GELTOW HAT WAHRZEICHEN ZURÜCK

Festgottesdienst nach Sanierung / Pfarrer: In der Kirche soll gelebt werden

MATTHIAS ANKE

GELTOW So wie derzeit hat die Geltower Dorfkirche nur ein einziges weiteres Mal ausgesehen, ist sich Pfarrer Martin Kwaschik sicher - und zwar zu ihrer Einweihung vor fast 120 Jahren. Denn erst heute, nach ihrer fünf Jahre währenden, aufwendigen Restaurierung, erstrahlt sie wieder im alten Glanz. So bricht sich nach innen nun das Licht an den vollständigen, bunten Bleiglasfenstern, beleuchtet die frischen, malerischen Wände des Kirchenschiffes. Und außen leuchtet der rote Backsteinbau wieder bis weit über die Gemeindegrenzen hinaus. "Geltow hat sein Wahrzeichen zurück", freut sich Kerstin Hoppe als Schwielowseer Bürgermeisterin. Nachdem Pfarrer Martin Kwaschik gestern die Festpredigt anlässlich der fast abgeschlossenen Restaurierung gehalten hatte, übergab sie der Geltower Kirchengemeinde eine meterhohe Kerze mit den Wappen der drei Ortsteile von Schwielowsee. Als ein Zeichen, zukünftig auch im Kirchenwesen weiter zusammen zu rücken, sieht Capuths Pfarrer Hans-Georg Baaske diese Kerze. Die mittlerweile 700 Geltower Kirchenmitglieder wirkten schließlich bis Ende der neunziger Jahre mit den Caputhern zusammen. Die Trennung hat für Pfarrer Konrad Elmer-Herzig von der Potsdamer Erlösergemeinde, der Geltow heute angehört, einen pragmatischen Grund: Im Winter würde wegen der Fähre nicht sichergestellt sein, ob der Pfarrer von Caputh auch pünktlich zum Geltower Gottesdienst ankommt.

"Weil die Restaurierung unserer Erlöserkirche noch auf sich wartet, haben uns die Geltower überholt, ohne einzuholen", sagt Pfarrer Elmer-Herzig. Wie das geschehen konnte, weiß Martin Kwaschik: "Ich kam nach der Wende hierher und sah, dass es schon ein alter Traum war, der dank eines regen Gemeindekirchenrates endlich umgesetzt wurde." Vor allem Zugezogene hätten Geltow bereichert. Mit einem neuen Singkreis beispielsweise, der beim Festgottesdienst erstmals öffentlich auftrat.

Ein leichter Weg war es dennoch nicht, stand doch am Anfang die Frage, ob man auf ein Pfarrhaus verzichten möchte, indem es verkauft wird, um damit die Kirche zu erhalten. Andererseits ließe sich von dem Geld auch ein neues Gemeindezentrum errichten. "Wir verzichteten also auf das Pfarrhaus und bauten unsere Kirche so um, dass darin auch die Gemeinde leben kann", erklärt Pfarrer Kwaschik das "Geltower Konzept". So gibt es nun neben der vorhandenen Winterkirche einen Gemeinderaum und eine Teeküche. Abgetrennt ist die Winterkirche von der Haupthalle durch eine Stahl-Glas-Konstruktion. Und die Sakristei wurde zur Küche umfunktioniert. Dies alles sollen die Besucher des Gotteshauses nun in seinem Innern entdecken, nachdem sie vom neuen Äußeren angelockt wurden.

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