DORFKIRCHE WEGEN EINSTURZGEFAHR GESPERRT / CHRISTVESPER NUR IN PLAUE

In Briest fällt Weihnachten aus

JÖRG ZIMMERMANN

 Briest

BRIEST Kurz vor Weihnachten trifft es die Briester Kirchengemeinde besonders hart - offensichtlich ist das Kirchengebäude akut vom Einsturz bedroht. Es wurde jetzt baupolizeilich gesperrt. "Die in Briest geplante Christvesper muss in der Plauer Kirche stattfinden", sagt Pfarrerin Christiane Beutel. An der Weihnachtsfeier, die ab 18 Uhr beginnt, nähme dennoch wie immer der Bläserchor teil. Weitere Erklärungen lehnte die Pastorin gegenüber dem Landkurier aber ab. "Die Meldung, dass die Feier in Plaue stattfindet, genügt. Ein weiterer Kommentar ist unnötig", so Beutel.

Mehr Informationen lieferte hingegen das Denkmalschutzamt des Kreises. Dort kennt man den Grund für die Einsturzgefahr: die Außenmauern der Kirche driften nach außen weg. "Die Sperrung war unvermeidlich und dient als Vorsichtsmaßnahme", erklärt Regine Reif vom Denkmalschutzamt. Letztlich ginge es um den Schutz von Menschenleben. Reif geht davon aus, dass die Gefahr von schweren Bauschäden im Dachbereich ausgeht. "Sparren und Deckenbalken bilden im Dachbereich ein Dreieck. Dort scheint das Problem zu liegen", meint Reif. Offensichtlich seien die Balken schadhaft. Das Dach müsse ausgebessert werden. Gewissheit könne jedoch nur ein detailliertes Schadensgutachten liefern, das aber erst beauftragt wurde. "Die Schadenskartierung ist Voraussetzung für die weitere Arbeiten."

Als erster Schritt sei aber die Notsicherung des Bauwerks aus dem 19. Jahrhundert veranlasst worden, sagt die Denkmalschützerin. Die koste rund 1200 Euro, weitere Arbeiten im Dachbereich schätzt sie auf rund 6000 Euro. "Um weitergehende Maßnahmen zu veranlassen, muss sich aber ein Statiker der Sache annehmen." Dies könne erst wieder im neuen Jahr geschehen.

Für die Rettung der Kirche gebe es verschiedene Möglichkeiten. "Man kann Stahlanker ins Mauerwerk einsetzen", so Reif. Über die anfallenden Sanierungskosten könne sie aber keine Aussage treffen. "Das kann irgendwo zwischen 10 000 und 250 000 Euro liegen." Vor einer entsprechenden Entscheidung müsse die Kirche über den Sanierungsumfang entscheiden. Gleichzeitig betont Reif, dass die Kirchengemeinde schon lange von der notwendigen Sanierung weiß. "Offensichtlich befindet sich das Bauwerk in der Rangliste des Kirchenbestandsplanes weit hinten", so Reif. Wahrscheinlich seien deshalb keine Anstrengungen unternommen worden. Die Briester Kirchengemeinde umfasst rund 80 Personen. Vor zwei Jahren wurde sie mit der Plauer zusammengeschlossen.

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