsturz bedroht war. Der letzte Gottesdienst hatte 1982 stattgefunden.
Auf Initiative des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg sowie durch das Engagement einer örtlichen Initiative, des Fördervereins Dorfkirche Küstrinchen e.V. und der Kirchengemeinde Lychen erhielt das gefährdete Gotteshaus im Jahr 2002 eine umfassende Sanierung des Dachstuhls und eine neue Dachdeckung. Möglich geworden war dies u.a. durch zahlreiche Spenden, Zuwendungen des Landkreises Uckermark und die Einbindung einer Vergabe-ABM.
Nach langer Pause fanden in dem Dorf mit seinen nur 49 Einwohnern wieder Gottesdienste statt. Im Juni gastierte eine Berliner Theatergruppe vor vollen Kirchenbänken. Mehr als doppelt so viele Zuschauer wie der Ort Einwohner hat, waren gekommen.
Auf Grund finanzieller Probleme – u.a. war das Holz des Dachstuhls stärker vom Schwamm befallen als ursprünglich angenommen – war es damals nicht möglich, das Gesims unter der erneuerten Dachkonstruktion aufzumauern. Auch der Turm muss dringend instand gesetzt werden.
Es ist gelungen, die Dorfkirche von Küstrinchen vor dem endgültigen Verlust zu bewahren – aber es gibt noch viel zu tun, um sie wieder in einen Zustand versetzt, der ihre Schönheit in dem kleinen uckermärkischen Dorf richtig zur Geltung bringt und die Möglichkeit einer vielfältigen Nutzung für die Zukunft gewährleistet.
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