HEUTE FÄLLT DER STARTSCHUSS FÜR DIE SANIERUNG DER LINDOWER KIRCHE

Weil sich die Balken biegen

MATTHIAS BUTSCH

LINDOW - Ein Gottesdienst in der Lindower Kirche wird langsam aber sicher zu einer gefährlichen Angelegenheit. Und es finden ja auch kaum noch Veranstaltungen in dem alten Gotteshaus statt. Allerdings soll das kein Dauerzustand bleiben. Darüber sind sich die Lindower, aber auch die Christen im benachbarten Malterhausen, die keine Kirche in ihrem Ort haben, schon lange einig. Und deshalb wird auch ernsthaft darüber nachgedacht und beraten, wie erst einmal das total morsche Gebälk vor allem im Turm und in der Altarnische erneuert werden kann. Das Finanzielle war und ist dabei wohl das Hauptproblem.

Jetzt, da die Zuschüsse aus dem so genannten Staatskirchenvertrag - 44 Prozent der Bausumme - bewilligt sind, und die 44 Prozent von Landeskirche, Kirchenkreis und Kirchengemeinde abrufbereit liegen, kann es erst einmal losgehen. Heute Punkt 10 Uhr soll mit dem Beginn des Verfahrens zur Vergabe des Bauauftrages an eine der Bewerberfirmen der Startschuss zur Sanierung der Kirche fallen.

"Zuerst kommt in diesem Jahr der Turm dran", erläutert Holger Lehmann als Vorsitzender der Kirchengemeinde Niedergörsdorf, "und im nächsten Jahr soll das Dach komplett neu gemacht werden." Das sei die Voraussetzung für die dann folgende Sanierung des Innenraumes. In dem zeigen sich im Mauerwerk bereits erhebliche Risse, eben weil der Dachstuhl nicht mehr stabil ist und immer stärker auf die Mauern drückt.

"Die spätere Sanierung und Neugestaltung des Innenraumes wird ohne finanzielle Zuschüsse erfolgen und Eigeninitiative ist dann gefragt ", erklärt Holger Lehmann, der bekanntlich auch Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes Teltow-Fläming ist. Es verwundert also nicht, dass sich das Diakonische Werk auch für die Lindower Kirche engagiert. "Wir haben schon einige Vorarbeiten geleistet", erzählt der Vorsitzende, "zum Beispiel im Innenraum den alten Putz abgeklopft, um Klarheit über den Zustand des Mauerwerks zu erhalten. Außerdem wurde mit unserer Unterstützung vom ehemaligen Flugplatz in Altes Lager brauchbares Baumaterial wie Biberschwänze, Holz und Mauersteine geborgen." Mit derartigen Maßnahmen in Eigeninitiative sollen die Kosten so niedrig wie möglich gehalten werden.

Bare Münze wird aber weiterhin gebraucht, um das Werk auch zu vollenden. Die Mitglieder des eigens gegründete Freundeskreises werden also auch künftig in den Orten unterwegs sein und sammeln, auch wenn die Arbeiten schon in vollem Gange sind.

   Zur Artikelübersicht