"Das schwere Werk ist wohlgelungen"

Bekrönung. Am Kirchturm Strehlow künden seit Sonnabend Stern, Wetterfahne und Kugel goldglänzend vom Abschluss eines ersten Bauabschnittes.

Von Monika Strehlow

STREHLOW. "Das schwere Werk ist wohlgelungen, gepriesen wirdís von allen Zungen, und darum ziert zum Dank und Lohne, ihn sicher diese schöne Krone." Mit diesen Versen und einem dreifachen Hoch auf die Zimmerleute, Bauherren und alle Beschäftigten setzte Gerfried Fieweger, Polier der Denkmalpflege GmbH Prenzlau, am Sonnabendnachmittag den Punkt unter eine stimmungsvolle Zeremonie: die Aufbringung der Bekrönung des neu errichteten Strehlower Kirchturmes.

Goldglänzend künden seitdem der Stern, die Wetterfahne und die Kugel auf der 5,50 Meter hohen Helmstange vom Fortschritt eines ehrgeizigen Unterfangens. In rund fünf Monaten reiner Bauzeit wurde der barocke Turm eines von der Kirche und vielen anderen aufgegebenen Sakralbaus abgenommen und teilweise neu aufgebaut.

Rund 250.000 Euro an eigenen, aber auch Mitteln von Förderern und privaten Sponsoren konnte der seit dem 30. November 2005 neue Eigentümer und Bauherr, die Agrargesellschaft Potzlow, für diesen ersten Bauabschnitt des Wiederaufbaus der Strehlower Kirche aufbringen. Das nötigt Respekt ab, und so folgten nicht nur die Strehlower und ihre Nachbarn der Einladung zu einem Bürgerfest. Kulturstaatssekretär Johann Komusiewicz zum Beispiel würdigte das bürgerschaftliche Engagement, im Namen von Ministerin Wanka Ė die erst zwei Tage zuvor Fördermittelbescheide für insgesamt 127.500 Euro zur Sanierung der Kirchen in Fergitz, Milmersdorf und Boitzenburg überreicht hatte. Das gab sicher dem Geschäftsführer der Agrargesellschaft, Ulrich Blumendeller, der die Feststunde vor der Bekrönung leitete, die Zuversicht, Ministerium und Fördermittelgebern wie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz oder dem Landkreis ein "Wir bleiben im Gespräch" zu widmen.

Der stellvertretende Superintendent Justus Werdin charakterisierte die Situation mit dem Ausruf: "Es geschehen Zeichen und Wunder". Die totgesagte Kirche Strehlow soll wieder mit Leben erfüllt, wieder Ort der Dorfgemeinschaft werden, der auch an die Vorfahren erinnert.

Den denkwürdigen Nachmittag gestaltete auch das Kinderzentrum Strehlow mit. Enrico Raak und Patrick Zimmermann zum Beispiel läuteten, in mittelalterliche Gewänder gehüllt, die Glocke an. Andere sorgten mit für das Wohl der Gäste.

Uckermark Kurier vom 17. Juli 2006

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