Der Förderkreis Alte Kirchen spendet 10.000,- DM für die Dorfkirche von Cöthen
 
Bericht von der Herbstexkursion auf den Barnim am 15. September

Dorfkirche von Cöthen
Dorfkirche von Cöthen
 
Blick vom Altar in Lüdersdorf
Blick vom Altar in Lüdersdorf
 

1. Station: Sydow. Die Sydower Kirche war Anfang der Neunziger fast ein Ruine (nach Blitzeinschlag und zwanzig Jahren Leerstand). Seitdem erfolgt langsam und schrittweise die Wiederherstellung. Pfarrer Dusdal berichtet uns. Wir schauen in den noch offenen Dachstuhl. Außen haben ABM-Leute das Feldsteinmauerwerk verfugt, innen noch die unbearbeiteten Wände: rohes Mauerwerk, Putz des 19. Jh. mit Farbresten, daneben auch noch mittelalterliche Reste. Neben der Kirche steht, abgenommen, das Gerüst der spitzen Turmhaube; die geplante Erneuerung hat sich zunächst zerschlagen. Sydow bildet mit dem praktisch anschließenden Grüntal eine Gemeinde, besitzt damit zwei Kirchen. Als die Arbeiten an der Sydower Kirche begannen, war diese in ein aufwendiges Projekt für die Sydower Gutsanlagen einbezogen, welches vor zwei Jahren kläglich scheiterte. Neben der Kirche steht die Brandruine des Gutshauses, niemend weiß, wie es dort weitergeht. Nur an der Kirche geht es, getragen von der Gemeinde, stückweise voran. Nutzungsüberlegungen gibt es, aber man hat noch Zeit.

2. Station: Hohenfinow. Es führen uns GKR-Mitglied Dr. Specht und Pfarrer Radke. Der große Feldsteinbau war im Mittelalter als Stadtkirche und dreischiffige Basilika errichtet worden (vgl. Strausberg, Altlandsberg), die Seitenschiffe nach dem Dreißigjährigen Krieg abgetragen (vgl. Pädikow, Falkenhagen). Schwammsanierung am Turm abgeschlossen, z.Zt. läuft diese über dem Chor. 1906 wurde die Kirche mit großem Aufwand erneuert. Davon besonders beeindruckend die hervorragend erhaltene Ausmalung und die bereits restaurierten Fenster, alles eher städtisch als provinziell; der Reichskanzler Bethmann-Hollweg war Rittergutsbesitzer auf Hohenfinow.

3. Station: Cöthen. Freundlich empfangen und bewirtet vom Förderverein Cöthener Kirche, lag hier der Höhepunkt der Exkursion. Über die großartige Arbeit des Cöthener Vereins wurde bereits in unserem Mitteilungsblatt berichtet. Der Förderkreis Alte Kirchen übergab nun seine bereits angekündigte Beihilfe von 10.000,- Mark. Noch nie konnten wir mit einer so hohen Summe helfen, aber, wie Bernd Janowski sagte, großzügige Spenden unserer Mitglieder und Freunde machten dies möglich.

4. Station: Frankenfelde + 5. Station: Lüdersdorf: hierzu hat Frau Gonda in "Offene Kirchen 2001" ausführlich berichtet. Zu ergänzen ist der Fortgang der Bauarbeiten: In Frankenfelde leuchtet der Turm in Rot und Ocker, innen noch eine Baustelle, doch hat man zuversichtlich bereits ein (noch geheim gehaltenes) Einweihungsdatum ins Auge gefasst. In Lüdersdorf ist die Kirche nun außen verputzt, die Arbeiten nach vielen Jahren damit fast abgeschlossen. Für uns Besucher das reine Glück, Friedhelm Zapf und Pfarrer Christian Kohler hier zu erleben, mit welcher Energie, Freude und Begeisterung sie die Arbeiten hier leiten und wie Dorf und Gemeinde dabei mittun.

6. Station: Ruhlsdorf. Auf diese schöne kleine Kirche und ihre Not haben unsere Mitglieder Frau und Herr Riebesel aufmerksam gemacht. An der Chaussee Strausberg - Buckow ist der Kirchturm mit seinem abblätternden Putz weithin zu sehen, schlimmer noch sind die Schäden am Dachstuhl. Die Ruhlsdorfer sind schon an ihrer Kirche interessiert, aber insgesamt wohnen nicht einmal 35 Menschen hier! Schlüssige Ideen ergab der Bersuch nicht, aber fürs nächste Jahr wollen wir ein Konzert o.ä. in Ruhlsdorf planen.

Statt eines Resümees: Die sechs Stationen lagen recht nah beieinander, alle Teilnehmer waren wohl erstaunt, wie viel interessante Bauprojekte auf so begrenztem Raum stattfinden bzw. geplant werden.


 
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