DER FÖRDERKREIS DORFKIRCHE DIEDERSDORF BEENDETE SEINE ARBEIT UND SETZTE SICH EIN "DENKMAL"

Verein ist zufrieden und aufgelöst

DIEDERSDORF Zahlreiche Mitglieder des voriges Jahr aufgelösten Förderkreises Dorfkirche Diedersdorf fanden sich vorgestern an der Kirche zusammen, um mit einem Baum und einem Gedenkstein "etwas Bleibendes zu schaffen", wie Willi Krüger, der erste und einzige Vereinsvorsitzende, sagte.

1992 war der Förderkreis gegründet worden. Damals befand sich die mehr als 600 Jahre alte Diedersdorfer Dorfkirche in einem beklagenswerten Zustand. Und das trotz intensiver Hilfe der kirchlichen Partnergemeinde Berlin-Schlachtensee und Menschen wie Anna Zelinski. Die brachte vor der Wende den Transport von 32 Zinkplatten für die Restaurierung der Kirche über alle bürokratischen Hindernisse und die innerdeutsche Grenze hinweg nach Diedersdorf und dort gleich unter das Bett im Pfarrhaus. "Damals durfte das doch niemand wissen", wie sie heute sagt. Aber auch Gastkonzerte der Berliner waren für die kleine Kirchgemeinde ein großer Gewinn, obwohl es nicht nur einmal an der Grenze hieß: "Sie können dahin, aber die Instrumente bleiben hier".

"Seit 1976 wurde an der Kirche gebaut", so Pfarrer Gunther Semptner; zu DDR Zeiten wurde nur mit Beton ausgebessert, wodurch erst der Denkmalschutz und dann die Statik des Kirchenturmes verloren gingen. Mit dem Förderkreis trat die Renovierung in eine entscheidende Phase. Schon im ersten Jahr seines Bestehens erwarb er eine neue Kirchenorgel, drei Jahre später ging es dann an das Kirchendach, ehe 1999 die 270 000 Euro Förder- und Eigenmittel für den Abriss und Wiederaufbau des Kirchturmes organisiert wurden. Insgesamt kamen in zehn Jahren rund 200 000 Euro von mehr als 400 Spendern zusammen. Dafür bedankte sich Krüger noch einmal herzlichst. "Ich denke, die nächsten Jahre haben wir mit dem Bau erst einmal Ruhe", hofft Pfarrer Gunther Semptner, "die Aufgabe ist erfüllt, jetzt kann man sich wieder der Gemeindearbeit zuwenden".

Das meinen auch viele der Förderkreismitglieder, so dass man trotz mehrerer Anläufe im vorigen Jahr keinen neuen Vorstand mehr wählen wollte. Willi Krüger, der mit seinen 76 Jahren den Vereinsvorsitz, "der auch mit ein bisschen Arbeit verbunden ist", abgeben wollte, konnte am Ende nur noch die Zustimmung für die Auflösung des Vereins bekommen und gewann die Einsicht: "Wir sind mit dem jetzigen Zustand der Kirche zufrieden".

So stand man dann am Samstag vor der Dorfkirche und enthüllte den Gedenkstein mit der Aufschrift "Zehn Jahre Wirken für den Erhalt der Diedersdorfer Kirche". Der Stein war beim Wiederaufbau der Kirche übrig geblieben . . .

Glücklicherweise fand man beim Graben des Wurzelloches keine Knochen, wie Ortsbürgermeisterin und stellvertretende Vereinsvorsitzende Christine Blankenburg bemerkte. Sie meint zum Ende des Vereins: "Man hätte schon noch genug zu tun." Doch wird sie auch ohne Förderkreis in Zukunft nicht ruhen und versprach: "Es geht weiter."

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