ZUKÜNFTIGE NUTZUNG DER WULKOWER KIRCHE AM SONNABEND IM GESPRÄCH

Perle erst einmal gerettet

RENATE ZUNKE

WULKOW Als eine Perle inmitten wunderschöner Landschaft bezeichnete Restaurator Hans Ludwig am Sonnabend die Wulkower Kirche. Hier waren 20 Bewohner des kleinen Ortes zusammen gekommen. Damit war die Versammlung gut besucht - wohnen in dem Wusterhausener Ortsteil doch lediglich 65 Menschen.

Sie sollen nun entscheiden, welches Leben zukünftig ihr kleines Kirchlein erfüllt. Denn von der Art der Veranstaltungen hänge ab, wie sich die Innensanierung gestalte, so der Wusterhausener Hauptamtsleiter Hartmut Janschke. Er und Bauamtsleiterin Martina Vogel nahmen an der Versammlung teil. Dass sie überhaupt im Kircheninneren stattfinden konnte, ist der Außensanierung des uralten Gebäudes zu verdanken. Sie begann im Jahr 2003 und ist jetzt abgeschlossen. Bauabnahme war am Donnerstag. Zu erledigen sind noch Restarbeiten an den Fenstern, und es fehlt die historische Eingangstür, die aufgearbeitet wird.

Die Dorfbewohner sagten am Sonnabend zuerst einmal aus vollem Herzen danke. Das galt vor allem den fleißigen Handwerkern und denjenigen, die von Amts wegen mit der Sanierung befasst waren. Immerhin stand das Fachwerkgebäude kurz vor dem Einsturz. Tragende Balken waren durchgefault, das Mauerwerk bröcklig. Dass das Gotteshaus, seit dem 14. Mai 2003 auch juristisch im Besitz der Gemeinde Wusterhausen, rekonstruiert wird, war der ausdrückliche Wunsch der Wulkower. Für die Außensanierung gab es eine 70-prozentige Förderung innerhalb der Dorferneuerung.

Zur Zeit ist die Kirche hohl. Ziegelsteine, verlegt in verschiedenen Zeitepochen, und zum Teil blanker Sand bilden den Fußboden. Geschützt ist der Altar, das alte Gestühl woanders eingelagert. Wie es später wieder eingebaut wird, hängt auch von der Art der zukünftigen Nutzung des Kircheninneren ab, erläuterte Hartmut Janschke. Die Dorfbewohner, so am Sonnabend zu erfahren, könnten sich damit anfreunden, dass nicht nur Taufen, Hochzeiten und Trauerfeiern in der Kirche stattfinden. Aber keine Diskos, hieß es. Immerhin stünde das Gebäude auf einem Friedhof. Daran sei in keinster Weise gedacht, beruhigte Janschke. Dorfversammlungen, Buchlesungen, kleine Konzerte, Ausstellungen können sich die Bewohner durchaus vorstellen, und sie schlugen als Anfang eine Ausstellung zur Kirchengeschichte vor.

Die birgt noch viele Geheimnisse. Eines wurde während der Sanierung gelüftet. So kann das Entstehungsjahr eindeutig auf die Zeit von 1692 bis 1695 eingegrenzt werden. Bisher hieß es, die Kirche sei 1804 erbaut worden. Nicht auszuschließen ist, dass sie sogar noch eine Vorgängerin hatte. In historischen Quellen ist nachzulesen, dass es im 14. Jahrhundert in Wulkow einen Pfarrer gab, der zwei Hufe Land bewirtschaftete.

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