Wissen, was die Stunde schlägt

Kirchturmuhr im Gottesdienst geweiht

JÜHNSDORF Nachdem die Spende vieler Bürger Kauf und Montage der Jühnsdorfer Kirchturmuhr ermöglicht hatte, wurde diese gestern mit einem festlichen Gottesdienst geweiht. Pfarrerin Gerda Kwaschik wies auf die Zeitenwende hin, die für die Jühnsdorfer mit Ostern beginnt, denn die alte, gemalte Uhr habe immer auf fünf Minuten vor 12 Uhr gestanden und es sei auch in diesem Sinne höchste Zeit für eine neue Uhr gewesen.

Kantorin Hanna Maria Hahn bewegte die sehr zahlreich erschienenen Besucher des Gotteshauses zum Singen: "Jühnsdorfs Turmuhr sieht man weit, Gott ist selber Herr der Zeit, ding, dong, ding, dong", klang kraftvoll der Kanon und brachte die kleine Dorfkirche beinahe zum Schwingen. Die ritterliche Grals-Familie aus Dahlewitz erbot ihren Gruß und gestaltete den österlichen Gottesdienst mit. Beim Musizieren vor der Kirche zeigte sich, dass auch ein Dudelsack wetterfühlig werden kann und dann eher wie ein störrischer Schafsbock blökt, als wie ein Dudelsack "dudelt".

Dass das Instrument auch abgesetzt noch einen Moment lang seine tierischen Töne von sich gab, erregte die Heiterkeit der Umstehenden. Dies aber tat der insgesamt feierlich-fröhlichen Stimmung keinen Abbruch. Von Ortsbürgermeister Horst Bartz war zu erfahren, dass die neue Uhr 3600 Euro gekostet hat. In einer kleinen Rede in altertümlichem Deutsch begrüßte er Rittersleute und Volk. Dass bei der Grundsteinlegung des Gotteshauses im Jahre 1375 schon die Vorfahren aus der Burg derer von Dahlewitzen anwesend waren, vermutete er und erzählte Geschichte und Geschichten der alten Feldsteinkirche.

Die Weihe der Kirchturmuhr endete mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken. Petra Langner, die mit ihrer Familie gegenüber der Kirche wohnt, drückte ihre Freude über die neue Uhr aus: "Wir können direkt darauf schauen und wissen jetzt immer, was die Stunde geschlagen hat." gut

Märkische Allgemeine vom 18. April 2006

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