Sanierung der Kuhsdorfer Kirche beendet / Wandmalerei freigelegt

Neuer und alter Farbenglanz

DIRK KLAUKE

PRITZWALK Das Weihnachtsfest in diesem Jahr wird für die Kuhsdorfer Gemeindeglieder (Amt Groß Pankow) ein ganz besonderes. Erstmals können sie es in schönen hellen Räumen ihrer Dorfkirche begehen. Weil es keine Heizung gibt, können sie zwar weiterhin nicht im Altarraum, sondern nur in der Winterkirche im Vorraum ihren Gottesdienst feiern. "Ich hab die Kirche aber im Innern noch nie so schön hell und freundlich gesehen", meinte gestern Regina Pillasch von der Kirchengemeinde. Kirchenältester Hans-Rudolf Lais meinte, seit zehn Jahren sei an der Kirche herumgewerkelt worden. Doch erst in diesem Jahr, als Gerdshagens Bauplanerin Heike Zellmer das Ruder in die Hand nahm, sei es endlich mal richtig voran gegangen.

Die ersten Handwerker waren am 19. August in Kuhsdorf eingetroffen. Sie sanierten Dach und Fassade. Der Restaurator hatte im Kircheninnern gut erhaltene Reste einer Drapiermalerei entdeckt. Diese vierte der insgesamt acht nachweisbaren Farbfassungen steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem 1707 errichteten und 1727 in Farbe gesetzten Altar.

Ursprünglich war geplant, die gesamte Malerei freizulegen. Dies sei nicht möglich gewesen, so Planerin Zellmer, weil sich die Farbschichten ablösten. So beschränkte man sich auf ausgewählte Stellen. Die helle Farbe im Innenraum ist "abwaschbar" und somit könnten die Malereien später freigelegt werden. Die dezenten Lampen geben dem Raum ein warmes Ambiente. Der Dachboden ist nun über eine Zugtreppe mit mechanischem Antrieb zu erreichen und ebenfalls mit Lampen versehen.

Einige Restarbeiten konnten wegen des Winterwetters noch nicht erledigt werden. Der im Oktober aufgebrachte Lehmoberputz ist schlecht getrocknet. Die Decke ist zu 70 Prozent mit diesem Putz belegt worden. Erst im Dezember konnte mit den Malerarbeiten begonnen werden. Eigentlich sollte die Kirche bereits Anfang November fertig sein.

Der Kostenrahmen in Höhe von 95 000 Euro konnte gehalten werden. Finanziert wurde die Sanierung zu 23,5 Prozent aus Eigenmitteln der Kirchgemeinde, 20 Prozent von der Landeskirche und 5,6 Prozent vom Landkreis. Von Spenden einiger Kuhsdorfer konnten 4,2 Prozent bezahlt werden. Die Zuwendungen aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm "Dach und Fach" des brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege deckten 46,7 Prozent ab.

 

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