SANIERUNG DER BRÜCKER KIRCHE RÜCKT NÄHER / BAUBEGINN ABER UNGEWISS

Vereinbarung unterzeichnet

THOMAS WACHS

 Brück

BRÜCK Die Sanierung der Lambertiuskirche in Brück ist jetzt ein kleines Stück näher gerückt. Zumindest ist die lange Zeit umkämpfte Nutzungsvereinbarung für das Gotteshaus mittlerweile von der Kirchengemeinde und der Stadt unterzeichnet worden.

Derzeit liegt das Papier beim Konsistorium der Landeskirche Berlin-Brandenburg, das der gemeinsamen Sanierung nun noch zustimmen muss. Darüber informierte Bauamtsleiterin Birgit Block kürzlich in der Sitzung des Bauausschusses.

Bekanntlich ist die Vereinbarung nötig, damit die Stadt im Rahmen der Altstadtsanierung eine umfangreiche Förderung für die dringend nötige Renovierung der Kirche beantragen kann. Dafür muss künftig allerdings eine weitgehend öffentliche Nutzung des Hauses gegeben sein. Nur in diesem Fall gibt es einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent zu den Baukosten. Andernfalls würden nur 40 Prozent für die Hüllensanierung ausgereicht, was die Arbeiten gefährden würde. Diese sollen nach ersten Kostenschätzungen mindestens 1,3 Millionen Euro kosten.

Pfarrer Hans-Peter Nitsch ist nun "optimistisch", dass die Renovierung des im 18. Jahrhundert des vorigen Jahrtausends nach einem Stadtbrand neu errichteten Gotteshauses bald in Angriff genomnen werden kann. "Die Bauverwaltung unserer Kirche in Berlin hatte bereits angekündigt, den finanziellen Eigenanteil bereitzustellen, wenn die 80-Prozent- Förderung kommt", sagte Nitsch gestern auf Anfrage der MAZ.

Für den Pfarrer stellt sich allerdings die Frage, "wie oft wir die Kirche dann noch nutzen können, wenn dafür künftig eine Miete fällig wird". Die Gemeinde mit ihren momentan zirka 500 Gliedern, von den zwei Drittel als Rentner keine Kirchensteuer, sondern nur einen freiwilligen Beitrag zahlen, sei finanziell nicht so stark.

Bislang wird das Gotteshaus von der Gemeinde nur noch im Sommer genutzt. In der Hauptsache spielt sich das kirchliche Leben im modernen Gemeindezentrum in Rottstock ab, das beste Bedingungen biete. Auch würde die für alle bisherigen Ortsteile der Stadt zentral gelegene Kirche in Rottstock für religiöse Festtage durchaus genügend Platz bieten. Überdies verfüge die Stadt in Trebitz und Gömnigk über zwei weitere Gotteshäuser für Feste und Trauungen.

Sollte das Konsistorium der Nutzungsvereinbarung nun zustimmen, kann dennoch nicht sofort gebaut werden. Zunächst müssten nämlich die Bauplanung erstellt und vor allem die Finanzierung mit allen Beteiligten von Stadt und Kirche geklärt werden.


Zur Sanierung der Lampertiuskirche von Brück erschienen in der Märkische Allgemeinen schon folgende Beiträge:
10. September 2003: Einigung zur Sanierung der Brücker Lambertiuskirche lässt auf sich warten
28. Juli 2003: Fördergeld zur Sanierung der Brücker Kirche fließt mit einem Trick

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