Kirchentour für Radler

Neue Broschüre beschreibt sämtliche Gotteshäuser entlang der Elbe

DOROTHEA VON DAHLEN

PERLEBERG Was lange währt, wird offenbar wirklich gut. Bereits vor 14 Jahren trug sich Gottfried Winter mit dem Plan, einen Kirchenführer herauszugeben, der den Gotteshäusern in den Dörfern der Prignitz besondere Aufmerksamkeit widmet. Damals war der Pfarrer noch im Dienst. Erst lange nach seiner Pensionierung war es dann soweit. Er konnte die schon fertig formulierten Texte aus der Schublade holen und sie in Satz und Druck geben. Gestern stellte er das Endprodukt im Kreise seiner Unterstützer vor.

"Ich habe immer an die Radtouristen gedacht. Sie klagen oft, dass die Kirchen verschlossen sind und sie so nichts über deren Architektur erfahren können", sagte Winter. Gemeinsam mit Silke Last vom Groß Breeser Heimatverein habe er dann eine Kirchenroute längs der Elbe ausgelotet, aber auch einige Dorfkirchen landeinwärts portraitiert. Da in den vergangenen 14 Jahren sehr viel geschehen sei und die Fotos von einst nicht mehr mit der Realität übereinstimmten, habe er Oswald Brandl gebeten, neue Aufnahmen von den Dorfkirchen anzufertigen. "Man wird mir hoffentlich nicht verübeln, dass ich Groß Breese als Titelbild gewählt habe", meinte Winter, der dort in seiner aktiven Zeit als Pfarrer gewirkt hatte.

Katharina Angelika Zimmermann vom Tourismusverband Prignitz habe das Layout und den Satz der Broschüre übernommen, den Druck die Firma Koch aus Pritzwalk.

Die 70-seitige Broschüre enthält nicht nur Fotos und Texte zu 31 Dorfkirchen mit ihren Besonderheiten und eine Karte, sondern auch Telefonnummern von den Ansprechpartnern mit Schlüsselgewalt. Zudem gibt es kurze Abrisse zu den Hauptkirchen Havelberg, Bad Wilsnack, Wittenberge und Lenzen. Der Leser findet griffige Erklärungen für das Fachvokabular - von Akanthusschmuck bis hin zu Volutenverzierung. Wer noch tiefer in die Materie einsteigen will, darf zur umfangreichen Literaturliste weiterblättern, die Winter zusammengetragen hat.

Als einer der Sponsoren, die das Projekt überhaupt ermöglicht haben, beteiligte sich auch der Kirchenkreis Perleberg-Wittenberge an den Kosten. Superintendent Hans-Georg Furian lobte das Projekt: "Durch dieses ehrenamtliche Engagement wird die kirchliche Landschaft unserer Region auch dem Touristen erschlossen", sagte er und kündigte an, dass der Kirchenkreis selbst demnächst eine Faltkarte vorstellen wird, auf der Fotos von 71 Kirchen mit genauer Lage abgebildet seien.

Auch Landrat Hans Lange war voll des Lobes für die Broschüre. Bis dato sei es noch nicht möglich gewesen das Projekt zu unterstützen, doch in etwa fünf Jahren sei die unlängst gegründete Stiftung zur Förderung der Kirchen im Kreis soweit, dass für solche Vorhaben Geld zur Verfügung stehe.

Märkische Allgemeine vom 16. Dezember 2006

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