Nach der Fassade kommt nun der Innenraum an die Reihe

Paretzer Dorfkirche soll bis 2010 komplett saniert sein / Königsloge von David Gilly von 1797 wird wieder hergestellt / Kalender erschienen

PARETZ Im Inneren der historischen Paretzer Dorfkirche soll im Jahr 2006 die Königsloge, die 1797 bei der Neugestaltung des Gotteshauses durch David Gilly für Königin Luise und Friedrich Wilhelm III. angebaut wurde, wiederhergestellt werden. Die Restauratoren haben sich dabei vorgenommen, so viel wie möglich von der unter diversen Farbschichten liegenden historischen Farbgebung wieder sichtbar werden zu lassen. Bisher können diese nur in einem Farbfester betrachtet werden.

"Das alles kostet jedoch viel Geld, das unsere kleine Kirchengemeinde allein nicht aufbringen kann", ließ Wolfgang Keil als Beauftragter für Bau des Gemeindekirchenrates wissen. Gewissermaßen ein Baustein solle deshalb der Verkauf eines Kalenders für 2006 sein, dessen Monatsblätter der jeweiligen Jahreszeit entsprechend Außenansichten und Details aus dem Inneren der Kirche zeigen. Dazu gehören Farbaufnahmen der kostbaren Glasmalereien, der Königsloge mit der Apotheose von Gottfried Schadow, ein Blick in den Altarraum sowie der Kirchenschmuck zum Erntedank- und Weihnachtsfest. Die Gestaltung des Kalenders wurde von Besuchern schon mehrfach als eine sehr gelungene Arbeit eingeschätzt, sagte Wolfgang Keil. Er liege in der Kirche aus und könne dort für 7,80Euro erworben werden. Der Erlös aus dem Verkauf wird zu 100 Prozent für die Sanierung des Innenraums der Kirche verwendet, die täglich geöffnet ist. Der Kalender kann aber auch bei Familie Keil in Paretz, Parkring 3d, Tel. 033233/8 04 27, bestellt werden. Die Außenansicht des Paretzer Einzeldenkmals ist in diesem Jahr nach dem historischen Vorbild des Paretzer Skizzenbuches erneuert worden, wodurch das Bauwerk nun zu den historischen Anziehungspunkten der Region gehört. "Aus diesem Grund", so Wolfgang Keil, "stellen viele Besucher die Frage, bis wann auch der Innenraum der Kirche saniert und restauriert ist." Wunsch und Ziel der Paretzer sei es, dies bis zu 19. Juli 2010 zu schaffen, dem 200. Sterbetag der Königin, die gemeinsam mit ihrem Gemahl ihren Sommersitz in Paretz hatte.

Die Dorfkirche wurde im Jahre 1197 erstmals urkundlich erwähnt. Bedeutung erlangte der Bau durch die neogotische Überformung in den Jahren 1797 und 1798. Dabei stellt die auf David Gally zurückzuführende Überspannung des Kirchenschiffes mit einem Bohlenbinderdach eine bautechnische Meisterleistung dar. Gleiches trifft für die illusionistische Ausmalung des Inneren in der Art einer gotischen Kapelle zu. Wie Fachleute vermuten, ist die Originalausmalung unter den Putzschichten noch weitgehend erhalten.

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