Gefahr für Brandenburgs Dorfkirchen und Schätze

ALTSTADT Die Ausstellung in der Alten Nikolaikirche am Römerberg, die am heutigen Montag eröffnet wird, informiert über gefährdete Dorfkirchen in Brandenburg. Viele Dorfkirchen hätten Kriegsschäden und seien während des Sozialismus vernachlässigt worden, heißt es in einer Mitteilung. Aufgrund von hoher Arbeitslosigkeit, Abwanderung und Überalterung seien die Gemeinden mit ihrem reichen kulturellen Erbe überfordert. Manche der Landpfarrer würden sich um bis zu 15 Dörfer kümmern.

Großformatige Fotos zeigen Brandenburgs Kirchenschätze. Oft seien noch gotische Schnitzaltäre oder Taufengel und Orgeln aus der Renaissance- und der Barock-Zeit erhalten. Die Fotos ergänzen Erläuterungen der bestehenden Probleme. Ein Besuch kann auch bei einer Reiseplanung nach Brandenburg helfen.

Der Eröffnungsvortrag am 17. Juli, 19 Uhr, stellt unter anderem die Arbeit mit den Dorfgemeinschaften zur Rettung ihrer Kirchen vor. Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, der für die Ausstellung verantwortlich ist, hat für seine Aktivitäten 2002 den Denkmalpflegepreis des Landes Brandenburg erhalten. 2004 übernahm Wolfgang Thierse, der Vize-Präsident des Bundestages, dessen Schirmherrschaft. Außerdem unterstützt Bischof Wolfgang Huber, Ratspräsident der Evangelischen Kirche, den Förderkreis. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

Frankfurter Rundschau vom 17. Juli 2006

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