Herr Prof. Klaus Goebel, der sich seit Jahren für die Sanierung der Kirche St. Marien in Boitzenburg engagiert und uns bei der Organisation unserer Ausstellung in Wuppertal half, verschickte unter Angabe des FAK-Spendenkontos nachstehenden Weihnachts-Rundbrief:

Wuppertal, Dezember 2004

Sehr geehrte Damen und Herren,

wer hat schon einmal die Namen gehört: Gollmitz, Kröchlendorff, Groß Fredenwalde, Sternhagen, Strehlow, Seehausen, Fergitz, Kuhz, Klaushagen oder St. Marien auf dem Berge in Boitzenburg? Wer Fürstenhagen, Lychen, Alt Placht, Annenwalde, Criewen? Dahinter verbergen sich Dörfer und ihre Kirchen. In den letzten August- und ersten Septembertagen dieses Jahres entdeckten 24 Wuppertaler sechs Tage lang in der Uckermark eine unbekannte oder doch kaum bekannte Landschaft. Sie standen vor diesen und vor weiteren Kirchenbauten, die in den weit voneinander entfernten Dörfern der dünn besiedelten Gegend oft die einzigen Kulturbauwerke sind, herausragend in wörtlicher Bedeutung. Sie ließen sich in Fergitz am Oberuckersee den Kuchen schmecken, mit dem der Kirchbauförderverein die Besucher begrüßte und wo jüngst noch ein hohenzollernsches Prinzenbaby in der evangelischen Kirche katholisch getauft worden war. Sie lachten Tränen, als Pfarrer i.R. Kasner (Vater von Angela Merkel) von der Rettung des "Kirchleins im Grünen" Alt Placht erzählte. Sie bewunderten die Klosteranlage Chorin, die an den Altenberger Dom gemahnt und die Stadtkirchen in Templin und Angermünde.

Unter den genannten Gotteshäusern gibt es wunderschön restaurierte Bauten ebenso wie solche, die mit Gerüsten zugestellt und gerade in Arbeit befindlich sind, dringend restaurierungsbedürftige und in ruinösem Zustand befindliche. "Diese Kirche können wir nur als Ruine erhalten," erklärte uns Bernd Janowski in Strehlow, wo der kommunistische Bürgermeister den in den letzten Kriegstagen nur leicht beschädigten Bau zur Gewinnung von Baumaterial freigegeben hatte. Der Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, der uns einen Tag lang die Dorfkirchen vorstellte, setzte hinzu: "Weitere Kirchen sind in Gefahr, wenn wir nicht schnell etwas tun."

Ich möchte gern etwas tun und befinde mich in der gleichen Situation wie Sie alle in diesen Adventstagen. Jeden Tag bringt die Post Bitten auf den Tisch, zu helfen: für die Kindernothilfe, für Robin Wood, für Bethel, den weißen ring und wie die wichtigen Initiativen sonst heißen, die unsere Bewunderung verdienen und für die doch nur 37 Prozent aller Bürger stiften, wie aus einer aktuellen Statistik hervorgeht. Im Sommer war in der Alten reformierten Kirche Elberfeld die Ausstellung "Gefährdete Schönheit Dorfkirchen in der Uckermark" vom brandenburgischen Förderkreis zu sehen. Sein Schatzmeister Dr. Hans Krag schreibt im neuesten Mitteilungsblatt, 2005 würde der Förderkreis im Westen die Bemühungen fortsetzen, mit seinen Problemen bekannt zu machen. "Wir hoffen, dabei einmal auf den Mäzen zu treffen, der außer Sympathie für unsere Tätigkeit auch die Mittel für eine aktive Unterstützung einbringt." ...

Solange der große Mäzen ausbleibt (doch gibt es ja schon einige, einzelne Menschen wie Stiftungen, ohne sie sähe es trüber aus), treten wir als 5-Euro-und-mehr-Mäzene auf, zum Beispiel für den Förderkreis oder einen der mehr als hundert ihm angeschlossenen Fördervereine, von denen jeder für eine mittelalterliche Dorfkirche Verantwortung übernommen hat. ...

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